BUND: Gentechnik kann kein Allheilmittel zur Bekämpfung des Hungers sein

19. November 1996 | Ressourcenschutz, Landwirtschaft

Eisenach. Anläßlich des Welternährungsgipfels 1996 in Rom verurteilt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Thüringen, die zynische Tatenlosigkeit der höchsten politischen Ebene der reichen Industriestaaten, die für das Jahr 2015 Hunger und Unterernährung für über 400 Millionen Menschen billigend in Kauf nimmt.

"Nach Beendigung des Gipfels ist klar, daß der reiche Norden den Ärmsten in den Entwicklungsländern auch weiterhin das Recht aller Menschen auf Nahrung verweigert, gleichzeitig jedoch die Industrialisierung der Ernährung unter verstärktem Einsatz der Gentechnologie als das Allheilmittel preist", kommentiert Frank Augsten, Sprecher des Arbeitskreises Landwirtschaft des BUND Thüringen, das Ereignis, das vom 13. bis 17. November in Rom stattfand. Er kritisierte insbesondere die "Ode an die Gentechnik", welche Bundeslandwirtschaftsminister Borchers am 15. November auf dem Gipfel gehalten hatte.

Der BUND Thüringen erklärt in diesem Zusammenhang, daß Gentechnik angesichts der ungeklärten Risiken kein Mittel für die Sicherung der Welternährung sein kann. "Der Hunger auf der Erde ist kein Problem des Mangels an Nahrungsmitteln, sondern der fehlenden Kaufkraft infolge von Armut und Besitzlosigkeit", so Frank Augsten weiter. "Das generelle Problem des Hungers wird durch den Einsatz von Gentechnik nicht gelöst."

Angesichts der drohenden Vermarktung von ungekennzeichnetem, genmanipuliertem Soja auch in Thüringen und angesichts der 1997 erneut drohenden Freilandversuche der amerikanischen Firma "MONSANTO" mit gentechnisch manipuliertem Raps in Hohlstedt bei Jena wird sich der BUND Thüringen auch weiterhin mit aller Kraft gegen derartige "Menschenversuche mit ungewissem Ausgang" einsetzen und die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch manipulierte Lebensmittel einfordern. 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb