Umweltverband fordert Sofortprogramm und deutlich mehr Investitionen – scharfe Kritik an Forderungen nach weniger Klimaschutz
Dürre, Niedrigwasser und mehr als 230 Hitzetote bisher in diesem Jahr, das sind die Auswirkungen des Klimawandels in Thüringen. Der BUND Thüringen fordert die Landesregierung angesichts dieser Entwicklungen auf, endlich vom Ankündigen ins Handeln kommen und wirksame Antworten auf die Klimakrise auf den Weg zu bringen.
„Wir brauchen ein Sofortprogramm der Landesregierung, das Klimaschutz und Klimaanpassung ganz oben auf die politische Tagesordnung setzt“, fordert Dr. Burkhard Vogel, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Die Politik darf die drängenden Herausforderungen des Klimawandels nicht weiter ignorieren. Wir brauchen jetzt konkrete Maßnahmen, eine verlässliche Finanzierung und den politischen Willen, sie konsequent umzusetzen. Nur so können wir Menschen, Natur und Wirtschaft wirksam vor den Folgen der Klimakrise schützen.“
Der BUND Thüringen fordert:
- Klimapakt auf 60 Millionen Euro jährlich verdoppeln: Die Mittel für die Kommunen müssen von derzeit 30 auf 60 Millionen Euro steigen, damit vor Ort schnell und bürokratiearm Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung umgesetzt werden können – vom Sonnenschutz für Kindergärten bis zu Solaranlagen auf Verwaltungsgebäuden.
- Solare Baupflicht einführen: Gebäudegebundene Solaranlagen müssen stärker genutzt werden, um die Potenziale für erneuerbare Energien auszuschöpfen, ohne dafür zusätzliche Flächen in Anspruch zu nehmen.
- Thüringer Klimagesetz fortschreiben: Die Klimaschutzziele müssen an die zunehmenden Herausforderungen des Klimawandels angepasst und mit konkreten Maßnahmen und überprüfbaren Meilensteinen hinterlegt werden.
- Sofortprogramm für natürlichen Klimaschutz auflegen: Auen müssen renaturiert und Gehölzstreifen in der Agrarlandschaft geschaffen werden, um den Wasserrückhalt in der Fläche, den Wasserhaushalt und den natürlichen Klimaschutz zu stärken.
- Bundesratsinitiative für eine neue Gemeinschaftsaufgabe Klimaschutz, Klimaanpassung und Naturschutz: Damit Bund und Länder die Kommunen dauerhaft und verlässlich bei der Finanzierung notwendiger Maßnahmen unterstützen können.
Eine scharfe Absage erteilt der BUND Thüringen der aktuellen Forderung der IHK Südthüringen, die Klimaziele zurückzufahren und stattdessen stärker auf Klimaanpassung zu setzen.
„Wer ernsthaft fordert, beim Klimaschutz zurückzufahren, ignoriert nicht nur die enormen Kosten des Nichthandelns für Wirtschaft und Gesellschaft, sondern nimmt auch eine weitere Verschärfung der gesundheitlichen Folgen in Kauf. Hitze kostet bereits heute Menschenleben. Klimaanpassung kann nur funktionieren, wenn wir gleichzeitig die Ursachen der Klimakrise bekämpfen.“
Pressekontakt:
Kerstin Neumann, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0361 5550314, presse(at)bund-thueringen.de


