Eisenach. Am vergangenen Samstag, 20. April, fand in Erfurt, Johannes Lang-Haus, die diesjährige Landesmitgliederversammlung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Thüringen, statt.
Wichtige inhaltliche Schwerpunkte waren die von BUND und Misereor in Auftrag gegebene Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“, die vom Wuppertal-Institut herausgegeben wurde, sowie eine Resolution zum Bergrecht mit wichtigen Forderungen an die Bundesregierung und die Landesregierung Thüringens.
Bezugnehmend auf die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“ verwies Ralf-Uwe Beck, Landesvorsitzender des BUND Thüringen, unter anderem auf Probleme des Ressourcenverbrauches und der damit verbundenen globalen Konsequenzen. „Wenn wir das deutsche Lebensmodell auf den Rest der Welt übertragen würden, stiege der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre um 30 Prozent an“, so Beck. Ein Umdenken in den Industriestaaten sei daher dringendstes Gebot der Zeit. Die Studie, die die Lösungswege aufzeige, sage weiterhin aus, daß „wir insgesamt nur soviel Ressourcen verbrauchen können, wie insgesamt auch nachwachsen.“ Desweiteren ging Beck auf den zunehmenden Flächenverbrauch ein. „Wenn das jetzige Versiegelungstempo beibehalten wird, dann gibt es in etwa 80 Jahren nicht einen Quadratmeter unversiegelte Fläche mehr in Deutschland“, so Beck. Spätestens im Jahre 2010 müsse die Flächenversiegelung endgültig zum Stillstand kommen. Wichtig sei deshalb, die Ergebnisse der Studie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die notwendigen Konsequenzen auch in Thüringen schnellstmöglich auf den Weg zu bringen. Der BUND Thüringen habe sich deshalb zum Ziel gesetzt, in der nächsten Zeit Leitfäden und Maßnahmen für ein "Zukunftsfähiges Thüringen" zu entwerfen und einzufordern.
Als weiterer wichtiger Schwerpunkt wurde eine Resolution zum Bergbau mit großer Mehrheit verabschiedet. Der BUND Thüringen fordert von Bund und Land, „keine rücksichtslose Ausbeutung von Rohstoffen mehr“ zuzulassen. Dabei müsse der Grundsatz der Rohstoffsicherung auf der Grundlage eines langfristigen Ressourcenschutzes beachtet werden. Bestehende rechtliche Möglichkeiten müßten ausgenutzt und neue rechtliche Grundlagen für den Rohstoffabbau erarbeitet werden. Unter anderem sei die schnellstmögliche Umsetzung eines Thüringer Abgrabungsgesetzes notwendig, wie z.B. Bündnis 90/ Die Grünen jüngst als Entwurf vorgelegt hätten. Diese rechtliche Grundlage müsse für alle Abbauvorhaben oberflächennaher Rohstoffe gelten, die nach Verabschiedung des „Gesetzes zur Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse bei Bodenschätzen“ nicht mehr nach Bergrecht entschieden werden.


