Am 10. Mai erreicht Deutschland seinen Erdüberlastungstag. Bereits nach gut vier Monaten sind rechnerisch alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die für das gesamte Jahr reichen müssten. Der BUND Thüringen warnt: Auch in Thüringen werden weiter Naturflächen zerstört, Rohstoffe ausgebeutet und Umwelt- und Naturschutz politisch geschwächt – obwohl die Folgen der Klimakrise und das Artensterben längst sichtbar sind.
„Der Erdüberlastungstag macht sichtbar, dass wir längst auf Kosten kommender Generationen leben. Trotzdem werden in Thüringen Klimaschutzmaßnahmen zurückgedreht, Umweltstandards aufgeweicht und weiter wertvolle Naturflächen verbraucht. Das ist verantwortungslos und zeigt, dass wirtschaftliche Interessen nach wie vor über den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlage gestellt werden“, sagt Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.
Die Auswirkungen des übermäßigen Ressourcenverbrauchs sind auch in Thüringen längst spürbar: trockene Böden, sinkende Wasserstände, Waldschäden und eine bereits im Frühjahr steigende Waldbrandgefahr infolge anhaltender Trockenheit. Trotzdem werden weiterhin wertvolle Natur- und Kulturlandschaften wirtschaftlichen Interessen geopfert – etwa durch den weiteren Naturgipsabbau im Südharz. „Anstatt Recycling, Kreislaufwirtschaft und ressourcenschonende Alternativen endlich konsequent auszubauen, wird weiter Raubbau an unserer Natur betrieben“, so König.
Der BUND Thüringen fordert zum Erdüberlastungstag:
- Recycling und Kreislaufwirtschaft statt weiteren Raubbaus an unserer Lebensgrundlage
- den naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien
- eine Stärkung umweltfreundlicher Mobilität
- eine verlässliche Finanzierung von Natur- und Umweltschutz
„Natur- und Klimaschutz sind keine Belastung, sondern Voraussetzung für ein sicheres und gutes Leben“, betont König. „Wer heute Ressourcen verschwendet und Umweltstandards schwächt, verschärft die Krisen von morgen.“
Hinweis für Redaktionen:
Am Samstag, 9. Mai 2026, findet die Landesversammlung des BUND Thüringen in Erfurt statt. Dort beraten und beschließen die Mitglieder unter anderem den Leitantrag, mit dem der Verband seine umweltpolitischen Schwerpunkte für das kommende Jahr setzt. Zudem veröffentlicht der Verband seinen Jahresbericht 2025.
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