Landesverband Thüringen e.V.

BUND und Stadt schließen Vergleich zum Wäldchen auf dem Petersberg – Gemeinsamer Vor-Ort-Termin für weiteres Vorgehen geplant

23. September 2020 | Naturschutz, Wälder

Wäldchen auf dem Petersberg  (Andreas Hultsch / BUND Erfurt)

Erfurt. Am 17.09.2020 haben sich der BUND Thüringen und sein Stadtverband Erfurt vor dem Oberverwaltungsgericht in Weimar auf einen Vergleich mit der Stadt Erfurt geeinigt. Im November 2019 beantragte der Verband beim Verwaltungsgericht Weimar ein Fällungsverbot von Bäumen im Geschützten Landschaftsbestandteil (GLB) auf dem Petersberg. In den kommenden vier Wochen soll bei einem Vor-Ort-Termin gemeinsam über die Erforderlichkeit der einzelnen Fällungen entschieden werden.

„Wir freuen uns, dass gemeinsam mit der Stadt Erfurt ein tragfähiger und umsetzbarer Kompromiss gefunden werden konnte“, so Robert Bednarsky, Vorsitzender des BUND Stadtverbands Erfurt. „Stadtplanung und Naturschützende können jetzt bei der Entwicklung des Wäldchens am Petersberg zusammenarbeiten, um dessen Bedeutung für den Natur- und Klimaschutz bestmöglich zu erhalten.“

Bei der Erforderlichkeit von Fällungen im Wäldchen auf dem Petersberg soll die Unterscheidung in einen inneren und äußeren Bereich für Verkehrssicherungspflichten zu Grunde gelegt werden.

Im Randbereich des GLB-Wäldchens, der mit 20 m Breite definiert wurde, besteht eine erhöhte Verkehrssicherungspflicht für die angrenzenden Bebauungen, Wege und Straßen. Dort dürfen Bäume gefällt werden. Ist der BUND dort mit einer Fällung nicht einverstanden, kann diese trotzdem durchgeführt werden, muss aber durch eine Ersatzpflanzung im GLB-Wald ausgeglichen werden. Die Stadt darf dabei entscheiden, welche Art Gehölz gepflanzt wird.
Gleichzeitig müssen Bäume im Inneren des Wäldchens (außerhalb des 20 m-Streifens) stehen bleiben, wenn dort Uneinigkeit zwischen Stadt und BUND herrscht. Hier liegt nach Ansicht der Erstinstanz, die das OVG übernommen hat, keine Verkehrssicherungspflicht vor.

„Wir begrüßen diese Einigung sehr. Damit können wir nun endlich die Verkehrssicherheit im Wäldchen am Petersberg herstellen und auch mit dem Waldumbau beginnen. Die Anpflanzung von geeigneten Baum- und Straucharten soll helfen, das Wäldchen dauerhaft zu erhalten und stabil zu entwickeln“, so Andreas Horn, Dezernent für Sicherheit und Umwelt der Stadt Erfurt.

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