Eisenach/Erfurt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Thüringen, begrüßt die Teilnahme zahlreicher Thüringer Firmen und Institute an der BIOAPPLICA '97, die heute und morgen erstmals in einem ostdeutschen Bundesland stattfindet. Der Umweltverband begrüßt ebenfalls das Engagement der Region Jena im Bereich der Biotechnologie, warnt jedoch gleichzeitig vor der kritiklosen Anwendung der Gentechnologie vor allem in der Landwirtschaft, der Nahrungsmittelerzeugung und der Abfallaufbereitung.
Dr. Frank Augsten, Sprecher des Arbeitskreises "Landwirtschaft, Gentechnik und im BUND Thüringen, zeigt auch die BIOAPPLICA '97 "das bewußte Vermischen von Gentechnologie und Biotechnologie durch Leute, die den gravierenden Unterschied zwischen diesen beiden Technologien eigentlich genau kennen. Die Aussicht auf finanzielle und berufliche Anerkennung läßt jedoch viele Gentechniker auf dem kritischen Auge blind werden. Die ökologischen und gesundheitlichen Risiken der Gentechnik werden einfach ignoriert."
Der BUND Thüringen erneuert im Zusammenhang mit der BIOAPPLICA '97 seine generelle Kritik an der Gentechnik im Lebensmittelbereich und in der Landwirtschaft. Die vor wenigen Tagen in Niedersachsen nachgewiesene Übertragung von gentechnischen Veränderungen durch Pollenflug zeigt einmal mehr die Unberechenbarkeit dieser Technologie. Der BUND fordert deshalb von den politisch und wissenschaftlich Verantwortlichen die aus methodenkritischer Sicht unbedingt notwendige getrennte Betrachtung und Bewertung von Gen-und Biotechnologie.


