Flughafen Erfurt-Weimar weder wirtschaftlich noch ökologisch tragfähig

24. November 2025 | Mobilität

BUND Thüringen kritisiert Prioritäten der Landesregierung und fordert Fortführung des Reparaturbonus

Der BUND Thüringen kritisiert scharf, dass die Landesregierung weiterhin knapp fünf Millionen in den chronisch defizitären Flughafen Erfurt-Weimar investiert, während gleichzeitig der erfolgreiche und ressourcenschonende Reparaturbonus zur Disposition steht. Die aktuelle Debatte zur Zukunft des Flughafens Erfurt-Weimar stellt den wirtschaftlichen und strategischen Nutzen des Standorts deutlich infrage – eine Einschätzung, die durch fachlich fundierte Analysen externer Verkehrsexpert*innen bestärkt wird.

Demnach gelten Regionalflughäfen wie Erfurt-Weimar langfristig als kaum wirtschaftlich tragfähig, da sie auf dauerhafte öffentliche Zuschüsse angewiesen sind und die oft behaupteten regionalwirtschaftlichen Effekte nur sehr unscharf belegbar sind. Auch die verbreitete politische Annahme, der Flughafen sei ein wichtiger Faktor für Unternehmensansiedlungen, wird durch die Fachmeinungen klar relativiert: Unternehmen mit hohem Mobilitätsbedarf orientieren sich demnach eher an großen Verkehrsknotenpunkten – nicht an Regionalflughäfen ohne stabile Linienverbindungen.

„Wenn gut begründete externe Einschätzungen so deutlich sind, sollte die Landesregierung ihre Prioritäten dringend überdenken“, sagt Burkhard Vogel, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Es ist vollkommen unverständlich, dass der Flughafen weiterhin jährlich mit knapp fünf Millionen Euro aus Steuermitteln gestützt wird, während ein nachweislich wirksames, bürgernahes und ökologisches Förderinstrument wie der Reparaturbonus infrage gestellt wird.“

Der Reparaturbonus war in Thüringen über Jahre hinweg äußerst erfolgreich: stark nachgefragt, ressourcenschonend, handwerksnah und mit klar messbaren Effekten für Abfallvermeidung und regionale Wertschöpfung. Dass ein solches Programm als „unnötige Subvention“ bezeichnet wird, während klimaschädliche und kostenintensive Struktursubventionen bestehen bleiben, hält der BUND Thüringen für eine gefährliche Fehlsteuerung.

„Diese Prioritätensetzung ist nicht nachvollziehbar“, so Vogel. „Dort, wo Bürgerinnen und Bürger profitieren und Klima sowie Ressourcen geschont werden, soll gespart werden. Dort, wo öffentliche Gelder ineffizient gebunden sind, geschieht nichts.“

Auch bundesweit zeigt sich ein ähnliches Muster: Die Rückkehr der vollen Agrardieselvergütung ab 2026 oder die fortgesetzte Förderung fragwürdiger Technologien wie Wasserstoff-Pkw verdeutlichen, dass fossile Privilegien nach wie vor Vorrang haben – zulasten einer notwendigen ökologischen Modernisierung.

„Es drängt sich die Frage auf, warum mit chirurgischer Präzision dort gestrichen wird, wo Bürgerinnen und Bürger profitieren, aber mit der Gießkanne dort weiter gefördert wird, wo Klima und Umwelt verlieren“, so Vogel. „Das ist Politik gegen die Anforderungen unserer Zeit. Schlimmer noch: Sie hält uns in einer fossilen Dauerschleife gefangen, als wäre sie ein Zukunftsmodell.“

 

Der BUND Thüringen fordert die Landesregierung auf,

  1. klimaschädliche Subventionen wie die Flughafenfinanzierung konsequent abzubauen,
  2. Klimaschutz und soziale Entlastung zusammenzudenken, statt gegeneinander auszuspielen,
  3. den Reparaturbonus fortzuführen und weiterzuentwickeln.

 

Pressekontakt:
Anne Werner und Kerstin Neumann, Referentinnen für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0361 5550314, Mobil: 0176 13338564 oder 0176 13338510, E-Mail: presse(at)bund-thueringen.de

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