Genveränderter Lebensmittel im Angebot – BUND fordert Kennzeichnung

22. Juli 1994 | Ressourcen & Technik, Landwirtschaft

Eisenach. Immer mehr gentechnisch hergestellte Lebensmittel werden in unseren Läden angeboten, so warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Thüringen in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung. "Die genmanipulierte Tomate ist weder lila noch viereckig", so Gudrun Flachmann, Sprecherin des BUND, "Und der mit gentechnisch gewonnenem Labenzym Chymosin gereifte Gouda ist weder orange noch weist er mehr Löcher auf." Ob die angepriesenen Lebensmittel jedoch genverändert sind oder nicht, könne der Konsument nicht erkennen.

Die EU-Kommission ist in ihrer Verordnung über "neuartige Lebensmittel" obendrein noch der Meinung, daß der Konsument kein Recht habe zu wissen, ob seine Ware mit gentechnischen Methoden hergestellt sei. Und wenn auch in Deutschland die Herstellung von genveränderten Lebensmitteln noch nicht erlaubt sei, so mache die Öffnung des EU-Binnenmarktes die     Einfuhr dieser Lebensmittel möglich.

Der BUND Thüringen fordert aus diesem Grunde eine konsequente und verständliche Kennzeichnungspflicht jedes Lebensmittels, das gentechnisch erzeugt oder verändert worden ist. Welche Motive bei der individuellen Entscheidung auch ausschlaggebend sind -ethische, ökologische, politische oder gesundheitliche: Nur mit einer Kennzeichnung könnten die Verbraucher ihr Grundrecht ausüben: nämlich die Freiheit, das zu kaufen, was sie wünschen.

Der BUND Thüringen will mit der Aktionswoche vom 25. bis 28. Juli 1994 in Altenburg über die Risiken gentechnisch hergestellter Lebensmittel informieren. Er ruft alle Bürger und Bürgerinnen auf, mit einer Unterschriftenaktion und dem Meinungstor dieses Anliegen zu unterstützen. Nur wenn sich viele Verbraucher für eine Kennzeichnung einsetzten, könne eine Wende in der derzeitigen Politik erreicht werden. 

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