Waldbesitzende, Forst, Jagd und Naturschutz ziehen für den Luchs an einem Strang
Das Interesse am Luchs ist groß. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Forst, Jagd, Waldbesitz, Gemeinden, Landkreisen und Behörden treffen sich heute auf Einladung des Projekts „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ zur Informationsveranstaltung im Haus „Am Hohen Stein“ in Schmiedefeld am Rennsteig. Im Mittelpunkt steht der Austausch über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte im Rahmen des Projekts.
Das Projekt „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ trägt maßgeblich dazu bei, dass sich der Thüringer Wald zu einem wichtigen Bindeglied zwischen den Luchsvorkommen im Harz und im Bayerischen Wald entwickelt. Seit Projektbeginn im Januar 2024 wurden sechs Luchse erfolgreich ausgewildert, deren Beobachtung wertvolle Erkenntnisse für den weiteren Aufbau einer vernetzten mitteleuropäischen Luchspopulation liefert. Damit nimmt Thüringen eine Schlüsselrolle im europäischen Artenschutz und in der Wiedervernetzung von Lebensräumen ein.
Im Rahmen der Veranstaltung berichtet Dr. Markus Port, Luchsexperte des BUND Thüringen in einem Vortrag über die bisherigen Erfolge, die aktuellen Entwicklungen und die geplanten Maßnahmen. Das Treffen bietet zudem Raum für Austausch und Diskussion zwischen den verschiedenen Interessengruppen – mit dem gemeinsamen Ziel, den Luchs langfristig in Thüringen zu etablieren.
Das große Interesse verdeutlicht, wie breit die Unterstützung für das Projekt in der Region ist. Luchs Thüringen steht beispielhaft dafür, wie Forst, Jagd und Naturschutz gemeinsam Verantwortung übernehmen, um heimische Arten zu schützen und Lebensräume zu vernetzen. Der Luchs gilt dabei als Symbol für eine lebendige, intakte Natur und als Botschafter eines gemeinschaftlichen Naturschutzes in Thüringen.
Hintergrund
„Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von BUND, WWF, ThüringenForst, dem Wildkatzendorf Hütscheroda, dem Landesjagdverband Thüringen, dem UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, dem Naturpark Thüringer Wald, der Georg-August-Universität Göttingen sowie der rumänischen Projektpartner ACDB und Romsilva. Das Projekt ist Teil des europäischen Luchsexperten-Netzwerks Linking Lynx, das sich dem Erhalt und der Vernetzung der Luchspopulationen Mitteleuropas verschrieben hat. Ziel ist es, durch gezielte Auswilderungen und die Vernetzung bestehender Populationen eine stabile und eigenständige Luchspopulation in Mitteleuropa aufzubauen. Viele der im Thüringer Wald ausgewilderten Luchse stammen aus dem Erhaltungszuchtprogramm der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA).
Das Projekt wird im Programm „Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft“ (ENL) umgesetzt und vom Thüringer Umweltministerium gefördert.
Pressekontakt:
Anne Werner | Kerstin Neumann, Tel.: 0361 5550314, Mobil: 0176 13338564 oder 0176 13338510, presse(at)bund-thueringen.de


