BUND begrüßt Ablehnung durch Umweltminister Kummer
Der BUND Thüringen lehnt die Planung von K+S ab, auch nach 2027 noch salzhaltige Produktionsabwässer aus der Kaligewinnung in die Werra einzuleiten.
Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: "K+S muss sich an seine früheren Zusagen halten und die Salzbelastung der Werra kontinuierlich reduzieren."
Der BUND begrüßt deshalb die klare Absage an die Planung von K+S durch Umweltminister Tilo Kummer.
Da aus den ständig wachsenden Kalihalden auch immer mehr Salzwasser austritt, befürchtet der BUND, dass K+S letztlich sogar eine Erhöhung der Salzfrachten anstrebt. Der BUND kündigt deshalb eine Fortsetzung seines juristischen Widerstands an.
"Die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben muss gewährleistet sein. Es gilt das Verschlechterungsverbot und das Verbesserungsgebot des Wasserrechts", betont König.
Deutliche Fortschritte ließen sich beispielsweise erzielen, wenn K+S das Haldenwachstum überall beendet und die festen Reststoffe in den Bergwerken lagert und eine schnelle Abdeckung der Halden voranbringt sowie die mögliche Rückführung unter Tage in Betracht zieht. Damit würde die Umwelt entlastet.
Hintergrund
Der BUND hatte in der Vergangenheit mehrfach insbesondere auf die Risken für die größte Sondermülldeponie Europas hingewiesen und eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert.
In der Sondermülldeponie Herfa-Neurode lagern rund 2,7 Millionen Tonnen hochgiftige Industrieabfälle. Bei einer Einstapelung von Laugenabwässern kann, so die Behörden, nicht ausgeschlossen werden, dass die Salzpfeiler, die das Bergwerk stützen, sich lösen und langfristig zerstört werden. Das kann Gebirgsschläge zur Folge haben, die sich bis zur Sondermülldeponie auswirken. Im Fall einer Havarie bedrohen die dort gelagerten Gifte über die Flüsse Werra und Weser sogar die Nordsee.
Das Unternehmen K+S hatte geplant, Produktionsabwässer des Werkes Werra ab 2022 über eine untertägige Rohrleitung in der Grube Springen einzustapeln. Rund 1,4 Millionen Kubikmeter Salzabwässer pro Jahr sollten auf diesem Weg entsorgt werden. Eine weitere Steigerung der Salzwasserbelastung ist jedoch nicht möglich. Der Bewirtschaftungsplan Salz schreibt die geltenden Grenzwerte für Salz in der Werra vor, die nicht überschritten werden dürfen. Mit der Versagung der Genehmigung durch den RP Kassel in 2022 entstand ein Entsorgungsengpass, der bis heute durch den Abtransport salzhaltiger Abwässer in ausgebeutete Kalibergwerke in Niedersachsen gelöst wird. Eine Möglichkeit der Schadensbegrenzung sieht der BUND in dem Versatz der festen Salzabfälle in die Salzbergwerke, da so zumindest die Menge salzhaltiger Abwässer nicht mehr steigen würde. Bei gleichzeitiger großflächiger Abdeckung mit Photovoltaikanlagen würde die Abwassermenge sogar sinken können.
Mehr Informationen
- Bewirtschaftungsplan Salz 2021 – 2027
- LAVES 2024: Fischbestandserfassungen in Oberweser und Werra - Berichtsjahr 2024
- Pressemitteilung: BUND: Salzbelastung der Werra durch Kalibergbau verringern
- Pressemitteilung: Umweltkatastrophe verhindern: Keine Produktionsabwässer von K+S ins Bergwerk Springen
Ansprechpartner:
- Thomas Norgall, BUND: 0170 2277238
Pressekontakt:
- Anne Werner | Kerstin Neumann, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 361 5550314; Mobil: 0176 13338564 oder 0176 13338510, presse(at)bund-thueringen.de
Jetzt die Versalzung der Werra stoppen!
Der BUND setzt sich mit ihrer Hilfe und weiteren Akteuren dafür ein, dass Weser und Werra wieder zu artenreichen Süßwasser-Ökosystemen werden und die Grundwasserverschmutzung durch die Einleitung von Salzabwässern aufhört.


