"Gen-Food ? Sie entscheiden !" Unter diesem Motto steht der Auftritt der riesigen Monster-Gen-Tomate heute in Eisenach. Mit dieser Aktion fordern der BUND, das örtliche Reformhaus und das Thüringische Umweltzentrum Eisenach die Konsumenten auf, "mit dem Einkaufskorb abzustimmen" und Gen-Food in den Regalen der Geschäfte liegen zu lassen.
"Gentechnik in Lebensmitteln ist ein Risiko ohne Nutzen für Verbraucher; ungewisse Gefahren drohen vor allem Allergikern, die künftig nicht mehr sicher sein können, durch die Auswahl ihrer Lebensmittel Bestandteile bestimmter Produkte zu meiden", so Dr. Frank Augsten, Sprecher des Arbeitskreises Landwirtschaft, Gentechnik und Tierschutz im BUND Thüringen. "Vom Gen-Food profitieren würden allein die Hersteller von Pflanzenschutz-Mitteln und manipuliertem Saatgut sowie die Nahrungsmittel-Industrie.
BUND, Reformhaus und Thüringisches Umweltzentrum fordern, daß Nahrungsmittel möglichst naturbelassen sein sollten. Die Reformhäuser lehnen die Anwendung der Gentechnik aus gesundheitlichen, ökologischen und ethischen Gründen ab und garantieren Produkte aus gentechnik-freien Rohstoffen.
Die seit Mitte Mai 1997 EU-weit gültige Verordnung zur Genehmigung und Kennzeichnung von genmanipulierten Lebensmitteln ("Novel-Food-Verordnung") helfe den verunsicherten Verbrauchern nicht weiter, da sie "löchrig wie ein Schweizer Käse" sei und die Unklarheiten bei der Umsetzung nach wie vor gravierend seien. "Weder ist im Detail klar, welche Produkte demnächst gekennzeichnet werden müssen, noch steht fest, wie diese Kennzeichnung aussehen soll", so Augsten weiter.
Heute protestieren BUND, das örtliche Reformhaus und das Thüringische Umweltzentrum Eisenach auf dem Marktplatz in Eisenach gegen Gen-Food - unterstützt von einer sieben mal sieben Meter großen, zähnefletschenden Killertomate aus Ballonmaterial, die zur Zeit auf bundesweiter Info-Tour durch 25 Städte ist. An einer überdimensionierten Kasse ist absehbar, wie sich die Wartburgstädter - pro oder contra Gen-Food - entschieden haben.
"Schon heute können die Verbraucher wählen, was sie essen wollen", so Klaus Fink, Sprecher des BUND Ortsverbandes Eisenach, der die Aktion mitträgt. Der BUND rät den
Konsumenten, beim Einkaufen nach "Positiv-Kennzeichen" wie dem neuform-Signet Ausschau zu halten, die Verzicht auf gentechnisch veränderte Produkte garantieren. "Der BUND will neben den Reformhäusern und den Bio- und Naturkostläden weitere Unternehmen dafür gewinnen, auf Gentechnik in der lebensmittelproduktion zu verzichten und darauf auch deutlich hinzuweisen", so Dr. Frank Augsten abschließend. Geplant sei, solche Einkaufsstätten oder Produkte mit einem einheitlichen und augenfälligen Zeichen erkennbar zu machen.


