Projekt „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ begeisterte auch Grundschüler in Sömmerda

13. Februar 2026 | Naturschutz, Lebensräume

Das Projekt Luchs Thüringen macht Schule  (Romy Kornau)

Das Projekt „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ hat sein Engagement in der Umweltbildung erweitert und an mehreren Thüringer Grundschulen Unterrichtseinheiten durchgeführt. Die vorerst letzte Unterrichtsstunde fand gestern an der Evangelischen Grundschule in Sömmerda für die Klassen 1 und 2 statt. Nach einer Reihe gut besuchter Vorträge für Erwachsene und Fachpublikum – unter anderem im Thüringer Wald – rückte das Projektteam nun gezielt Bildungsangebote für Kinder in den Mittelpunkt.

Die 90-minütige Unterrichtseinheit führten Dr. Max Boxleitner, Luchsexperte des WWF Deutschland, und Umweltpädagogin Kerstin John, BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda, thüringenweit an Grundschulen durch, u. a. in Behringen, Mühlhausen, Erfurt und Sömmerda.

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, Wissen über den Luchs zu vermitteln und Begeisterung für diesen seltenen Waldbewohner zu wecken. Zwar kennen Kinder oft typische Waldbewohner wie Reh, Wildschwein oder Fuchs – doch der Luchs ist für viele noch ein unbekanntes Tier. Deshalb legt das Projekt großen Wert auf Umweltbildung: Kinder sollen erfahren, warum der Luchs zu Thüringen gehört, welche Rolle er im Ökosystem spielt und warum es wichtig ist, ihn wieder in unseren Wäldern anzusiedeln.

Mit Anschauungsmaterial wie Luchsschädel, Pfotenabdruck, Fotofallenbildern und einem lebensgroßen Luchsaufsteller erhalten die Kinder einen lebendigen Einblick in Aussehen, Lebensweise und Fähigkeiten des Luchses. Dabei erfahren sie auch, welche Lebensräume er benötigt, welche Rolle er im Ökosystem spielt und warum er in Thüringen einst verschwand und heute wieder zurückkehren kann. Spielerische Elemente wie Sprungaktionen, Geräuschübungen und Schleichspiele machen die Stunde praxisnah und erleichtern den Zugang zum Thema. Ziel ist es, Luchswissen langfristig in der Region zu verankern und Kindern einen naturnahen Zugang zu Artenschutz, Biotopverbund und nachhaltiger Waldbewirtschaftung zu ermöglichen.

Wer den Luchs außerhalb des Klassenzimmers erleben möchte, kann ihn im BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda mit etwas Glück bei der Schaufütterung beobachten – in den Winterferien hat das Wildkatzendorf täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Ergänzend dazu gibt es Erlebniswanderungen und weitere Bildungsangebote zu Luchs und Wildkatze – ideal für Familien und Schulklassen.

Pressebild zum Download
Bildunterschrift: Das Projektteam zeigt Fotos einer Luchsfamilie und Aufnahmen von Wildtierkameras
Copyright: Romy Kornau

Über das Projekt
„Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ setzt sich dafür ein, dass der Luchs langfristig in Thüringen heimisch wird und seine Lebensräume europaweit besser vernetzt werden. Neben Forschung und Monitoring setzt das Projekt auf Aufklärung, Dialog und Umweltbildung – denn nur wenn Menschen den Luchs kennen, verstehen sie seine Bedeutung für stabile Ökosysteme.

Hintergrund
„Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von BUND, WWF, ThüringenForst, dem Wildkatzendorf Hütscheroda, dem Landesjagdverband Thüringen, dem UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, dem Naturpark Thüringer Wald, der Georg-August-Universität Göttingen sowie der rumänischen Projektpartner ACDB und Romsilva. Das Projekt ist Teil des europäischen Luchsexperten-Netzwerks Linking Lynx, das sich dem Erhalt und der Vernetzung der Luchspopulationen Mitteleuropas verschrieben hat. Ziel ist es, durch gezielte Auswilderungen und die Vernetzung bestehender Populationen eine stabile und eigenständige Luchspopulation in Mitteleuropa aufzubauen. Viele der im Thüringer Wald ausgewilderten Luchse stammen aus dem Erhaltungszuchtprogramm der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA).

Das Projekt wird im Programm „Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“ umgesetzt und Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten gefördert. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Freistaats Thüringen sowie aus ENL-Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

Das BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda ist eine touristische Einrichtung am Rande des Nationalparks Hainich und hält dort im Gehegebereich neben Wildkatzen auch Luchse. Es ist Teil des gemeinnützigen Unternehmens Wildtierland Hainich gGmbH, welches an der Schnittstelle von Natur- und Artenschutz, Naturtourismus und Umweltbildung tätig ist.

Pressekontakt:
Kerstin Neumann & Christina Eberhardt, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 361 5550314; Mobil: 0176 13338510 oder 0176 13338564, presse(at)bund-thueringen.de

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