Eisenach. Seit nunmehr vier Jahren besteht der Landesverband Thüringen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Der BUND Thüringen habe nichts von der Spontanität eingebüßt, mit der er 1990 aufgebrochen sei, heißt es in einer Presseerklärung aus Anlaß des Jahrestages der Verbandsgründung am 18. Mai.
Der BUND habe seinen konsequent ökologischen Ansatz durchgehalten und sei seiner Strategie, für die Belange von Natur und Umwelt politisch einzutreten, treu geblieben. Dies gelte auch in einer Zeit, wo der kurzfristige Profit einiger weniger, offensichtlich Vorrang habe gegenüber dem langfristigen Denken: "Natur-und Umweltschutz werden als neue Feindbilder beschworen, um das derzeitige Versagen von Wirtschaft und Politik zu verschleiern. Die betriebswirtschaftlichen Milchmädchenrechnungen, mit denen Autobahnen und ICE-Trassen, die Talsperre Leibis und das Pumpspeicherwerk Goldisthai oder, wie etwa im Südharz, die Zerstörung ganzer Landschaften zugunsten der Rohstoffausbeutung plausibel gemacht werden sollen, sind naiv und antiquiert. Solange dies so ist, sind wir wichtiger denn je, so Ralf-Uwe Beck, Landesvorsitzender des BUND Thüringen und Mitglied im Bundesvorstand des Umweltverbandes.
"Angesichts der zahllosen Zerstörungsobjekte in Thüringen mußten wir schnell lernen, uns Gehör zu verschaffen", so Susanne Kuli, Landesvorstandsmitglied aus Jena. "Ein Ergebnis von vier Jahren Arbeit: wir werden gehört", resümiert Kuli. So würden etwa die guten Argumente des BUND Thüringen gegen die "Thüringer-Wald-Autobahn" von immer mehr Menschen aufgegriffen, während die Phrase, nur durch Autobahnen käme der Aufschwung, zunehmend unglaubwürdiger werde.
Die Stärke des Umweltverbandes sei das enorme Engagement in den Orts-und Kreisverbänden, von denen es bisher 37 gebe. Es sei gelungen, ein solidarisches Netz zu knüpfen, das es ermögliche, gemeinsam auf kommunal-, aber auch auf landes- und bundespolitischer Ebene aktiv zu werden.
"Von Politikverdrossenheit ist beim BUND auch im Superwahljahr 1994 nichts zu spüren“, so Michael Spielmann, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. "Der BUND wird für immer Menschen zur politischen Heimat, die ohne 'wenn und aber' Anwälte der Natur sein wollen." So seien in diesem Jahr bereits 145 Menschen Mitglied im BUND Thüringen geworden. Bis zu den Sommerferien werde das tausendste Mitglied erwartet.


