Landesverband Thüringen e.V.

20 Jahre nach Tschernobyl: BUND Thüringen fordert Zukunft ohne Atomkraft

25. April 2006 | Atomkraft, BUND

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert anlässlich des 20. Jahrestages der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl eine Zukunft ohne Atomkraft. Für den Verband sind die Risiken der Atomkraft auch 20 Jahre nach dem Super-GAU nicht beherrschbar.
„Tschernobyl ist nicht nur vor 20 Jahren Jahren passiert. Die Katastrophe dauert bis heute an und wird auch in Zukunft andauern“, erklärte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Auch heute, 20 Jahre nach der Reaktorexplosion werden Kinder mit schweren Missbildungen in der Region um Tschernobyl geboren. Immer noch leben Menschen auf verseuchtem Boden, atmen vergiftete Luft und nehmen radioaktiv belastete Nahrung zu sich.“

Auch in einigen Regionen Deutschland seien die Folgen des radioaktiven Fall Outs noch vor allem bei Pilzen und Wild deutlich nachweisbar. „Die Atomenergie birgt nicht einfach nur ein Restrisiko, sie birgt ein Risiko, das uns den Rest gibt“, sagte Hoffmann. Die Folgen eines Atomunfalls sprengten sämtliche Maßstäbe menschlicher Vorstellungskraft.

Die Forderung der Atomwirtschaft nach einer Verlängerung der Laufzeit für Atomkraftwerke in Deutschland erhöhe dieses Risiko. Auch ohne schweren Reaktorunfall steige mit jedem Tag Laufzeitverlängerung die Menge strahlenden Atommülls, für den es bis heute keine sichere Entsorgung gebe.
„Kein Entscheidungsträger aus Politik oder Wirtschaft kann eine sichere Endlagerung des strahlenden für mindestens eine Million Jahre garantieren“, sagte Hoffmann. „Deshalb fordern wir den Sofortausstieg aus der Atomenergie“.

Der Freistaat Thüringen müsse als Innovationszentrum für Erneuerbare Energien auch aus wirtschaftspolitischer Sicht ein besonderes Interesse am Ausstieg aus der Atomwirtschaft haben. Hoffmann forderte Ministerpräsident Althaus daher auf, sich gegen die Fortsetzung der Atompolitik zu positionieren.
„Es gibt nur einen Weg in eine zukunftsfähige und gerechte Energieversorgung, und der führt über die Erneuerbaren Energien.“. 

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