BUND: Nein zu Rallyes

22. Juni 1992

Eisenach. Der beklagenswerte Unfall während der Hessenrallye des ADAC, bei dem ein Menschenleben zu bedauern ist, sollte nach Ansicht des Landesverbandes Thüringen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Thüringen) Anlaß sein, den Sinn und Unsinn von Rallyes überhaupt zu überdenken.

Rallyes seien, so der BUND Thüringen, unzeitgemäß. Auf der einen Seite werde selbst vom Bundesumweltminister das Auto als einer der größten Umweltsünder, gebrandmarkt, auf der anderen Seite würden Rallyes veranstaltet, die eine Werbung für das Auto schlechthin seien. „Die Losung 'Rallyesport verherrlicht Umweltmord' hat mehr denn je seine Berechtigung“, sagt Thomas Warlich vom BUND Thüringen.

Zudem sieht der BUND in den Rallyeveranstaltungen eine Animation zu aggressivem Fahrverhalten der Autofahrer im „normalen“ Straßenverkehr. Dies sei in Anbetracht steigender Unfallzahlen nicht zu verantworten.

Kritisiert wird vom BUND auch, daß die Hessenrallye wiederholt auf Thüringer Gebiet gefahren wurde. „In Hessen wehren sich Bürger und Kommunen gegen die lärmenden und stinkenden Rallyes, also überfährt der ADAC die Thüringer Kommunen“, so Susanne Kull vom Landesvorstand des BUND Thüringen.

Da Rallyes angesichts der drohenden Klimakatastrophe dem gebotenen Umwelt- und Ressourcenschutz widersprächen, kündigt der BUND eine Fortsetzung des bereits zu DDR-Zeiten durch Umweltgruppen lautstark geäußerten Protests und Aktionen gegen derartige zukünftige Veranstaltungen an. 

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