Mission Gartenschläfer

Im Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ konnten Lebensraumverlust, mangelnde Nahrungsverfügbarkeit und Pestizide als Hauptursachen für den dramatischen Rückgang des Gartenschläfers in Deutschland identifiziert werden. Auf Grundlage des daraufhin entwickelten Schutzkonzeptes wurden bereits erste Maßnahmen zur Reduktion der Gefährdungsursachen für die Tierart umgesetzt. In der “Mission Gartenschläfer” sollen zur Erweiterung der Schutzbemühungen das Verbreitungsgebiet und die Bestände des Gartenschläfers in Deutschland vergrößert werden.

  • Die Bestände des Gartenschläfers (Eliomys quercinus) sind in den letzten Jahrzehnten europaweit massiv zurückgegangen.
  • Genetische Unterschiede der in Europa vorkommenden, geografisch getrennten Linien scheinen nicht ursächlich für die Bestandsrückgänge.
  • Deutschland ist für die weltweite Erhaltung des Gartenschläfers in hohem Maße verantwortlich, da ein großer Teil des Weltbestandes bei uns lebt.
  • Gartenschläfer kommen in Deutschland in zwei ökologisch sehr unterschiedlichen Gebieten vor: im westlichen Tiefland (hier sehr häufig) und in den Mittelgebirgen (hier teils vom Aussterben bedroht).

Handbuch zum Schutz der Tierart

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Hintergrund

Die aktuelle Verbreitungskarte des Gartenchläfers in Thüringen.

Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) ist in Thüringen vom Aussterben bedroht - ohne gezielte Schutzmaßnahmen droht er, wie bereits in Sachsen, zu verschwinden.

Das bundesweite Projekt "Spurensuche Gartenschläfer" (2018 - 2024) lieferte Ergebnisse zur Biologie, dem Verhalten und der Gefährdung der Art und konnte Schutzmaßnahmen entwickeln, die dem Bilch in Deutschland - in seinen unterschiedlichen Lebensräumen - helfen und seine Bestände stabilisieren.
In den Mittelgebirgen, wo der Gartenschläfer noch ursprünglich als Waldart vorkommt, kann es sein, dass die Rückgänge ohne Bestandsstützungen nicht mehr aufzuhalten sind. 

Der BUND Thüringen wurde deswegen auf verschiedensten Ebenen aktiv:

Parallel zur Spurensuche wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, um die Notwendigkeit sowie die genauen Rahmenbedingungen und Handlungsoptionen für eine Wiederansiedelung zu klären. Die Machbarkeitsstudie hat die Voraussetzungen für eine Wiederansiedlung des Gartenschläfers im Thüringer Wald kritisch geprüft und bescheinigt dem Vorhaben gute Chancen.

Das Thüringer Umweltministerium setzte die Förderung für das Gartenschläfer-Projekt in Thüringen im Herbst 2024 fort. Dadurch konnte die Online-Meldestelle aufrechterhalten, die Stabilisierung der Kernpopulation im Thüringer Schiefergebirge fortgeführt und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fortgeführt werden.

Ein im Rahmen des Förderprogramms zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL) laufendes Projekt folgte den Schwerpunkten der Interimsfinanzierung und schloß die verbleibende Lücke bis zum Projektstart der BfN-geförderten „Mission Gartenschläfer“ und ermöglichte die Durchführung von Maßnahmen vom 01.10.2025 bis 01.10.2026.

Hier gehts zu den Projektergebnissen des ENL-Projektes

Die "Mission Gartenschläfer"

Das Projekt im Kurz-Überblick:

Projektpartner der "Mission Gartenschläfer"

Im Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ konnten Lebensraumverlust, mangelnde Nahrungsverfügbarkeit und Pestizide als Hauptursachen für den dramatischen Rückgang des Gartenschläfers in Deutschland identifiziert werden. Auf Grundlage des daraufhin entwickelten Schutzkonzeptes wurden bereits erste Maßnahmen zur Reduktion der Gefährdungsursachen für die Tierart umgesetzt. 

In der “Mission Gartenschläfer” sollen zur Erweiterung der Schutzbemühungen das Verbreitungsgebiet und die Bestände des Gartenschläfers in Deutschland vergrößert werden.
Dies findet unter Berücksichtigung a) profitierender Kleinsäuger mit geringem Ausbreitungsvermögen und b) des Klimawandels statt.
Ein Schwerpunkt soll die Entwicklung eines Biotopverbundes für Gartenschläfer und profitierender Bilche und anderer Kleinsäuger (z.B. Zwergmaus) sein. 

Ergänzend finden gezielte Freilassungen von Gartenschläfern in ausgewählten einstmaligen Verbreitungsgebieten zur Überbrückung von Bestandslücken und Wiederansiedlungen in geeigneten neuen Lebensräumen statt. Die Gartenschläfer-Meldestelle wird als Citizen Science Projekt um die Zwergmaus erweitert. Alle Maßnahmen werden öffentlichkeitswirksam begleitet und tragen so zur Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeitsarbeit sowie von Fachpublikum bei. 

In Thüringen finden diese Aktivitäten mit Schwerpunkt in den Regionen Schiefergebirge (v.a. Lebensraumaufwertungen und Vernetzung) und Thüringer Wald (v.a. Wiederansiedlung) statt. Dazu sollen auch weitere Verbreitungsschwerpunkte ermittelt und in die Schutzkonzepte integriert werden. Im Thüringer Wald sollen zwischen Steinbach-Hallenberg und Oberhof Gartenschläfer auf Grundlage der vorliegenden Machbarkeitsstudie wieder angesiedelt werden. Hinweisen auf Reliktvorkommen soll weiter nachgegangen werden. Diese sollen gestärkt und die Ausbreitung des Gartenschläfers durch Vernetzungsmaßnahmen gefördert werden.

Ansprechpartner

Portrait Thomas Mölich rund leiter Wildkatzenbüro BUND Thüringen

Thomas Mölich

Projektleitung
E-Mail schreiben Tel.: 036254 / 649150 Mobil: 0170 / 3072540

Anita Giermann

Projektkoordination
E-Mail schreiben Tel.: 0361 / 5550341

Förderung

Diese Seite wird zeitnah um einen Link zur offiziellen Projektseite der “Mission Gartenschläfer” und auch den Projektüberblick auf der Seite des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) ergänzt.

Aktiv werden

Fotografien auf dieser Themenseite © Katharina Wygas (Header); Sven Büchner (Broschüre “Bilche im Haus”); 

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