BUND präsentiert Jahresbericht 2005: Große Erfolge für Grünes Band und Wildkatze – Neue Bedrohung für Biosphärenreservat Rhön

01. Juni 2006 | Wildkatze

Erfurt. Der BUND Thüringen hat heute in Erfurt seinen aktuellen Jahresbericht für das Jahr 2005 präsentiert. Trotz großer umweltpolitischer Erfolge zeichnet der Verband ein kritisches Bild der aktuellen Umweltpolitik in Thüringen. „Mit ihrer Entscheidung, 120.000 ha als Nationales Naturerbe der Natur buchstäblich zu schenken, hat die Große Koalition einen Meilenstein für den Naturschutz in Deutschland gesetzt“, erklärte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.

„Dagegen nimmt sich die Haltung der Thüringer Landesregierung wie Kleinkrämerei aus. Immer noch beharrt sie auf dem Verkauf von 3.700 ha landeseigener Waldfläche in der Hohen Schrecke. Dabei steht die Hohe Schrecke in der Rangliste des Nationalen Naturerbes auf Platz 1.“

Positiv bewertete Hoffmann das Engagement des Freistaates für die Sicherung des Grünen Bandes. Das Engagement dürfe aber nicht mit der Übertragung der bundeseigenen Flächen an das Land enden. Vielmehr müsse Umweltminister Sklenar die Voraussetzungen schaffen, dass der Vorrang des Naturschutzes in Europas längstem Biotopverbund dauerhaft gewährleistet bleibe. Dazu sei auch ein Machtwort des Ministers bei der Verwirklichung der geplanten Naturschutzgroßprojekte im Eichsfeld und in Südthüringen nötig.

Als außerordentlich erfolgreich bezeichnete Hoffmann das Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“. „Unser Ansatz, ein Netzwerk nicht nur für die Katze sondern auch zwischen Mensch und Natur zu knüpfen, zahlt sich aus. Das macht nicht nur die großartige Beteiligung am Malwettbewerb mit über 1.500 Einsendungen deutlich. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Flurneuordnungsamt Meiningen und den Thüringer Naturschutzbehörden wird in einem deutschlandweit einzigartigen Brückenschlag eine Verbindung zwischen dem Nationalpark Hainich und dem Naturpark Thüringer Wald geschaffen. In Zukunft können die Katzen gefahrlos zwischen diesen beiden Großschutzgebieten wandern.“

Die Gefahr einer großräumigen Zerschneidung drohe dagegen dem Biosphärenreservat Rhön. Bei Verwirklichung der geplanten Transitstrecke von Fulda nach Meiningen würde sich in Zukunft eine Lärm- und Gestankschneise quer durch das Kerngebiet der Rhön ziehen und diese in zwei Teile zerschneiden. Etwa 40 Tausend Fahrzeuge täglich würden die Tourismusregion Rhön dann passieren.

Hoffmann forderte die Landesregierung auf, die großen Potenziale des Umweltschutzes in Thüringen für die Schaffung von Arbeitsplätzen zu erkennen. Die wirtschaftliche Zukunft Thüringens könne nicht am Umwelt- und Naturschutz vorbeigehen.  

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