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Landesverband Thüringen e.V.

BUND Thüringen fordert breite und geschützte Uferrandsstreifen- ohne Ackerbau und Anwendung von Düngemitteln

29. August 2018 | Flüsse & Gewässer

Erfurt. Bei der heutigen Anhörung zum Thüringer Wasserwirtschaftsrechts begrüßte der BUND Thüringen die Absicht, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Schutz der Gewässer zu verbessern. Dennoch reichen die Regelungen zum Gewässerrand nicht weit genug. „Optimale Wirksamkeit erreichen Gewässerstreifen nur bei einer Mindestbreite von 10m und wenn sie vollständig mit Gehölzen bestockt sind,“ so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Der derzeitige Vorschlag sieht lediglich eine optionale  Breite von 5-10m Gewässerrand unter andauernder ackerbauerlicher Bewirtschaftung vor.

Das reicht nicht aus. Derzeit verfehlen ca. 90 % der Gewässer im Freistaat Thüringen einen „guten Zustand“. Grund dafür sind vor allem Nährstoffeinträge. Gemäß einer aktuellen von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie in Auftrag gegebenen Untersuchung können die Grenzwerte für Nitrat und Phosphor in Oberflächengewässern und im Grundwasser in Thüringen auf absehbare Zeit nicht eingehalten werden. So gelangen zu viel Nitrat und Pestizide aus der Landwirtschaft in unser Wasser. Gewässerrandstreifen sind hier ein wirksames und effizientes Instrument, diese Einträge zu vermeiden. „ Dafür brauchen wir mindestens 10m breite Gewässerrandstreifen, auf denen keine ackerbauliche Nutzung und keine Anwendung oder Lagerung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln stattfindet,“ so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Zudem müsse dort die Entwicklung von standortheimischen Gehölzen zugelassen werden. Nur so ließen sich Phosphoreinträge durch Erosion verhindern.

Alle Mitgliedsstaaten der EU hatten sich geeinigt, bis 2015 für alle Gewässer einen „guten Zustand“ zu erreichen, doch passiert ist kaum etwas. Derzeit verfehlen ca. 90 % der Gewässer im Freistaat Thüringen diesen „guten Zustand“. Ca.25% der Grundwasserkörper und 8% der Oberflächenwasserköper in Thüringen verfehlen einen guten chemischen Zustand aufgrund erhöhter Nitratkonzentrationen.  Beim Phosphor überschreiten sogar 70 % der Thüringer Fließgewässer den Orientierungswert (0,1 mg/l) für Phosphor. Gewässerränder sind ein schnell umsetzbares und effektives Mittel unser Wasser vor Nährstoffeinträgen zu schützen, jedoch nur wenn es klare Regelungen für eine optimale Umsetzung gibt.  

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