BUND Thüringen: Freisetzung von Arbeitern bei K+S grenzt an Erpressung

27. November 2015 | Chemie, Geschichte des BUND Thüringen

Produktionsdrosselung in Unterbreizbach betriebswirtschaftlich nicht begründbar

Erfurt. Der BUND Thüringen wirft dem Unternehmen K+S vor, die Genehmigung zur Laugenverpressung erzwingen zu wollen. Die Freisetzung von Arbeitern am thüringischen Produktionsstandort Unterbreizbach ist nach Einschätzung des BUND Thüringen betriebswirtschaftlich nicht begründbar.

„Die Freisetzung von tausenden von Arbeitern im Werk Werra grenzt an Erpressung“, sagte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Offenbar will die Unternehmensspitze von K+S Politik und Gesellschaft dazu zwingen, die Verpressung der Unternehmensabwässer im Untergrund weiter zu genehmigen, obwohl Grund- und Trinkwasser durch diese Praxis akut gefährdet werden“.

Nach Angaben von Vogel gibt es für die Produktionsdrosselung am Thüringischen Standort keinen betriebswirtschaftlichen Grund, da der Betrieb nach eigenen Angaben von K+S seit 2014 abwasserfrei produziert.

„Es ist ein durchsichtiges Manöver, wenn die Unternehmensleitung von K+S Mitarbeiter am Standort Unterbreizbach freisetzt, obwohl dieser Betrieb überhaupt nicht auf die Verlängerung der Versenkgenehmigung angewiesen ist. Damit soll die Verantwortung für den Verlust von Arbeitsplätzen auf die Thüringer Landesregierung abgewälzt werden, obwohl diese ausschließlich beim Unternehmen liegt“, so Vogel weiter.

Nach Angaben des BUND Thüringen steht das Unternehmen wirtschaftlich glänzend dar. Im Jahr 2014 habe der Gewinn bei 367 Millionen Euro gelegen. Bereits im ersten Halbjahr 2015 habe das Unternehmen unterm Strich 317 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Darüber hinaus habe das Unternehmen in seiner eigenen Strategie bereits im Jahr 2009 erklärt, bis spätestens im Jahr 2015 die Versenkung von Salzabwässern beenden zu wollen.

„Die Rücksichtslosigkeit, mit der die Unternehmensspitze von K+S seine Strategie der Gewinnmaximierung auf Kosten der Umwelt, der Arbeitnehmer und der Gesellschaft vorantreibt, ist wohl beispiellos in Deutschland“, so Vogel. Er forderte die Politik auf, sich durch die erpresserischen Taktiken von K+S nicht einschüchtern zu lassen:

„Die Gesundheit der Bevölkerung und der Schutz unserer Umwelt dürfen nicht den kurzfristigen Gewinninteressen dieses Einzelunternehmens geopfert werden“, sagte Vogel. 

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