Landesverband Thüringen e.V.

BUND Thüringen kritisiert Genehmigung der Schweinefabrik in Alkersleben - Landwirtschaftsministerium vor Lobby für industrielle Massentierhaltung eingeknickt

03. April 2009 | Chemie, BUND

Erfurt. Der BUND Thüringen kritisiert die Genehmigung der Schweinefabrik in Alkersleben als bürgerfremde Fehlentscheidung. Nach Einschätzung des Verbandes wird mit der Entscheidung der Ausbau der tierquälerischen Massentierhaltung in Thüringen weiter zementiert. „Die Genehmigung der Anlage war von Anfang an politisch gewollt“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Unter dem Deckmantel bürokratischer Sachzwänge hat sich das Thüringer Landesverwaltungsamt über die 1.800 Einwendungen, mehr als 2000 Unterschriften und massive Proteste der umliegenden Kommunen, Vereine und Industriebetriebe einfach hinweggesetzt.“

Vogel kritisierte, dass die zuständigen Behörden den holländischen Investor von Anfang an dabei unterstützt hätten, die Anlage zur Massentierhaltung genehmigungsfähig zu machen. So habe das zuständige Landwirtschaftsamt zur Anhörung ein umfangreiches Gutachten präsentiert, mit dem der Nachweis für die „Entsorgung“ der 34 Mio. Liter Gülle jährlich auf den umliegenden Feldern der Region geführt worden sei. Das Gutachten habe die Behörde im Interesse des Antragstellers und für diesen kostenfrei erstellt.

Nach Angaben des BUND Thüringen sind neben der genehmigten Anlage in Alkersleben weitere Schweinefabriken in Thüringen geplant. Darunter eine Anlage in Immenrode mit 15.000 Schweinen, eine Anlage in Oldisleben mit 25.000 Schweinen und eine Anlage in Altenburg mit ca. 4.500 Schweinen. Außerdem sei eine Anlage in Allstedt in Sachsen-Anhalt unmittelbar an der Landesgrenze zu Thüringen mit 80.000 Schweinen geplant.

Für die Menschen in Thüringen sei der Ausbau der Schweineindustrie mit erheblichen Belastungen durch Stallabluft und Gülle verbunden. Zehntausende von Tieren müssten außerdem unter den tierquälerischen Haltungsbedingungen leiden. Die Situation der ohnehin durch landwirtschaftliche Einträge stark belasteten Grundwasserköper werde sich durch die Entsorgung von Millionen Litern überschüssiger Gülle weiter verschärfen.

Vogel verwies auch auf die globalen Auswirkungen, welche mit dem Ausbau der Schweineindustrie in Thüringen verbunden seien. In Deutschland werde heute schon zu viel Schweinefleisch produziert. Deutschland sei Europameister im Schweinefleischexport. Das hier erzeugte Billigstfleisch lande mit staatlichen Subventionen auf Märkten in Entwicklungsländern und verderbe dort die Preise. Das treibe die Menschen in Hunger und Armut.  „Wer hier Schweinefabriken genehmigt trägt Mitverantwortung für die Zerstörung der regionalen Landwirtschaft in den Entwicklungsländern“, erklärte Vogel. 

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