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Landesverband Thüringen e.V.

„Drei in einem Boot“ an der Werra - Kanuprojekt von Landessportbund und BUND gestartet

01. April 2010 | BUND

Meiningen. „Miteinander Reden“ war das Credo einer Auftaktveranstaltung zum Kanusport und Kanutourismus auf der Werra am vergangenen Montag in Meiningen. Ziel des Projektes ist es, die unterschiedlichen Nutzungsansprüche an den Fluss so unter einen Hut zu bringen, dass das Ökosystem nicht übernutzt und gestört wird.

Angler wollen ungestört ihrem Hobby nachgehen und brauchen Ruhezonen für laichende Fische, damit sich diese reproduzieren können. Kanutouristik-Anbieter wollen den Durchsatz steigern, schließlich leben sie von den Touristen. Kanu- und Seesportler nutzen die Werra zur Sportausübung. Andererseits steht die Werra von der Quelle bis Treffurt als NATURA 2000-Gebiet unter dem besonderen Schutz europäischer Naturschutzgesetze, beherbergt sie doch eine ganze Reihe seltener Tiere und Pflanzen. Da bleiben Konflikte nicht aus.

An dieser Stelle will der organisierte Sport zum Mittler werden. Vom Landessportbund Thüringen (LSB) wurde das Projekt „Sport, Tourismus und Naturschutz: Drei in einem Boot“ ins Leben gerufen. Durchgeführt wird es vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Thüringen e.V. (BUND) mit seinem „Büro am Fluss“ in Meiningen. Weitere Hilfe und Unterstützung erfolgt über die Thüringer Sportorganisation, besonders die ansässigen Wassersportvereine, aber auch der Thüringer Kanuverband und der Thüringer Seesportverband unterstützen dieses Projekt.

Zur Auftaktveranstaltung machte Mario Brömel, Kanutouristik-Anbieter an der Saale und Mitglied der Bundesvereinigung Kanutouristik (BKT), in seinem einführenden Referat schnell klar, dass es nur gemeinsam geht. „Indem sich der Naturschutz für die Erhaltung eines intakten Lebensraumes einsetzt, schafft und erhält er auch die Voraussetzungen für die Touristen und Sportler, die dieses Naturerleben ja suchen.“

„Deshalb wollen wir im Rahmen eines Workshops gemeinsam mit den Sportlern, den touristischen Anbietern, den Anglern und Naturschützern an der Aufstellung von Verhaltensregeln für den Bootstourismus auf der Werra arbeiten.“ , ergänzt Thomas Wey vom BUND.
Außerdem sollen Informationen zu den konkreten naturschutzfachlichen und räumlichen Verhältnissen in den einzelnen Werra-Abschnitten vermittelt werden. Ein „Naturführer Lebendige Werra“ samt Karte der Naturschutzgebiete am Fluss soll dazu entstehen. Und mit einem Untersuchungskoffer für junge Forscher können künftig Projekttage von Schulen an der Werra unterstützt werden.

Bei dem Treffen in Meiningen herrschte schnell Einigkeit darüber, die skizzierten Projektbausteine gemeinsam anzugehen. Als nächster Schritt ist ein Workshop Ende April geplant, wo gemeinsam Verhaltensregeln für das Fahren auf der Werra entwickelt werden sollen. Darüber hinaus soll eine Situationsanalyse für eine bessere Koordination und Entwicklung der verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten sorgen.

Tags darauf traf sich eine ähnliche Runde im Vereinshaus des Wassersportvereins in Mihla, die den Werra-Abschnitt im Wartburgkreis unter ihre Fittiche nehmen will und kam zu vergleichbaren Ergebnissen. Dort spielt zusätzlich das Problem der Vermüllung der Werra durch unvernünftige Zeitgenossen eine besondere Rolle.

Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Naturstiftung David und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) aus Mitteln des DBU-Schwerpunktes „Sport und Umwelt“. „Darüber hinaus bringen wir erhebliche Eigenmittel mit, was die Bedeutung unterstreicht,  die wir dem naturgemäßen Tourismus und Sport auf der Werra beimessen.“, erklärt Thomas Wey das Engagement des Umweltverbandes BUND. 

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