Landesverband Thüringen e.V.

Ehrenamtlich auf den Spuren der Wildkatze

05. Dezember 2016 | Wildkatze, Naturschutz

BUND-Projekt zeigt große Begeisterung für die Natur vor der eigenen Haustür

Erfurt. Anlässlich des Internationalen Tag des Ehrenamts betont der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die große Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement für den Schutz der Natur. „Am Beispiel unserer Arbeit für die Europäische Wildkatze wird deutlich, dass gemeinsam mit Ehrenamtlichen im Naturschutz neue Wege offen stehen“, betont Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Über 750 Ehrenamtliche aus ganz Deutschland haben allein in den letzten fünf Jahren in einem BUND-Forschungsprojekt geholfen, den Schutz der Europäischen Wildkatze nachhaltig voranzubringen.“

Forschungsprojekt von Wissenschaft und Bürgern
Im Rahmen des Projekts „Wildkatzensprung“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird, wurde wissenschaftlich untersucht, in welchen Regionen die Wildkatze in Deutschland vorkommt. In Thüringen wurde vor allem im Hainich, in der Rhön und im Landkreis Greiz intensiv nach den scheuen Tieren gefahndet. Neben Mitarbeitern der Naturschutzverwaltungen und von ThüringenForst haben unzählige ehrenamtliche Helfer sich wissenschaftlich geschult einmal die Woche auf die Spur der Wildkatze gemacht. Sie haben die Lockstöcke, mit deren Hilfe Wildkatzen-Haarproben gewonnen wurden, an festgelegten Orten aufgestellt und mit Baldrian präpariert. Der Geruch zog vorbeistreifende Katzen an, die sich am Stock rieben und Haare hinterließen. Die ehrenamtlichen Helfer haben die Proben anschließend wieder sorgfältig abgesammelt und dokumentiert, damit sie im Forschungsinstitut Senckenberg genetisch analysiert werden konnten. „Entstanden ist eine weltweit einzigartige Gendatenbank – ein  bedeutender Wissensschatz zu einer bedrohten Tierart“, erklärt Thomas Mölich, Wildkatzenexperte des BUND Thüringen. „Eine Teilnahme von so vielen Ehrenamtlichen an einer wissenschaftlichen Studie dieser fachlichen Tiefe ist auch für den BUND etwas ganz besonders – Bürgerwissenschaften im besten Sinne.“ Dabei hatte sich gezeigt, dass in der Rhön wieder etwa halb so viele Wildkatzen leben wie im ausgezeichneten Wildkatzenlebensraum Hainich, jedoch auch, dass die Wildkatze in Südostthüringen noch nicht wieder Fuß gefasst hat.

Begeisterung am Natur-Erleben und an der Wissenschaft
Das Erlebnis der Natur vor der eigenen Haustür, das Mitmachen an einem sinnvollen Projekt und das Zusammenwirken mit vielen anderen Interessierten hat den Ausschlag gegeben, dass im Projekt „Wildkatzensprung“ eine solche enge und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen gelang. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zur Motivation von Ehrenamtlichen im Naturschutz, die der BUND in den kommenden Wochen veröffentlichen wird. „Natur erleben und Natur schützen – das gehört zusammen“, betont Ron Hoffmann. „Mit diesem Projekt konnten wir Erlebnisse und Fachwissen zur Natur vermitteln, das die Menschen nicht nur begeistert, sondern sie darin bestärkt, mitzudiskutieren.“   

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