BUND Thüringen fordert K+S auf, an angekündigtem Ende der Prozesswassereinleitung festzuhalten
Anlässlich des Besuchs von Ministerpräsident Mario Voigt am K+S-Standort Unterbreizbach fordert der BUND Thüringen von K+S und der Landesregierung eine verlässliche Sanierungsperspektive für die Werra. Während über die langfristige Zukunft des Kalibergbaus und eine deutliche Verlängerung der Rohsalzgewinnung in Thüringen gesprochen wird, stellt das Unternehmen ein wichtiges Ziel für den Gewässerschutz wieder infrage: Noch 2021 hatte K+S angekündigt, ab 2028 keine Prozesswässer aus der Kaliproduktion mehr in die Werra einzuleiten. Inzwischen plant das Unternehmen Einleitungen über 2027 hinaus.
Dazu erklärt Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen:
„K+S darf beim Gewässerschutz nicht weiter auf Zeit spielen, sondern muss die Salzeinleitungen aus der Rohsalzgewinnung auch bei der anstehende neuen Bewirtschaftungsplanung konsequent weiter verringern. Wer den Kalibergbau langfristig fortsetzen will, muss auch Verantwortung für die damit verbundenen Umweltfolgen übernehmen. Die Werra zahlt seit Jahrzehnten einen hohen Preis. Auf weiten Strecken hat die hohe Salzbelastung den Charakter des Flusses grundlegend verändert, zahlreiche Arten sind verschwunden und das Ökosystem ist massiv geschädigt.
K+S hat öffentlich zugesagt, ab 2028 keine Prozesswässer aus der Kaliproduktion mehr in die Werra einzuleiten. Dass das Unternehmen dieses Ziel jetzt aufkündigt und weitere Einleitungen über 2027 hinaus plant, ist ein fatales Signal für den Gewässerschutz. Die Salzbelastung der Werra muss weiter sinken, und Produktionsabwässer gehören nicht mehr in den Fluss. Das muss für die kommende Bewirtschaftungsperiode der Maßstab sein.
Ministerpräsident Voigt hat bei seinem Besuch angekündigt, die Belastungen für Werra und Weser weiter verringern zu wollen. Der BUND Thüringen begrüßt das ausdrücklich. Wir erwarten deshalb auch von der Thüringer Landesregierung, dass sie sich bei der laufenden Abstimmung um den Bewirtschaftungsplan für stetig abnehmende Salzeinleitungen einsetzt.“
Hintergrund
Die Einleitung der Salzabwässer in Werra und Weser richtet sich nach dem aktuellen Bewirtschaftungsplan Salz 2021–2027. Ende 2027 tritt ein neuer Bewirtschaftungsplan Salz in Kraft. Die Bewirtschaftungspläne werden von den Bundesländern mit Anteilen am Einzugsgebiet der Weser ausgearbeitet. Die Bundesländer stimmen sich dazu in der Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Weser zwar mit K+S ab, legen dann aber Zielwerte für die Salzeinleitung fest, an die alle Genehmigungsbehörden bei Anträgen zur Salzeinleitung gebunden sind.
Mit der aktuellen Bewirtschaftungsperiode endet auch die bisherige Genehmigung zur Salzeinleitung. Die dann notwendige neue Genehmigung muss die neuen Zielwerte der Bewirtschaftungsplanung 2027–2033 berücksichtigen.
Aus Sicht des BUND muss die Salzbelastung der Werra weiter konsequent reduziert werden. Kurzfristig müssen dafür verstärkt Salzabwässer in ausgebeuteten Kalibergwerken in Niedersachsen eingestapelt werden. Langfristig braucht es eine konsequente Abdeckung der bestehenden Halden und den Verzicht auf weitere Haldenerweiterungen.
Pressekontakt:
Kerstin Neumann | Christina Eberhardt, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 361 5550314; Mobil: 0176 13338510 oder 0176 13338564, presse(at)bund-thueringen.de
Jetzt die Versalzung der Werra stoppen!
Der BUND setzt sich mit ihrer Hilfe und weiteren Akteuren dafür ein, dass Weser und Werra wieder zu artenreichen Süßwasser-Ökosystemen werden und die Grundwasserverschmutzung durch die Einleitung von Salzabwässern aufhört.


