Im 10. Jahr nach Grenzöffnung endlich Hoffnung für das Grüne Band

15. April 1999 | Grünes Band, Naturschutz, Lebensräume

BUND Thüringen begrüßt Schutzkonzeption von Umweltminister Sklenar

Als Meilenstein des Naturschutzes in Thüringen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen (BUND Thüringen) die heute von Umweltminister Dr. Sklenar vorgestellte Schutzkonzeption für das Grüne Band begrüßt. Damit sei, so der BUND, in Thüringen der Weg zu einer endgültigen Sicherung der ökologisch kostbaren und längsten Biotop-Perlenkette Deutschlands eingeleitet.

„Der BUND hat in den vergangenen Jahren immer wieder den Schutz des Grünen Bandes gefordert. Es freut uns, daß damit jetzt Ernst gemacht wird. So kann tatsachlich noch aus dem ehemaligen Todesstreifen eine geschützte ökologische Lebenslinie werden“, meint Ralf-Uwe Beck, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. Das Projekt vermittle den Eindruck modernen Managements. Damit bestünde nunmehr die Chance, das Grüne Band als Lebensraum hunderter bedrohter Pflanzen- und Tierarten, aber auch als „Mahnmal gegen das Vergessen“ zu erhalten.

Mehr als 80% des Grünen Bandes seien nach einer länderübergreifenden Luftbild-Analyse des BUND noch erhalten. „Das Konzept ist so angelegt, daß Probleme bei der Flächensicherung und Koordinierung der Flächennutzung durch eine konstruktive Zusammenarbeit von Naturschutzbehörden, Umweltverbänden und den Betroffenen vor Ort gelöst werden können“, würdigt Frank Henkel, stellvertretender Vorsitzender des BUND Thüringen. Der Dialog mit der Landwirtschaft sei dabei besonders wichtig.

Bereits in den letzten Monaten sei es durch die Konstituierung einer ministeriellen Projektgruppe gelungen, wieder Hoffnung für das „Naturschutzprojekt Deutsche Einheit“ zu wecken. Mit dem erfolgreich angelaufenen länderübergreifenden Pilotprojekt Steinachtal/Linder Ebene, dessen zentraler Bestandteil ein Grenzabschnitt im Landkreis Sonneberg bilde, seien dem Projekt bereits sichtbare Konturen verliehen worden.

Positiv wertet der BUND Thüringen auch den Beschluß der Bundesregierung, keine bundeseigenen Naturschutzflächen mehr aus dem Grünen Band auf dem freien Grundstücksmarkt zu veräußern. Gerade hiergegen hatte der BUND immer wieder protestiert. Der BUND werde sich auch weiterhin für das Grüne Band engagieren und, wo dies notwendig ist, auch Flächen an besonders wertvollen Standorten ankaufen. Bei einer Rettungsaktion des BUND Bundesverbandes im vergangenen Jahr waren Spenden in Hohe von mehr als 300.000 DM zusammengekommen. 

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