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Landesverband Thüringen e.V.

Leistungen für Natur- und Umweltschutz honorieren und regionale Märkte stärken – BUND richtet sich mit klaren Forderungen an Agrarminister Hoff

05. Mai 2020 | Massentierhaltung, Landwirtschaft

Erfurt. Am 07. und 08. Mai finden sich Vertreterinnen und Vertreter der Länder und der Bundesregierung zur digitalen Agrarministerkonferenz zusammen. Auf der Tagesordnung steht allen voran die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP). Der BUND Thüringen fordert Landwirtschaftsminister Hoff auf, sich für eine angemessene Honorierung von Leistungen für den Natur- und Umweltschutz einzusetzen und regionale Märkte zu stärken.

„Jetzt bietet sich die Chance, die Agrarpolitik auf Umweltschutz, biologische Vielfalt und Tierschutz sowie auf eine wirtschaftliche Perspektive für bäuerliche Betriebe und ländliche Gemeinschaften auszurichten“, erklärt Ron Hoffmann, Vorsitzender des BUND Thüringen. „Die Ausgestaltung der Förderinstrumente der GAP hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie sich Agrarstruktur und Tierwohl in Thüringen entwickeln.“

Aktuell erhielten laut Aussage des Verbandes EU-weit 20 Prozent der Betriebe 80 Prozent der Gelder als „pauschale Flächenprämie“. Mit sogenannten „Eco-Schemes“ sollen in Zukunft auch Leistungen für den Umwelt- und Naturschutz honoriert werden. Wie viel hoch das Fördervolumen dafür ausfallen soll, sei jedoch noch offen. 

Hoffmann: „Wir fordern mehr öffentliches Geld für öffentliche Leistungen. Bäuerinnen und Bauern müssen angemessen dafür gewürdigt werden, wenn sie Natur- und Klimaschutzmaßnahmen über die gesetzlichen Standards hinaus umsetzen. Die dafür ins Leben gerufenen Eco-Schemes sind mit einem Mindestbudget von anfangs 30 Prozent des Fördervolumens auszustatten und dann jährlich zu steigern. Nur so kann die ökologische Landwirtschaft in Zukunft konkurrenzfähig werden.“

Wettbewerbsfähig könnten Thüringer Agrarbetriebe aber nur dann werden, wenn sie statt für die Weltmarktproduktion wieder stärker auf regionale Märkte ausgerichtet werden. In der aktuellen Corona-Krise zeige sich, wie anfällig die landwirtschaftlichen Produktionssysteme im Freistaat sind. Gerade Exportprodukte wie Milch und Fleisch würden auf dem Weltmarkt nicht mehr so stark nachgefragt. 

„Profitieren müssen die bäuerlichen Betriebe vor Ort“, so Hoffmann. „Fördergelder sollten in Zukunft vor allem in regionale und lokale Wirtschaftskreisläufe fließen. Dazu hat sich die Landesregierung bereits in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie verpflichtet. Das Versprechen gilt es jetzt umzusetzen. Wir brauchen eine Landwirtschaft, die die Thüringer Bevölkerung mit gesunden und naturschutzgerechten Nahrungsmitteln versorgen kann.“

Auch die Tierhaltung müsse laut BUND Thüringen einen Beitrag dazu leisten, sich unabhängiger vom Weltmarkt zu machen. Dafür ist die Anzahl der Tiere so umzubauen, dass sie in Zukunft mit eigener Futtergrundlage versorgt kann. So könnten auch die massiven Auswirkungen des Anbaus von Futterlieferant Soja auf Klima und Artenvielfalt reduziert werden.

Hoffmann richtet sich mit einer klaren Forderung an Landwirtschaftsminister Hoff: „Jetzt sind die Agrarministerinnen und Agrarminister an der Reihe, den Umbau hin zu einer klima- und umweltverträglicheren Landwirtschaft voranzubringen, die mehr Raum für Natur schafft und das Tierwohl angemessen berücksichtigt.“

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