Luchs Thüringen: Thüringen wird zum Schlüsselgebiet für die Rückkehr des Luchses nach Mitteldeutschland

15. Dezember 2025 | Naturschutz

Luchs Viorel bei seiner Auswilderung im Thüringer Wald im Mai 2024  (Max Kesberger/Luchs Thüringen)

Der Luchs kehrt zurück und Thüringen spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Mindestens sieben Luchse leben inzwischen dauerhaft im Thüringer Wald, hinzu kommen stabile Vorkommen im Eichsfeld. Damit entwickelt sich Thüringen zu einem zentralen Vernetzungssraum zwischen den Luchsvorkommen in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Das Projekt „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ trägt mit Auswilderungen, Monitoring, dem Koordinationsgehege im BUND Wildkatzendorf Hütscheroda und Bildungsarbeit entscheidend zu dieser Entwicklung bei.

2025 zeigte eindrucksvoll, wie dynamisch sich die Population in Thüringen entwickelt: erfolgreiche Auswilderungen, Hinweise auf Reproduktionen und zahlreiche Fotofallennachweise belegen, dass der Luchs in Thüringen zunehmend Fuß fasst.

Seit Projektbeginn im Januar 2024 wurden insgesamt sechs Luchse im Thüringer Wald ausgewildert, zwei davon im Jahr 2025. Im April kam der aus den rumänischen Karpaten stammende Kuder Ionel hinzu, der sich seither zwischen Ilmenau, Großbreitenbach und Schmiedefeld bewegt. Ende August folgte der einjährige Luchs Carlo aus dem Zoo Karlsruhe, dessen Bewegungsdaten bislang weiträumige Streifzüge ohne feste Revierbildung zeigen. Die 2024 ausgewilderten Tiere Frieda, Viorel und Kilian haben inzwischen stabile Streifgebiete aufgebaut. Die Schweizer Luchsin Vreni hingegen konnte seit dem Ausfall ihres Senders im Dezember 2024 nicht mehr nachgewiesen werden.

Besonders erfreulich waren 2025 zwei Nachweise von Luchsnachwuchs im Thüringer Wald. Ende Juli dokumentierte eine Fotofalle des BUND bei Sachsenbrunn eine Luchsin mit mindestens zwei Jungtieren. Es handelt sich um dasselbe Weibchen, das bereits 2024 Nachwuchs führte und wahrscheinlich aus Nordbayern eingewandert ist. Ein weiterer Hinweis gelang Ende Oktober im Raum Ilmenau. Vermutlich ist auch diese Luchsin aus dem benachbarten Nordbayern eingewandert – ein direktes Ergebnis der Auswilderungsbemühungen in Thüringen und Bayern, ohne die eine selbsttragende Entwicklung bislang nicht möglich wäre.

Auch im Eichsfeld wurde in diesem Jahr erneut Luchsnachwuchs bestätigt, vermutlich ebenfalls von zwei Weibchen. Besonders erfreulich hier: Der gemeinsam mit Forschenden der Universität Göttingen bereits seit sieben Jahren intensiv untersuchte Luchsbestand dehnt sich allmählich nach Süden aus.   

Neben Auswilderung und Monitoring wurde 2025 auch die Umweltbildung weiter ausgebaut. Das Projekt startete neue Angebote für Grundschulen, die auf große Resonanz stießen und das Thema Luchs einem jüngeren Publikum näherbringen.

Mit weiteren Auswilderungen, einem kontinuierlichen Monitoring und der engen Zusammenarbeit mit allen Projektpartnern sowie den Kolleginnen und Kollegen aus Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wird das Projekt „Luchs Thüringen“ auch im kommenden Jahr wichtige Meilensteine setzen und entscheidende Erkenntnisse für den Aufbau einer stabilen, vernetzten Luchspopulation liefern.

Aktuelle Informationen unter: www.luchs-thueringen.de

Hintergrund
„Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von BUND, WWF, ThüringenForst, dem Wildkatzendorf Hütscheroda, dem Landesjagdverband Thüringen, dem UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, dem Naturpark Thüringer Wald, der Georg-August-Universität Göttingen sowie der rumänischen Projektpartner ACDB und Romsilva. Das Projekt ist Teil des europäischen Luchsexperten-Netzwerks Linking Lynx, das sich dem Erhalt und der Vernetzung der Luchspopulationen Mitteleuropas verschrieben hat. Ziel ist es, durch gezielte Auswilderungen und die Vernetzung bestehender Populationen eine stabile und eigenständige Luchspopulation in Mitteleuropa aufzubauen. Viele der im Thüringer Wald ausgewilderten Luchse stammen aus dem Erhaltungszuchtprogramm der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA).

Das Projekt wird im Programm „Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“ umgesetzt und Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten gefördert. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Freistaats Thüringen sowie aus ENL-Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

Pressekontakt:
Anne Werner | Kerstin Neumann, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 361 5550314; Mobil: 0176 13338564 oder 0176 13338510, presse(at)bund.net

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