Landesverband Thüringen e.V.

Menschen in ganz Thüringen gehen für mehr Klimaschutz auf die Straße – BUND Thüringen richtet sich mit konkreten Forderungen an die Landesregierung

25. September 2020 | Klimawandel

 (Benjamin Melzer)

Erfurt. Heute gehen der BUND Thüringen und seine Jugendorganisation BUNDjugend gemeinsam mit Fridays for Future und einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis aus Umwelt-, Entwicklungs-, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden aus ganz Thüringen auf die Straße. Ihr Ziel: mehr Klimaschutz auf Bundes- und Landesebene. Konkret fordert der Verband einen „Masterplan Klimaschutz“, mit jährlich verbindlichen Reduktionszielen für Treibhausgase und daraus abzuleitenden Maßnahmen.

Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen: „Die Thüringer Landesregierung muss jetzt in die Zukunft des Freistaats investieren. Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit müssen die Eckpfeiler aller Investitionen bilden. Dazu gilt es einen ‚Masterplan Klimaschutz‘ auf den Weg zu bringen. Dieser muss sowohl konkrete Ziele und Maßnahmen für die Reduktion von Treibhausgasen beinhalten als auch deren Wirksamkeit regelmäßig überprüfen. “

Als konkrete Maßnahme fordert der Verband unter anderem die Einführung einer solaren Baupflicht. Hoffmann: „In Zukunft muss jedes Thüringer Dach für die Gewinnung von Sonnenenergie genutzt werden. Nur so können wir die Energiewende wieder auf Kurs bringen.“ Energie klimafreundlich zu produzieren reiche allerdings nicht aus. „Wir müssen gleichzeitig alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Energie einzusparen. Das größte Potenzial dafür bietet die Gebäudesanierung. Im privaten Bereich braucht es dafür mehr finanzielle Unterstützung. Der Fokus muss auf natürlichen Baustoffen liegen.“

Während klimafreundliche Förderprogramm in Zukunft aufgestockt werden sollten, gelte es, umweltschädliche Subventionen abzubauen. Hoffmann: „Investitionen in den Regionalflughafen Erfurt-Weimar sind keine Investitionen in die Zukunft und deshalb schnellstmöglich einzustellen.“ Eine aktuelle Studie des BUND in Zusammenarbeit mit dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft kam im August zu dem Ergebnis, dass der Regionalflughafen keinen verkehrspolitischen Nutzen aufweise, sondern die Klimakrise mit dem zusätzlichen Angebot von Flugmöglichkeiten nur noch weiter anheize.

Stattdessen fordert der BUND Thüringen die Thüringer Landesregierung auf, ihre Hausaufgaben zu machen und die Anbindung des ländlichen Raumes an den Öffentlichen Nahverkehr voranzubringen. „Wir brauchen endlich eine Mobilitätsgarantie für alle Thüringen Bürgerinnen und Bürger. Dafür benötigen wir einen ThüringenTakt nach Schweizer Vorbild mit einer halbstündlichen Anbindung für alle Ortschaften im Freistaat. Nur so lassen sich klimaschädliche Treibhausgase aus dem Verkehr effektiv reduzieren.“

„Jetzt ist die Thüringer Landesregierung am Zug, mit ihrem Konjunkturprogramm die Basis für die sozial-ökologischer Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft zu legen“, so Hoffmann. „Uns bietet sich Chance, konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz auf den Weg bringen, von denen auch unsere Enkel profitieren. Diese gilt es, zu nutzen. Das Prinzip der Nachhaltigkeit muss endlich zur Maxime jedes Handelns werden, um die Interessen zukünftiger Generationen zu wahren.“

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