PFAS im Grundwasser? BUND Thüringen startet in Saalfeld mit Trinkwasserressourcen-Tests mit Bundestagsabgeordneten

20. August 2025 | Flüsse & Gewässer, Chemie, Ressourcen & Technik

Entnahme einer Wasserprobe im Dürerpark in Saalfeld. V.l.n.r.: Steffen Post (Vorsitzender BUND-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt), Diana Herbstreuth, Mitglied des Deutschen Bundestags), Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen  (Anne Werner/BUND Thüringen)

Der BUND Thüringen startete heute, am 20. August, mit den Entnahmen von Wasserproben, um das Thüringer Grundwasser auf sogenannte Ewigkeitschemikalien (PFAS) testen zu lassen. Dazu trifft sich der Umweltverband mit Thüringer Bundestagsabgeordneten in ihrem jeweiligen Wahlkreis, um sich über den Grundwasserstress in Thüringen und Deutschland sowie weitere umweltpolitische Themen auszutauschen und eine Wasserprobe zu entnehmen.

Die erste Wasserprobe wurde heute gemeinsam mit der Thüringer Bundestagsabgeordneten Diana Herbstreuth (CDU) und dem BUND-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt in Saalfeld entnommen. In einem gemeinsamen Gespräch erläuterte der Umwelt- und Naturschutzverband die kürzlich vom BUND veröffentlichte Grundwasser-Studie, die zeigt: In jedem zweiten Landkreis in Deutschland herrscht Grundwasserstress. Dieser entsteht, wenn so viel Grundwasser entnommen wird oder sich durch die Klimakrise weniger neu bildet, dass abhängige Ökosysteme Schaden nehmen können.

Doch nicht nur Dürren und Wasserentnahmen setzen unserem Grundwasser zu, sondern auch Chemikalien. Gemeinsam mit Politikerinnen und Politikern vor Ort entnimmt der BUND Thüringen deshalb Proben von Trinkwasserressourcen, lässt diese auf Ewigkeitschemikalien (PFAS) testen und möchte auf diese Weise einen Austausch über Lösungsansätze anregen.

„Ewigkeitschemikalien sind eine schleichende Gefahr, weil sie unsichtbar sind und trotzdem erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit haben. Daher möchten wir mit unseren Gesprächen vor Ort für den Schutz unseres Grundwassers sensibilisieren, so Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

„Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Diese wertvolle Ressource zu schützen, ist unsere gemeinsame Pflicht. Dafür braucht es Lösungen, die wir mit Industrie, Wirtschaft und Landwirtschaft entwickeln und die wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern tragen. Denn nur wenn wir alle eingebunden sind, finden Maßnahmen die nötige Akzeptanz und können dauerhaft wirken“, sagt dazu Diana Herbstreuth, Mitglied des Deutschen Bundestags.

„Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist zwar noch nicht von Grundwasserstress betroffen –wie viele andere Thüringer Landkreise – aber auch wir müssen Maßnahmen ergreifen, um unsere Lebensgrundlage vorbeugend zu schützen“, so Steffen Post, Vorsitzender des BUND-Kreisverbands Saalfeld-Rudolstadt.

Die Ergebnisse aller entnommenen Grundwasserproben in Deutschland werden im Herbst dieses Jahres veröffentlicht.

Pressebild: Entnahme einer Wasserprobe im Dürerpark in Saalfeld. V.l.n.r.: Steffen Post (Vorsitzender BUND-Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt), Diana Herbstreuth (Mitglied des Deutschen Bundestags), Sebastian König (Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen)
Copyright: Anne Werner/BUND Thüringen

Hintergrund:

Unsere Wasserressourcen sind in Gefahr. Auch unsere Trinkwasserressourcen sind multiplem Stress ausgesetzt: so sinken etwa unsere Grundwasserspiegel und die Schadstoffbelastungen steigen. Im Rahmen des Schwerpunkts Wasser/Ressourcenwende möchte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Wasserproben mit Bundestagsabgeordneten, Landesminister*innen und anderen wichtigen Akteuren nehmen. Die Wasserproben stammen aus Trinkwasser-Ressourcen (Leitungswasser, Grundwasser oder ggf. Oberflächenwasser) und werden auf die Verschmutzung mit Ewigkeits-Chemikalien getestet. Ziel ist es, mit den Politikerinnen und Politikern einen Austausch anzuregen und Lösungsansätze zu diskutieren.

Mehr Informationen:

Pressekontakt:
Anne Werner | Kerstin Neumann, Tel.: 0361 5550314, Mobil: 0176 13338564 oder 0176 13338510, presse(at)bund-thueringen.de

 

 

 

 

 

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