In der Nacht zum 22. September sind in einer Mastanlage im Saale-Orla-Kreis 124 Schweine nach dem Ausfall der Stalllüftung qualvoll erstickt. Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, erklärt dazu:
„Immer wieder zeigen Vorfälle in industriellen Tierhaltungsanlagen, welche fatalen Folgen es haben kann, wenn viele Tiere auf engem Raum und nicht tiergerecht gehalten werden. Wir brauchen endlich einen konsequenten Umbau weg von der industriellen Tierhaltung: deutlich weniger Tiere, mehr Platz und Auslauf im Freien sowie generell Haltungsformen, in denen sie ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben können.
Wer diesen Umbau will, muss den landwirtschaftlichen Betrieben aber auch eine verlässliche Perspektive geben. Das Bundesprogramm Umbau der Tierhaltung vorzeitig auslaufen zu lassen, war deshalb das falsche Signal und verunsichert unsere Betriebe zusätzlich. Die nun vorgesehene Förderung über die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) muss ausreichend finanziert und langfristig abgesichert werden. Der Freistaat Thüringen ist hier ebenfalls in der Verantwortung: Er muss sich beim Bund für verlässliche Rahmenbedingungen starkmachen und gleichzeitig die Fördermöglichkeiten des Landes so ausgestalten, dass Betriebe beim Umbau zu einer tiergerechteren Haltung mit geringeren Tierzahlen wirksam unterstützt werden.
Gleichzeitig muss der konkrete Fall lückenlos aufgearbeitet werden. Wenn Lüftung, Ersatzlüftung und Alarmsystem gleichzeitig versagen, müssen die Sicherheitsvorkehrungen des Betriebs überprüft und gegebenenfalls strengere Auflagen erlassen werden.“
Der BUND Thüringen fordert:
- Industrielle Tierhaltung konsequent umbauen: Tierbestände müssen deutlich reduziert und die Haltungssysteme und Tierzahl an die verfügbare Fläche gebunden werden. Schweine brauchen mehr Platz und Möglichkeiten, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Zum Beispiel durch eingestreute Liegebereiche mit Stroh und Zugang zu Außenbereichen mit Wühlmöglichkeiten.
- Verlässliche Finanzierung sicherstellen: Landwirtschaftliche Betriebe brauchen langfristige Planungssicherheit und ausreichende finanzielle Unterstützung für den Umbau zu tiergerechteren Haltungsformen.
- Bundesförderung dauerhaft absichern: Die Förderung über die GAK muss so ausgestattet werden, dass der notwendige Umbau der Tierhaltung tatsächlich vorankommt.
- Thüringen in die Verantwortung nehmen: Der Freistaat muss die bestehenden Fördermöglichkeiten konsequent für den Umbau der Tierhaltung sowie die Reduzierung der Tierbestände nutzen und prüfen, wo eine zusätzliche Landesförderung notwendig ist.
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