Ressourcenschutz in Thüringen: Gipsabbau muss mitgedacht werden

03. November 2026 | Naturschutz, Ressourcenschutz

Anlässlich der heute (03.11.2026) stattfinden Thüringer Ressourcenkonferenz REKON begrüßt der BUND Thüringen, dass Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft stärker in den Fokus rücken. Gleichzeitig betont der Umweltverband: Wer in Thüringen über natürliche Ressourcen spricht, muss auch über den Gipsabbau sprechen. Denn Thüringen trägt für diesen Rohstoff eine besondere Verantwortung. Sein Abbau geht mit erheblichen Eingriffen in wertvolle Naturräume einher, insbesondere in alte Buchenwälder.

Dazu erklärt Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen:

„Gerade beim Gips wird deutlich, dass lineares Wirtschaften keine Zukunft hat. In Thüringen wird der Rohstoff an acht Steinbrüchen abgebaut. Rund zwölf Prozent des in Deutschland verbauten Gipses stammen aus Thüringen. Dafür opfern wir alte Buchenwälder, die Rückzugsort für seltene Pflanzen- und Tierarten sind. Irgendwann wird der letzte Gips aus der Landschaft geholt sein. Zurück bleiben zerstörte Naturräume und unwiederbringlich verlorene Lebensräume. Dabei müsste es gar nicht so weit kommen: Gips lässt sich nahezu unbegrenzt recyceln. Die technischen Möglichkeiten dafür gibt es bereits. Was fehlt, sind die notwendigen Strukturen und ein konsequentes Umdenken: mehr Sammelstellen für Gipsabfälle, bessere Aufklärung und Produkte, bei denen die Wiederverwertbarkeit bereits bei der Herstellung mitgedacht wird. Voraussetzung dafür ist der politische Wille, den Wandel voranzutreiben, statt immer neue Flächen für den Naturgipsabbau zu genehmigen. Unser Ziel: Rohstoffbedarf senken, Gips im Kreislauf halten und Thüringens wertvolle Naturräume schützen.“

Der BUND Thüringen fordert:

  • Ausstieg aus dem Gipsabbau bis 2045: Eine verbindliche Perspektive für das Ende des primären Gipsabbaus in Thüringen.
  • Echte Kreislaufwirtschaft: Gips muss konsequent wiederverwendet und recycelt werden, statt immer neue Naturflächen für den Abbau zu opfern.
  • Recyclingfähige Produkte: Bereits bei der Herstellung müssen Produkte so konzipiert werden, dass ihre Materialien am Ende der Nutzungsdauer wiederverwertet werden können.
  • Mehr Sammelstellen für Gipsabfälle: Eine flächendeckende Infrastruktur schaffen, damit Gipsabfälle nicht im Bauschutt verloren gehen.
  • Mehr Aufklärung: Verbraucherinnen und Verbraucher, Bauwirtschaft und Handwerk müssen besser über die Recyclingfähigkeit und die Möglichkeiten der Wiederverwertung von Gips informiert werden.
  • Recyclingkapazitäten ausbauen: Die Voraussetzungen schaffen, um deutlich größere Mengen an Gipsabfällen aufzubereiten und wieder in den Stoffkreislauf zurückzuführen.

 

Pressekontakt:
Kerstin Neumann | Christina Eberhardt, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 361 5550314; Mobil: 0176 13338510 oder 0176 13338564, presse(at)bund-thueringen.de 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb