Gemeinsame Pressemitteilung des BUND Thüringen und des Wildkatzendorfes Hütscheroda
BUND Thüringen und Wildkatzendorf Hütscheroda laden zur Pflanzaktion bei Gotha ein
- Nachpflanzung im Wildkatzen-Korridor zwischen südlichem Hainich und dem Krahnberg bei Gotha am Samstag, den 7. November um 10 Uhr
- Bundesweite Mitmach-Aktionen im Rahmen der Woche der Wildkatze
- Wildkatzenwälder stärken Artenvielfalt und Klimaresilienz
Metebach/Hütscheroda. Am Samstag, dem 7. November 2026, laden der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Thüringen und das Wildkatzendorf Hütscheroda in den Wildkatzen-Korridor bei Gotha zu einer Nachpflanzaktion ein. Weißdorn, Haselnuss, Hundsrose und Schwarzer Holunder sollen den Waldverbund für Wildkatze und Co. weiter verbessern.
Entlang des Wildkatzenwegeplans (siehe www.wildkatzenwegeplan.de) vernetzte der BUND in den letzten Jahrzenten die Lebensräume für die Europäische Wildkatze (Felis silvestris), so auch zwischen dem südlichen Hainich/Kindel und dem Krahnberg bei Gotha. Nicht alle gepflanzten Bäume haben es über die vielen trockenen Sommermonate geschafft. So wird gemeinsam im Rahmen des Projektes „Wildkatzenwälder von morgen“, gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt, nachgepflanzt. Ein Schüler der Staatlichen Grundschule Behringen „Am Hainich“ wird symbolisch für alle bisher gepflanzten Bäume und Sträucher in dem Projekt einen Weißdornstrauch als Setzling Nr. 40.000. pflanzen.
Thomas Mölich, BUND-Wildkatzenkoordinator ordnet die Zahl für Thüringen ein und erklärt: „Jeder gepflanzte Baum und Strauch ist ein Beitrag zur Lebensraumverbesserung für die Wildkatze und andere Arten. In Thüringen engagieren wir uns seit 30 Jahren für die Wildkatze und setzen dabei auf vier Naturschutz-Säulen: die systematische Erfassung der Wildkatzenbestände, die Entwicklung eines so genannten ‚Wildkatzenwegeplans‘ als Planungsgrundlage für den Verbund von Waldlebensräumen, Aufklärungsarbeit und Umweltbildung im Wildkatzendorf Hütscheroda sowie die Vernetzung von Lebensräumen durch Grüne Korridore. In Zahlen heißt das konkret: Wir haben Wanderwege für Wildkatzen auf rund 200 Kilometern vom Südharz im Norden bis Süd-Ost-Thüringen verbessert. Über verschiedene Projekte zählen wir über 81.000 Setzlinge, die in Thüringen bislang gepflanzt wurden. All das ist nur dank der Unterstützung vieler Freiwilliger und verlässlicher Partner wie Gemeinden und Forstämtern möglich“, so Mölich.
Die erforderliche Nachpflanzaktion verdeutlicht es: „Im Zuge des fortschreitenden Klimawandels und des notwendigen Biotopverbundes werden wir uns auch in Zukunft weiter für die Lebensraumvernetzung der Wildkatze stark machen. Mit dem Wildkatzendorf Hütscheroda hat der BUND einen hervorragenden Ort geschaffen, um über die heimischen Katzenarten Wildkatze und Luchs, über das Rettungsnetz Wildkatze und ihren Lebensraum Wald anschaulich zu informieren“, betont Dr. Katrin Vogel, Geschäftsführerin der Wildtierland Hainich gGmbH.
Bei der Aktion helfen Schülerinnen und Schüler der Grundschule „Am Hainich“ aus Behringen, Freiwillige aus Bildungseinrichtungen des Diakonischen Bildungsinstituts (dbi) Johannes Falk, Mitglieder vom BUND Thüringen (Kreisgruppe Gotha und Schmalkalden-Meiningen) und Bundesfreiwillige aus dem BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda. Als Dankeschön erhalten alle Helfenden im Anschluss einen Imbiss im BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda und eine individuelle Schaufütterung.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der „Woche der Wildkatze“ statt. Sie ist Teil des im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministerium geförderten Projektes „Wildkatzenwälder von morgen“.
Weitere Veranstaltungen in der „Woche der Wildkatze“ im Wildkatzendorf Hütscheroda
Vom 3. bis 5. November 2026 können drei Schulklassen von der Primarstufe bis zur Sek II kostenfrei ein Urwaldforscher-Angebot im BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda wahrnehmen und den natürlichen Lebensraum der Wildkatzen live entdecken.
Zum Abschluss der Festwoche bietet das BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda noch einen Familiennachmittag am Sonntag, den 8. November 2026 ab 14.30 Uhr an. Dabei runden Tierlaternenbasteln, Schaufütterung der Wildkatzen und eine kleine Laternenwanderung die Woche der Wildkatze ab.
Medienvertreter sind herzlich zu der Pflanzaktion eingeladen. Um Anmeldung unter romy.kornau(at)wildtierland-hainich.de wird gebeten, dann erhalten Sie auch den genauen Standort der Pflanzaktion.
Ansprechpartner für Rückfragen: Projekteiter Thomas Mölich | BUND Thüringen, Tel: 0170 / 30 72 540
thomas.moelich(at)bund.net
Weitere Informationen:
BUND Thüringen: Woche der Wildkatze 2026
https://www.bund-thueringen.de/wildkatzenwaelder/woche-der-wildkatze-2026/
BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda
https://www.bund-thueringen.de/vor-ort/wildkatzendorf-huetscheroda/
BUND-Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“
https://www.bund-thueringen.de/wildkatzenwaelder/
BUND Thüringen: Wildkatze
https://www.bund-thueringen.de/wildkatze/
Hintergrund:
Vom 2. bis 8. November lädt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zur „Woche der Wildkatze“ ein. Mit rund 15 Veranstaltungen in vielen Bundesländern können Interessierte die Europäische Wildkatze und ihren Lebensraum kennenlernen. Gleichzeitig können sie dabei helfen, die gefährdete Art zu schützen und naturnahe Wälder zu gestalten. Exkursionen, Pflanzaktionen, Online-Seminare und Kulturangebote machen erlebbar, wie Wildkatzenwälder entstehen.
Die „Woche der Wildkatze“ ist Teil des Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“. Das sechsjährige Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Das Projekt setzen der BUND-Bundesverband, die BUNDjugend und die BUND-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen um. Der BUND setzt bei seinen Maßnahmen auf gezielte Strukturverbesserungen im Wald, am Waldrand und auf waldnahem Offenland.
Die Europäische Wildkatze lebt in naturnahen Wäldern mit strukturreichen Waldrändern, vielen Versteckmöglichkeiten und einem guten Nahrungsangebot. Genau diese Strukturen fördern auch die biologische Vielfalt insgesamt und erhöhen die Widerstandskraft der Wälder gegen Trockenheit, Stürme und andere Wetterextreme.
Der Wildkatzenwegeplan (www.wildkatzenwegeplan.de) zeigt, eben den aktuellen Wildkatzenvorkommen in Deutschland, wie diese Gebiete wieder verbunden werden können. Außerdem weist er große Waldgebiete auf, die für Wildkatzen geeignet sind.
Die Grünen Korridore verbinden voneinander isolierte Lebensräume der Wildkatze. Sie bestehen aus Hecken, Baumreihen und Sträuchern. Sie helfen den scheuen Wildkatzen, sich aus der Deckung ihres Waldes herauszutrauen und entlang dieser Linien neue Gebiete zu besiedeln. Als Wanderwege für Wildkatzen und viele andere Arten unterstützen die Grünen Korridore genetische Vielfalt zu sichern und das Überleben der Arten zu gewährleisten.
Im Rettungsnetz für die Wildkatze engagieren sich elf BUND-Landesverbände sowie der Bundesverband und die BUNDjugend für den Schutz der Europäischen Wildkatze und ihrer Lebensräume. Damit decken sie das gesamte Verbreitungsgebiet der Art in Deutschland ab.
Mehr Informationen:
- Alle Veranstaltungen und Informationen gibt es unter:
www.bund.net/wildkatzenwoche - Medienvertreter*innen haben die Möglichkeit, an ausgewählten Exkursionen teilzunehmen, Maßnahmen im Wald zu besichtigen sowie mit Fachleuten aus Forstwirtschaft und Naturschutz ins Gespräch zu kommen.
- Wer in der Aktionswoche keine Zeit findet, muss nicht bis zum nächsten Jahr warten: Auch in den darauffolgenden Monaten bietet der BUND weitere Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen rund um die „Wildkatzenwälder von morgen“ an.
- Alle Wildkatzen-Veranstaltungen auf einen Blick
- Projektwebsite “Wildkatzenwälder von morgen” und Pressebilder Wildkatze
- Verbreitungskarte der Europäischen Wildkatze Stand 2025
- Informationen zum Wildkatzendorf Hütscheroda: www.wildkatzendorf.de
Pressekontakt:
Christina Eberhardt
BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0361 5550314
Mobil: 0176 13338564
presse(at)bund-thueringen.de


