Landesverband Thüringen e.V.
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"Abundanz und Verbreitung des Luchses in Nordwest-Thüringen"

Gemeinsam mit der Universität Göttingen betreibt der BUND seit Februar 2019 ein Fotofallen-Monitoring des Luchses im Thüringer Südharz. Dabei wurden bis August 2019 bereits über 60 Aufnahmen von insgesamt sieben verschiedenen Luchsen gemacht. Dass es im Südharz Luchse gibt, ist keine Überraschung. Denn immerhin wurden im Nationalpark Harz bis 2006 insgesamt 24 Luchse ausgewildert, und die Nachkommen dieser Luchse haben sich inzwischen über den gesamten Harz hinweg ausgebreitet. Allerdings war bislang unklar wieviele Luche ihr Streifgebiet ganz oder teilweise in Thüringen haben, und wie weit ihr Verbreitungsgebiet südlich des Harzes reicht.

Hintergrund

Im 19. Jahrhundert verschwand der Eurasische Luchs Lynx lynx aufgrund intensiver Bejagung und der Zerstörung seiner Lebensräume weitestgehend aus Mitteleuropa. Seit den 1970 laufen in vielen Ländern Wiederansiedlungsprojekte wie das im Nationalpark Harz (Niedersachsen). Der Nachwuchs der angesiedelten Tiere breitete sich weit über die Grenzen des Nationalparks aus und bildete erste Splitterpopulationen im niedersächsischen Sollingen und in Nordhessen. Da der Luchs nicht selten Krankheiten und dem Verkehr zum Opfer fällt, sind diese isolierten Vorkommen aber weiterhin stark auf die Zuwanderung von Luchsen aus dem Harz angewiesen.

Den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld, Unstrut-Hainich-Kreis, Kyffhäuserkreis und Wartburgkreis kommen hierbei eine große Bedeutung als Wanderkorridore zu und wir möchten wissen: Wie viele Luchse leben bislang in Nordwest-Thüringen und wie viele Individuen durchstreifen den Freistaat?

Methoden

Auf einer Fläche von 130 kmdes Naturparks Südharz erfassen automatische Kameras den Luchsbestand. Anhand der charakteristischen Fellmuster lassen sich die Luchse individuell voneinander unterscheiden und eine Mindestzahl der im Gebiet lebenden Luchse kann ermittelt werden.

Da die Akzeptanz der Art für eine erfolgreiche Wiederausbreitung unabdingbar ist, wird das Monitoring von Informationsveranstaltungen und Dialogen mit bspw. der Jägerschaft begleitet.

Ausblick

Inwiefern dem Nordwesten von Thüringen eine wichtige Bedeutung als Wanderkorridor zukommt, ob es Barrieren (Bsp. A38) für die Ausbreitung des Luchses gibt und wie man bestehende Lebensräume der Art besser vernetzen kann, soll Gegenstand weiterer Projekte sein.

Achtung Kamera...

Außer den Luchsen tappen natürlich auch viele andere Wildtiere in unsere Fotofallen, u.a. einige seltene, streng geschützte Arten. Eine kleine Auswahl der entstandenen Schnappschüsse sehen Sie hier.

Ansprechpartner

Dr. Markus Port

Projektkoordinator
E-Mail schreiben Tel.: 0551 3925636 Mobil: 0160 98011164

Projektzeitraum:

Januar 2019 - November 2019

Ergebnisse

Was wurde genau untersucht? Wie wurde das bewerkstelligt und was sind eigentlich die Ergebnisse der Pilotstudie?

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