Thüringer Jägerschaft unterstützt Luchsmonitoring

01. März 2023 | Lebensräume, Naturschutz, Wälder

 (Alisa Klamm)

Erfurt/ Schmiedefeld. Bereits seit einigen Jahren werden gelegentlich Luchse im Thüringer Wald gesichtet. Um den scheuen Raubkatzen auf die Spur zu kommen, erhalten Thüringer Luchsexpert*innen zukünftig Unterstützung durch ehrenamtlich tätige Luchsbeauftragte der Jägerschaft.

Die Luchsbeauftragten sollen Ansprechpartner*innen der Jägerinnen und Jäger des Thüringer Waldes in - den Luchs betreffenden - Fragen sein und das Luchsmonitoring des Freistaates Thüringen bei der Erfassung von Luchshinweisen unterstützen. „Viele Jägerinnen und Jäger stehen der  Rückkehr des Luchses in unsere Wälder aufgeschlossen gegenüber“, sagt Frank Herrmann, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Thüringen. „Wir sind sicher, dass unsere Luchsbeauftragten nun einen Beitrag zum Monitoring der Art leisten können. Sie werden nicht nur den Jägern in allen Fragen rund um diese streng geschützte und dem Jagdrecht unterliegende Wildtierart regional und lokal  Ansprechpartner sein.“

Eine wichtige Aufgabe der Luchsbeauftragten wird es sein, sogenannte Wildtierrisse zu begutachten, also von Luchsen erlegte Wildtiere. Findet ein Jäger oder eine Jägerin ein mutmaßlich von einem Luchs erlegtes Wildtier, kann diese*r eine*n der zuständigen Luchsbeauftragten kontaktieren. Diese*r begutachtet den Wildtierriss und nimmt eine Probe, die zur weiteren Analyse ans Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs (KWBL) am Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz weitergeleitet wird. „Durch die Unterstützung der Jägerinnen und Jäger lassen sich genetische Profile der Luchse erstellen, die uns helfen, den Bestand der Luchse zu schätzen oder Wanderungen zu rekonstruieren“, erklärt Britta Krämer, Leiterin des KWBL. Damit sich der Einsatz für die Luchsforschung lohnt, erhalten sowohl die meldende Person als auch die Luchsbeauftragten eine angemessene Aufwandsentschädigung.

Die Luchsbeauftragten werden am 01. März 2023 im Informationszentrum des Biosphärenreservats Thüringer Wald auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet. Die Schulung wird durch Mitarbeitende des KWBL sowie des Projektes „Luchs Thüringen“ durchgeführt. „Luchs Thüringen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Umweltverbände BUND und WWF, der Wildtierland Hainich gGmbH, der ThüringenForst AöR, der Georg-August-Universität Göttingen, sowie des Biosphärenreservats Thüringer Wald. Gemeinsam möchten die Projektpartner dem Luchs im Thüringer Wald eine dauerhafte Zukunft ermöglichen. „Wir freuen uns, dass uns die Jägerschaft bei der Erreichung dieses Ziels unterstützt“, sagt Markus Port, Projektkoordinator beim BUND Thüringen. „Jägerinnen und Jäger kennen ihre Reviere meist sehr gut und bekommen mit, was uns vielleicht verborgen bleibt. Ihre Kenntnisse und Erfahrungen sind eine Bereicherung für unser Projekt.“

Jägerinnen und Jäger des Thüringer Waldes finden die Kontaktdaten der für ihre Region zuständigen Luchsbeauftragten zukünftig auf der Homepage des Landesjagdverbandes Thüringen.

Hintergrund:

Die Ausbildung der Luchsbeauftragten ist Bestandteil des Projektes „Trittstein Thüringer Wald - Die Rückkehr des Luchses nach Mitteldeutschland“. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Entwicklung von Natur und Landschaft“ (ENL) aus Mitteln des europäischen ELER-Fonds gefördert und durch den Freistaat Thüringen kofinanziert.

Mehr Informationen:

https://www.bund-thueringen.de/luchs/thueringer-wald/

Projektkoordination:
Dr. Markus Port, 0160 98011164, m.port@bund-thueringen.de

Pressekontakt:
Anne Werner, 0361 55503-14, anne.werner@bund.net

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