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Landesverband Thüringen e.V.

Thüringer Landtag nimmt Natura 2000-Stationen in Naturschutzgesetz auf – Bewährte Trägerschaft des Kompetenzzentrums wird fortgesetzt

05. Juli 2019 | Naturschutz, Lebensräume

Erfurt. Der Thüringer Landtag hat heute das neue Naturschutzgesetz verabschiedet. Das Gesetz sieht unter anderem die dauerhafte Sicherung der bestehenden Natura 2000-Stationen vor. Das Netzwerk ist in Verbindung mit dieser gesetzlichen Absicherung einmalig in Deutschland. Der BUND Thüringen, der Deutsche Verband für Landschaftspflege und der NABU Thüringen, begrüßen diese Entscheidung und sichern ihre Trägerschaft für das Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen auch in Zukunft zu.

Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Wir freuen uns, dass die Idee des BUND Thüringen zu einem großen Netzwerk aus mittlerweile zwölf Natura 2000-Stationen gewachsen ist. Jetzt können die Stationen weiterhin ihren Beitrag zum Schutz des europäischen Naturerbes leisten. Wir werden auch in Zukunft mit unserem Know-how als Träger bereitstehen.“ 
Eine gesetzliche Verankerung der Natura 2000-Stationen schaffe langfristig die Voraussetzung, die Lebensräume und Arten des europäischen Schutzgebietsnetzes in Thüringen zu sichern und zu entwickeln. „Als Bindeglied zwischen Naturschutzakteuren und Landnutzern unterstützen die Natura 2000-Stationen die staatliche Naturschutzverwaltung“, so Vogel. „Das gelingt nur auf Basis einer langfristigen Zusammenarbeit ohne finanzielle Abhängigkeiten.“ 

Seit dem Aufbau der zwölf Stationen und eines Kompetenzzentrums hat sich das Netzwerk bereits erfolgreich in der Naturschutzszene Thüringens etabliert. „Der Erfolg der Stationen zeigt sich nicht nur in den mehr als 40 Projekten, sondern vor allem in einer engen Zusammenarbeit mit Menschen vor Ort, Kommunen, Verbänden und Behörden für eine Landnutzung im Einklang mit dem Naturschutz“, so Florian Meusel, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL). „Nur so können wir den Herausforderungen der Zukunft effektiv begegnen.“
Martin Schmidt, Vorsitzender des NABU Thüringen ergänzt: „Nun ist das Netzwerk der Natura 2000-Stationen kein Provisorium mehr. Die Stationen gesetzlich abzusichern, würdigt nicht nur die bisher erbrachten Leistungen, sondern sichert dauerhaft einen kooperativen Naturschutz in Thüringen“, so Schmidt weiter.  

Hintergrund:
Im Freistaat sind seit 2016 insgesamt zwölf Natura 2000-Stationen entstanden. Mit mehr als 20 Mitarbeitern leistet das Schutzgebietsnetz einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Ziele von Natura 2000 in Thüringen. Das Thüringer Umweltministerium fördert die Ausstattung aller Stationen mit ca. 1 Mio. Euro pro Jahr. Hinzu kommt eine Koordinationsstelle - das Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen. Dieses wird vom TMUEN und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert und hat seinen Sitz auf dem Campus der Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst – der Fachhochschule Erfurt – dem sog. „Grünen Zentrum“. Träger des Kompetenzzentrums sind der BUND Thüringen e.V., der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. und der NABU Thüringen e.V. 
Thüringen verfügt über 212 FFH-Gebiete und 35 punkthafte FFH-Objekte sowie 44 EU-Vogelschutzgebiete. Diese Gebiete umfassen rund 270.000 Hektar, das entspricht rund 17 % der Landesfläche. In diesen Landschaften kommen seltene und teilweise vom Aussterben bedrohte Arten vor. Die konkreten Naturschutzmaßnahmen sind breit gefächert.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://natura2000-thueringen.de/

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