Landesverband Thüringen e.V.

Saison 2019

Insgesamt gingen bundesweit über 1400 sichere Meldungen des Gartenschläfers ein. Der Erkenntnisstand zur Art verbessert sich merklich, aber es gibt noch viele Wissenlücken, die es zu schließen gilt. In 2020 liegt das Augenmerk darauf, die Verbreitungskarte der Art weiter zu zeichnen und mehr über Lebensraumansprüche zu erfahren und Daten zur Phänologie zu erhalten.

Wie ist der Stand?

  • Über 1400 sichere Meldungen des Gartenschläfers sind über die Meldestelle eingegangen. Der Großteil davon (über 1000) kommt aus Rheinland-Pfalz und Hessen. 11 sichere Nachweise entfallen hierbei auf Thüringen.
  • Die Spurentunnel als Nachweismethode haben sich bewährt. Insgesamt konnten deutschlandweit 54 sichere Nachweise dokumentiert werden.
  • Im Projekt zeigte sich, dass Rufe eine Nachweismethode sind, die zukünftig stärker genutzt werden kann und soll. Unklar ist oft, aus welcher Intention die Gartenschläfer rufen. Auch die Vielfältigkeit der Rufe erstaunt die Wissenschaftler.
  • Die ersten Auswertungen der Kotproben zeigen, dass die Gartenschläfer viele Pilze, Rinde und Knospen vertilgen. Weiterhin stehen Arthropoden sowie Beeren und Eicheln auf dem Speiseplan, in geringer Menge auch Wirbeltiere, Reptilien und Eier.
  • Bislang sind bei den untersuchten Totfunden keine Parasiten oder Krankheiten entdeckt worden, die den starken Rückgang begründen. Weitere Untersuchungen werden durchgeführt.
  • Die ersten genetischen Untersuchungen zeigen, dass es unterschiedliche genetische Linien gibt.

Der Gartenschläfer in Thüringen

Gartenschläfer in Fichtenwald Gartenschläfer in Fichtenwald  (Andreas Martius)

Aktuelle Nachweise aus Thüringen stammen fast ausschließlich aus dem Hohen Thüringer Schiefergebirge – Frankenwald, dem Schwarza-Sormitz-Gebiet, dem östlichen Ostthüringer Schiefergebirge – Vogtland sowie dem Oberen Saaletal. Potentielle weitere Vorkommen gibt es womöglich im Thüringer Wald, den Meininger Kalkplatten, im Ohmgebirge, der Gipskarst-Landschaft im Südharz sowie dem Landkreis Greiz. Ein großer Teil der letzten Sichtungen und Totfunde stammen aus ehemaligen Schieferabbaugebieten, aus den für die Hochlagen des Thüringer Waldes oft typischen Fichtenmonokulturen sowie aus meist waldnahen Gebäuden und Ortslagen.

Der Großteil von Thüringen gilt als „gartenschläferfrei“.

Über die Spurentunnel konnten wir in Thüringen zwei sichere Nachweise der Art erbringen, welche sich auch durch Kameraaufnahmen bestätigt haben. In 2020 werden wir uns dem Lückenschluss in der Verbreitungskarte widmen und die Regionen beproben, in denen der Garten-schläfer vermutlich noch vorkommt. Dabei werden wir auch den Norden Thüringens, vom Dün bis zum Südharz deutlicher unter die Lupe nehmen, da Nachweise in Nieder-sachsen und Sachsen-Anhalt vermuten lassen, dass der Gartenschläfer im Norden Thüringens noch zu Hause sein könnte. Intensivere Untersuchungen zu den Ansprüchen an seinen Lebensraum sowie Aktivitätsmuster werden im Thüringer Schiefergebirge durchgeführt. In 2019 gelang es nicht, Kotproben des Bilchs zu sammeln und auf die Nahrungsbestandteile zu untersuchen, auch das soll 2020 im Fokus stehen. Weiterhin hoffen wir, dass wir in diesem Jahr weitere Totfunde aus Thüringen einschicken können, welche dann auf Krankheiten und Parasiten untersucht werden.

Die Gartenschläfer-Saison 2019 in Bildern

Uns erreichten schöne Bilder des Gartenschläfers, wir erhielten saubere Pfotenabdrücke der Art und verbrachten schöne Stunden auf der Spurensuche. Aber auch andere Tiere wurden neben dem Bilch von unseren Wildkameras erfasst.
Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Im Freistaat Thüringen wird das Projekt mit Mitteln der Stiftung Naturschutz Thüringen gefördert.

Anita Giermann

Projektkoordination
E-Mail schreiben Tel.: 0361 / 5550341

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