Landesverband Thüringen e.V.
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Naturerleben statt Naturzerstörung

Durch die bestehenden Schutzgebiete ist die Südharzer Gipskarst-Landschaft nur unzureichend gesichert, denn nur „kleine Inseln“ werden geschützt. Der BUND tritt dafür ein, das Naturerbe nachhaltig und umfassend zu bewahren und gleichzeitig das Potenzial für die touristische und naturverträgliche Entwicklung der Region zu erhalten.

Das Biosphärenreservat Südharz

Einen besonders guten Rahmen für den weitreichenden Schutz der Südharzer Gipskarstlandschaft bietet ein Biosphärenreservat. Mit dem UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre"  wird in Modellregionen eine nachhaltige Entwicklung unter Berücksichtigung von Ökologie, Ökonomie und Soziales erforscht und realisiert. Damit soll die Kulturlandschaft durch nachhaltige Landnutzung erhalten, die Natur geschützt, Tourismus gefördert, die Wirtschaft gestärkt und die Bevölkerung informiert werden.

Bereits seit 1990 wird die Einrichtung eines Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ diskutiert. 1996 bestätigte das Umweltbundesamt die Eignung der Region und ab 1999 setzten die Umweltminister der betroffenen Länder eine Arbeitsgruppe dazu ein. Doch nur Sachsen-Anhalt baut bereits eine Reservatsverwaltung auf und zieht nach über zehn Jahren "Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz" eine durchweg positive Bilanz.

Moderationsprozess geht erfolgreich zu Ende

Gipsdialog Nordhausen Gipsdialog Nordhausen  (BUND Thüringen / BUND Thüringen)

Die Thüringer Landesregierung nahm das Thema Biosphärenreservat im Jahr 2014 endlich in ihren Koalitionsvertrag auf. Drei Jahre später startete der Moderationsprozess für ein "Biosphärenreservat Südharz/Kyffhäuser/Hohe Schrecke". Ziel war es, über die kommenden zwei Jahre hinweg mit Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Naturschutzverbänden die Chancen eines Schutzgebiets zu diskutieren. Zum Abschluss des Moderationsprozesses im Juli 2019 wurde dann ein Vorschlag für eine Flächenkulisse einer möglichen Biosphärenregion vorgelegt.

Durch die gemeinsame Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit mit der BUND-Gruppe Nordhausen und mit Unterstützung der Naturstiftung David ist es gelungen, eine überwiegend positive Einstellung Bevölkerung und Politik in der Region für die Errichtung eines solchen Biosphärenreservates zu erreichen.

Chance für die Region

Gipskarsthöhle  (Stephan Röhl)

Die Ausweisung als „UNESCO Biosphärenreservat“ käme einem Qualitätssiegel für die Einmaligkeit des Naturschatzes Südharz und Kyffhäuser gleich. Hier sollen schonende Wirtschaftsmechanismen erprobt werden. Mittels regionaler Wirtschaftskreisläufe und der Vermarktung heimischer Produkteeine könnte eine eigene Dachmarke wie in der Rhön entstehen.

Mit dem Naturtourismus in den Naturparken Südharz und Kyffhäuser verfügt das potenzielle Biosphärenreservat bereits jetzt über einen relevanten Wirtschaftsfaktor. Das belegt einer Studie des Biosphärenreservat-Experten Prof. Hubert Job von der Universität Würzburg im Auftrag des Thüringer Umweltministeriums, das zu Beginn des Moderationsprozesses 2017 vorgestellt wurde. So entsteht durch die Besuche des Naturparks Kyffhäuser ein jährlicher Bruttoumsatz von rund 26,6 Mio. Euro, mit dem die Einkommen von insgesamt 789 Personen gesichert werden. Im Naturpark Südharz beträgt dieser Anteil 20,4 Mio. Euro bzw. 585 Personen. Das naturtouristische Angebot trägt also schon heute maßgeblich zur Wertschöpfung in der Region bei.

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