Jahresbericht 2025

Im Jahr 2025 hat der BUND Thüringen seine Naturschutzprojekte rund um Wildkatze, Luchs, Gartenschläfer, Gipskarst und Grünes Band verstetigt, politisch Einfluss genommen und den Umweltschutz in Thüringen aktiv mitgestaltet.

Liebe Freund*innen, liebe Leser*innen,

seit ziemlich genau einem Jahr ist die neue Bundesregierung im Amt. Von Anfang an ist diese Bundesregierung auf Kollisionskurs zu Klima- und Umweltschutz.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird ausgebremst, die Wärmewende wird rückabgewickelt. Das schadet nicht nur dem Klima, sondern verschärft auch die Abhängigkeit Deutschlands gegenüber anderen Ländern. Mit dem Bauturbo wird der Flächenverbrauch beschleunigt und statt des Ausbaus zukunftsfähiger Mobilität fährt die Bundesregierung mit dem Ausstieg aus dem Verbrenner-Aus verkehrspolitisch in eine Sackgasse.

Auf Europäischer Ebene wird der Green Deal, das Versprechen für eine umwelt- und klimafreundlichere Politik der Europäischen Union vor dem Hintergrund sich zuspitzender geopolitischer Krisen, den Interessen der fossilen Industrien und der Landwirtschaftslobby geopfert. Zentrale umweltpolitische Errungenschaften wie die FFH- und Vogelschutzrichtlinie und die Wasserrahmenrichtlinie werden hinterfragt.

Kein Zweifel, Umwelt- Natur- und Klimaschutz stehen unter Druck – wieder einmal.

Gleichzeitig werden unter dem Schlagwort der Planungsbeschleunigung Beteiligungsrechte und Umweltstandards eingeschränkt und das Engagement von Umweltverbänden zunehmend infrage gestellt. Dabei ist es gerade die Beteiligung der Menschen vor Ort, die eine Akzeptanz sicherstellt. 

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Landesvorsitzender

Dr. Burkhard Vogel


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Übersicht Teaser

Liebe Freund*innen, liebe Leser*innen,

seit ziemlich genau einem Jahr ist die neue Bundesregierung im Amt. Von Anfang an ist diese Bundesregierung auf Kollisionskurs zu Klima- und Umweltschutz.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird ausgebremst, die Wärmewende wird rückabgewickelt. Das schadet nicht nur dem Klima, sondern verschärft auch die Abhängigkeit Deutschlands gegenüber anderen Ländern. Mit dem Bauturbo wird der Flächenverbrauch beschleunigt und statt des Ausbaus zukunftsfähiger Mobilität fährt die Bundesregierung mit dem Ausstieg aus dem Verbrenner-Aus verkehrspolitisch in eine Sackgasse.

Auf Europäischer Ebene wird der Green Deal, das Versprechen für eine umwelt- und klimafreundlichere Politik der Europäischen Union vor dem Hintergrund sich zuspitzender geopolitischer Krisen, den Interessen der fossilen Industrien und der Landwirtschaftslobby geopfert. Zentrale umweltpolitische Errungenschaften wie die FFH- und Vogelschutzrichtlinie und die Wasserrahmenrichtlinie werden hinterfragt.

Kein Zweifel, Umwelt-, Natur- und Klimaschutz stehen unter Druck – wieder einmal.

Gleichzeitig werden unter dem Schlagwort der Planungsbeschleunigung Beteiligungsrechte und Umweltstandards eingeschränkt und das Engagement von Umweltverbänden zunehmend infrage gestellt. Dabei ist es gerade die Beteiligung der Menschen vor Ort, die eine Akzeptanz sicherstellt. 

Auch in Thüringen dominieren Diskussionen um Mittelkürzungen, Rückabwicklung des Klimaschutzes und Eingriffe in den Artenschutz. Unter dem fragwürdigen Vorwand des Fischartenschutzes wird der Kormoran zum Abschuss freigegeben. Geld wird freiwillig aus einem mehrfach überzeichneten Fördertopf zur Landwirtschaft geschoben und „Entlastungsgesetze“ entlasten vor allem die Wirtschaft, nicht unsere Natur. 

Und dennoch: Umweltschutz lohnt sich!

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen zeigt die Arbeit des BUND Thüringen, dass konkrete Erfolge erreichbar sind. So konnten wir im Jahr 2025 im Kreis Sonneberg am Grünen Band wichtige Fortschritte bei der Biotopvernetzung erzielen und Lebensräume miteinander verbinden – eine zentrale Voraussetzung für den langfristigen Erhalt der Artenvielfalt.

Im Südharzer Gipskarst konnten wir gemeinsam mit unseren Freunden in Sachsen-Anhalt weitere Probebohrungen verhindern und die Bedrohung dieser einzigartigen Landschaft in die Öffentlichkeit tragen.

Ein herausragender Erfolg ist zudem die Entwicklung unseres Luchsprojekts: Erstmals gibt es Hinweise auf Nachwuchs im Thüringer Wald – ein starkes Signal dafür, dass die Wiederansiedlung dieser einst verschwundenen Art gelingt. Dies zeigt, dass konsequenter Naturschutz wirkt, wenn er langfristig angelegt und fachlich begleitet wird.

Auch gesellschaftlich wurde unsere Arbeit sichtbar gewürdigt: Mit der Auszeichnung des Grünen Bandes mit der „Goldenen Henne“ konnte eines der bedeutendsten Naturschutzprojekte Deutschlands besondere bundesweite Aufmerksamkeit gewinnen. Diese Anerkennung zeigt, wie eng Naturschutz, Erinnerungskultur und gesellschaftliches Engagement miteinander verbunden sind.

Diese Erfolge machen Mut – sie dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weiterhin entschlossenes politisches Handeln braucht. Der BUND Thüringen fordert daher, Natur- und Umweltschutz wieder stärker in den Fokus zu rücken.

Unser Ziel ist klar: Natur- und Umweltschutz müssen als zentrale Zukunftsaufgabe verstanden und politisch entsprechend priorisiert werden. Und der Blick nach vorn zeigt: Die Herausforderungen werden nicht kleiner – aber auch die Möglichkeiten, ihnen zu begegnen, wachsen. Mit starken Projekten, engagierten Ehrenamtlichen und einer klaren Stimme in der politischen Debatte wird der BUND Thüringen auch weiterhin seinen Beitrag leisten.

Gemeinsam mit unseren Mitgliedern, Unterstützerinnen und Unterstützern sowie zahlreichen Partnern werden wir uns auch in Zukunft dafür einsetzen, dass Thüringen ein vielfältiges und lebenswertes Bundesland bleibt.

Ich danke allen, die sich im Jahr 2025 für Natur und Umwelt engagiert haben, und wünsche Ihnen eine anregende Lektüre unseres Jahresberichtes.

Ihr

Dr. Burkhard Vogel
Landesvorsitzender BUND Thüringen

Landesvorsitzender

Dr. Burkhard Vogel


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Energie- und Mobilitätswende

Energie

Die Energiewende bleibt eine der zentralen Voraussetzungen für wirksamen Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung in Thüringen. Der BUND Thüringen setzt sich dafür ein, den Ausbau erneuerbarer Energien naturverträglich voranzubringen und gleichzeitig Energieeinsparung und Effizienz stärker in den Fokus zu rücken. Nur wenn Energieversorgung und Naturschutz zusammengedacht werden, kann die Transformation langfristig gelingen.

Eine zukunftsfähige Energiepolitik muss deshalb konsequent auf erneuerbare Quellen setzen und gleichzeitig die Belastungen für Natur und Landschaft minimieren. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie, mehr Energieeffizienz sowie ein bewussterer Umgang mit Ressourcen sind zentrale Bausteine, um die Klimaziele zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu überwinden. In diesem Zusammenhang bringt sich der BUND dabei aktiv in die Fortschreibung der Regionalpläne ein, um den Ansprüchen des Naturschutzes auch hier Rechnung zu tragen.

Mobilität

Auch im Verkehrssektor besteht großer Handlungsbedarf. Gemeinsam mit Partnern wie DGB, EVG, AWO und ADFC im Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende Thüringen fordert der BUND eine Mobilität, die zuverlässig, bezahlbar und für alle Menschen erreichbar ist. Gerade in einem Flächenland wie Thüringen braucht es ein starkes öffentliches Verkehrsangebot, das auch ländliche Regionen zuverlässig anbindet.

Bus und Bahn müssen flächendeckend erreichbar, barrierefrei und langfristig finanziert sein. Grundlage dafür ist eine sogenannte Mobilitätsgarantie mit verbindlichen Mindeststandards für Takt, Erreichbarkeit und Verfügbarkeit im öffentlichen Verkehr sowie für den Rad- und Fußverkehr. Ziel ist eine Mobilität, die unabhängig vom Wohnort oder Einkommen allen Menschen Teilhabe ermöglicht.

Der Handlungsbedarf ist groß: In vielen Regionen Thüringens sind Menschen weiterhin stark auf das Auto angewiesen, weil Bus- und Bahnangebote fehlen oder ausgedünnt wurden. Für ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder Haushalte mit geringem Einkommen bedeutet das häufig Einschränkungen im Alltag.

Eine sozial gerechte Mobilitätswende braucht daher klare politische Ziele und eine langfristige Finanzierung. Bund und Länder müssen mehr Mittel für Bus und Bahn sowie für den Rad- und Fußverkehr bereitstellen und die strukturelle Unterfinanzierung vieler Kommunen beenden. Gleichzeitig unterstützt der BUND Thüringen die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr, denn eine funktionierende Mobilität ist nur mit guten Arbeitsbedingungen und fairer Bezahlung möglich.

Ansprechpartner

Portrait Sebastian König rund Landesgeschäftsführer BUND Thüringen

Sebastian König

Geschäftsführer
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Landwirtschaft

Hafer im Abendlicht Hafer im Abendlicht  (Anita Giermann)

Das Jahr 2025 hat erneut gezeigt, dass die Landwirtschaftspolitik den ökologischen Herausforderungen nicht ausreichend gerecht wird – auch in Thüringen. Auf EU-Ebene standen die Weichenstellungen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 im Fokus. Die bisherigen Vorschläge setzen weiterhin stark auf pauschale Flächenprämien und versprechen zugleich Vereinfachungen. Aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes ist das ein problematisches Signal: Notwendige ökologische Mindeststandards drohen weiter aufgeweicht zu werden, während eine konsequente Honorierung von Umweltleistungen weiterhin ausbleibt.

Auch auf Bundesebene blieb der Fortschritt hinter den Erfordernissen zurück. Zwar werden der Ausbau des Ökolandbaus und Maßnahmen zum Gewässerschutz politisch betont, doch konkrete Verbesserungen sind kaum sichtbar. Die anhaltend hohen Nitratbelastungen und der stockende Ausbau ökologischer Anbauflächen verdeutlichen, dass die bisherigen Instrumente nicht ausreichen, um Biodiversitätsverlust und Umweltbelastungen wirksam zu begrenzen.

Auch in Thüringen zeigen sich diese Defizite deutlich. Eine grundlegende Neuausrichtung der Förderung, hin zu mehr Umwelt- und Gemeinwohlleistungen, wie sie bereits in dem Abschlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft im Jahr 2021 gefordert wurde, bleibt auch hier aus. Gleichzeitig geraten artenreiches Grünland und weitere wertvolle Lebensräume zunehmend unter Druck – unter anderem durch politische Signale, die eher auf Produktionssteigerung als auf nachhaltige Bewirtschaftung setzen.

Fachveranstaltungen und Verbändedialoge im Jahr 2025 haben den Handlungsbedarf klar benannt: Eine zukunftsfähige Landwirtschaft erfordert verlässliche Rahmenbedingungen für naturverträgliches Wirtschaften, eine deutliche Stärkung von Agrarumweltmaßnahmen sowie eine gerechtere Verteilung der Fördermittel. Stattdessen dominieren kurzfristige ökonomische Interessen und der Ruf nach Bürokratieabbau, der allzu oft zulasten des Naturschutzes geht.

Aus Sicht des BUND ist klar: Die kommende GAP ab 2028 muss grundlegend neu ausgerichtet werden. Öffentliche Gelder dürfen nur dort eingesetzt werden, wo sie messbare Leistungen für Biodiversität, Klima- und Ressourcenschutz erbringen. Ohne diesen Kurswechsel droht die Landwirtschaft weiterhin Teil des Problems zu bleiben, statt die Lösung selbst zu werden.

Thüringer Netzwerk Landwirtschaft und Naturschutz

Mit dem Start des Projekts „Thüringer Netzwerk Landwirtschaft und Naturschutz“ hat der BUND Thüringen gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern im Jahr 2025 einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Biodiversität in der Agrarlandschaft getan. Das Projekt, das bis zum Frühjahr 2027 läuft, verfolgt das Ziel, Landwirtschaft und Naturschutz enger zu verzahnen und praxisnahe Lösungen für eine nachhaltige Landnutzung zu entwickeln.

Bereits im ersten Projektjahr haben wir zentrale Grundlagen geschafft und erste sichtbare Fortschritte erzielt. Das Institut für Agrarökologie und Biodiversität (IFAB) hat eine umfassende Grundlagenstudie zur Landnutzung in Thüringen erstellt, die wir als Projektpartner intensiv begleitet haben. Die Ergebnisse liefern wertvolle Daten zur Biodiversität in der Agrarlandschaft und bilden die Basis für die weitere Arbeit im Netzwerk.

Ein Schwerpunkt des Projekts lag im vergangenen Jahr auf der Durchführung von Fachworkshops, die Landwirt*innenNaturschützer*innen und Verwaltung miteinander ins Gespräch brachten. So fanden Veranstaltungen zu den Themen „Vielfalt im Ackerbau“, „Verbesserung der Ökologie des Grünlandes“, „Ökonomie und Förderung des Grünlandes“ sowie „KULAP und Ökoregelung (ÖR) im Ackerbau“ statt. Ergänzt wurde das Programm durch den Workshop „Potentiale der Thüringer Streuobstwiesen“, der die Bedeutung dieser Kulturlandschaften für Artenvielfalt und regionale Wertschöpfung verdeutlichte. Insgesamt hat das Projekt bereits im ersten Jahr viel positive Resonanz erfahren – sowohl von Fachakteur*innen als auch von der Öffentlichkeit.

Bei einem Projekttreffen mit der Thüringer Aufbaubank (TAB) konnten wir diese über den bisherigen Projektfortschritt informieren. Zudem bereicherte ein externer Vortrag über den Weg in Baden-Württemberg, das „Dialogforum Landwirtschaft und Naturschutz, die Diskussion und zeigte wertvolle Erfahrungen aus einem anderen Bundesland auf.

Neben der fachlichen Arbeit haben wir auch intensiv Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Mit gezielten Veröffentlichungen und Veranstaltungen haben wir die Ziele und Inhalte des Projekts einer breiten Öffentlichkeit nähergebracht und das Bewusstsein für die Bedeutung einer naturverträglichen Landwirtschaft gestärkt.

Das erste Jahr hat gezeigt: Das Netzwerk lebt von der aktiven Beteiligung vieler Akteur*innen und der gemeinsamen Überzeugung, dass Landwirtschaft und Naturschutz keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig bereichern können. Unser besonderer Dank gilt allen Teilnehmenden der Workshops und Veranstaltungen, die mit ihrem Engagement und ihren Beiträgen das Projekt bereichert und lebendig gemacht haben. Mit diesem Fundament blicken wir zuversichtlich auf die kommenden Jahre und die weitere Umsetzung bis 2027.

Projektkoordination

Morle Schlenz


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In Kooperation mit

Gefördert durch

Ressourcenschutz

Ressourcenschutz bedeutet, natürliche Rohstoffe verantwortungsvoll zu nutzen und wertvolle Landschaften für kommende Generationen zu bewahren. Gerade die einzigartigen Gipskarstgebiete im Südharz zeigen, wie eng Natur-, Arten- und Klimaschutz miteinander verbunden sind. Der BUND Thüringen setzt sich deshalb für den Schutz dieser sensiblen Lebensräume ein und fordert zugleich einen konsequenten Umstieg auf nachhaltige Baustoffalternativen. Denn der Schutz unserer Ressourcen beginnt dort, wo wir Natur nicht ausbeuten, sondern ihre Zukunft sichern.

Netzwerke und Haselmauswälder für den Gipskarst

Geschützter Gipskarst am Sachsenstein, Niedersachsen, BUND-Gipskarstreise mit Olaf Bandt am 25.08.2025  (Felix Albertin / BUND)

Im Jahr 2025 stärkte der BUND Thüringen im Projekt „Netzwerke für den Gipskarst“ die Allianzen zum Erhalt der deutschen Gipslandschaften. Im August bereiste Olaf Bandt mit den BUND-Landesverbänden Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen den Südharzer Gipskarst. Da der Landkreis Mansfeld-Südharz im Herbst 2024 Probebohrungen durch die Firma Knauf in Gipskarst-Schutzgebieten bewilligt hatte, bevor diese durch Einschreiten des BUND verhindert werden konnten, starteten wir die Exkursion genau dort: im malerischen Questenberg, im Kern des sachsen-anhaltischen Gipskarst-Gebiets. Der BUND erneuerte seine Forderung nach einem Ausstieg aus dem Naturgipsabbau in Deutschland bis spätestens 2045 und sprach sich energisch gegen den avisierten Abbau im weltweit einzigen Biosphärenreservat auf Grünem Gipskarst im Land Sachsen-Anhalt aus. Im Thüringer Karst gab es eindrucksvolle Einblicke in mögliche ökologische Gipsalternativen. Am Fuße des Kohnsteins – eines der größten Gipstagebaue in Deutschland – lagen zuhauf Strohrundballen. Dieses Bild zeigte markant, dass die Baustoffe der Zukunft vorhanden sind und nur genutzt werden müssen. Stroh ist ein Überschussprodukt – nicht nur im Harz, sondern in ganz Deutschland. Stroh zu Platten gepresst kann Gipsplatten ersetzen und würde bei entsprechender Nutzung 50 Prozent des Gipsverbrauchs sparen. Strohplatten sind längst auf dem Markt.

Auch die BUNDjugend-Organisationen der Landesverbände Thüringen und Sachsen-Anhalt haben 2025 den Gipskarst bereist. 13 junge Erwachsene haben an zwei Tagen Karstnatur und -orte erwandert und mit betroffenen Anwohnenden über den Naturgipsabbau und mögliche Baustoffalternativen diskutiert.

Im Oktober haben sich Bürgerinitiativen, der BUND, der NABU und viele Einzelpersonen mit über 1.500 Stellungnahmen gegen die Verkleinerung der Vorrangflächen für Natur- und Landschaft im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz ausgesprochen.

In Thüringen führt der BUND aktuell eine Klage gegen die Erweiterung des Gipstagebaus Himmelsberg, um wertvolle alte Laubwälder zu erhalten. Weitere Abbauflächen in den Gebieten Himmelsberg, Mühlberg, Ellricher Klippen Süd und am Grünen Band sind in Planung, am Alten Stolberg schon bewilligt. – Eine Menge Arbeit, für welche der BUND weiterhin auf finanzielle Unterstützung insbesondere für die anfallenden Anwaltskosten angewiesen ist, z. B. durch Spenden. 

Unser Ehrenamtsprojekt „Spurensuche Haselmaus“ zeigt die Bedeutung der Gipskarstlandschaft für die Artenvielfalt: Mithilfe von Spurentunneln konnten vielfach Haselmäuse nachgewiesen werden. Diese Bilche sind Indikatoren für eine gut strukturierte, natürliche, artenreiche Landschaft. Es gilt, diese intakten Landschaften zu erhalten, denn außer unzähligen Tier- und Pflanzenarten beherbergen sie auch klimafreundliche nachwachsenden Rohstoffe wie Holz und Stroh und sind allem voran unsere Lebensgrundlage.

Projektkoordination

Ursula Schäfer


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Gefördert durch

Biologische Vielfalt

Die biologische Vielfalt ist die Grundlage funktionierender Ökosysteme – und damit auch unserer eigenen Lebensgrundlage. Mit Projekten zum Schutz von Luchs, Wildkatze und Gartenschläfer sowie dem Engagement für das Grüne Band setzt sich der BUND Thüringen dafür ein, bedrohte Arten zu schützen und Lebensräume wieder zu vernetzen. Durch Wiederansiedlungen, Biotopverbund und konkrete Naturschutzmaßnahmen entstehen neue Chancen für seltene Tiere und Pflanzen. So wächst Schritt für Schritt ein Netzwerk lebendiger Landschaften für mehr Artenvielfalt in Thüringen.

Grünes Band

Gruppenbild der Teilnehmenden des internationalen Jugendcamps am Grünen Band  (Eulefilm)

„Es ist Europas größte Naturschutzinitiative. Es passt perfekt in unsere Zeit, in der Zusammenwachsen wichtiger ist als Trennung, und zeigt, wie sich 35 Jahre Wiedervereinigung darstellen können. Vom Todesstreifen zum Naturschutz-Mahnmal – von der Ostseeküste bis nach Bayern ist das Grüne Band der verdiente Gewinner einer Goldenen Henne!“
Dieses Zitat aus der Preisverleihung des Zuschauerpreises „35 Jahre Deutsche Einheit“ zeigt: Das Grüne Band ist weit mehr als ein Naturschutzprojekt – es ist auch ein emotionales Erinnerungs- und Versöhnungssymbol.

UNESCO-Welterbe

Das Grüne Band ist der längste Biotopverbund Europas und eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Es erzählt die Geschichten der Menschen und lädt dazu ein, gemeinsam am friedlichen Miteinander in einer intakten Umwelt zu arbeiten. Zugleich ist es ein Ort, an dem Menschen aus Ost und West, Stadt und Land seit Jahrzehnten gemeinsam auf Augenhöhe um Lösungen ringen.
Bei Aktivitäten vor Ort wie z. B. der traditionellen BAUMKREUZ-Pflanzung, drei Dreiländerwanderungen am Aktionstag Grünes Band am 3. Oktober oder den vielen Freiwilligeneinsätzen am Grünen Band kam der BUND Thüringen mit Menschen in den Grenzregionen ins Gespräch. Denn das Welterbe bedeutet keine neuen Restriktionen, sondern eine Anerkennung der besonderen Natur und der menschlichen Schicksale in den ehemaligen Grenzgebieten.

Quervernetzung Grünes Band

Nach sechs Jahren intensiver, grenzüberschreitender Zusammenarbeit endete am 31.12.2025 das Projekt „Quervernetzung Grünes Band“. In fünf Modellregionen – darunter im Thüringer Schiefergebirge – wurden Berg- und Feuchtwiesen, Zwergstrauchheiden sowie Klein- und Fließgewässer ökologisch aufgewertet und neue Verbindungen vom Grünen Band ins Umland geschaffen.
Vor allem aber haben wir Menschen miteinander vernetzt. Wo Betroffene gemeinsam handeln, entstehen tragfähige Lösungen. Unser Dank gilt allen Kooperationspartnern aus Landwirtschaft, Forst, Kommune und Ehrenamt.

BESTbelt – Jugendbegegnungen am Grünen Band Europa

Gerade in Zeiten globaler Krisen ist der Austausch junger Menschen von besonderer Bedeutung. Im EU-geförderten Projekt „Bestbelt“ haben wir erneut Jugendliche am Grünen Band Deutschland und Europa zusammengebracht. Beim internationalen Camp im Dreiländereck Ungarn-Slowenien-Österreich erkundeten sie zu Fuß, mit dem E-Bike und per Boot Natur und Geschichte der Region.
In Webinaren und einer viertägigen Jugendleiter*innen-Schulung erlernten die Teilnehmenden Methoden und Inhalte zur Bildungsarbeit rund um das Grüne Band.

Projektleitung

Karin Kowol


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Gefördert durch

Wildkatzenwälder von morgen

Kater Emil im BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda  (Katja Wisotzki)

2.055 gepflanzte Büsche und Bäume, 1.000 Meter aus dem Wald entfernter Knotengitterzaun, 37 hochengagierte Helfende von jung bis alt, sechs verschiedene Teilprojekte von Sonneberg bis ins Eichsfeld – das ist unter anderem die Bilanz des Jahres 2025 für das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“.

Im Raum Saalfeld-Rudolstadt konnten zwei Waldbesitzer als neue Kooperationspartner gewonnen werden. Auf einer der neuen Flächen haben wir mit Hilfe von heimischen Laubbaumsetzlingen Schäden behoben und den Waldboden mit zusätzlichen Strukturen aus Totholz angereichert. Zudem pflanzten wir auf einer nahegelegenen Kalamitätsfläche einen artenreichen Waldrand an.

Gemeinsam mit dem Forstamt Sonneberg bepflanzten wir zwischen dem Grünen Band und Forstflächen auf der bayerischen Seite einen 950 Meter langen Streifen inselartig mit Laubbäumen. Um diese Bauminseln miteinander zu verbinden, setzten wir dazwischen verschiedene Sträucher (Hasel, Pfaffenhütchen, Weißdorn und Schlehen), die in Zukunft als Nahrungsgrundlage für Vögel und Kleinsäuger und als deckungsreiche Struktur für die Wildkatze dienen werden. Einen Wanderweg, der diesen Streifen kreuzt, werden wir zusätzlich säumend mit Wildobstbäumen bepflanzen. Diese Obstbäume dienen nicht nur als Nahrungsgrundlage für viele Tierarten, sondern auch als ästhetischer Blickfang für Wandernde. 

Ein weiterer neuer Kooperationspartner im Projekt ist das Forstamt Heiligenstadt. Im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes dominieren bereits Laubwälder mit vielfältigen Strukturen, sodass der Maßnahmenfokus hier woanders lag: Gemeinsam mit sehr engagierten Freiwilligen bauten wir ca. 1.000 Meter nutzlos gewordene Wildschutzzäune ab. Diese dienten einst als Schutz gegen den Verbiss durch Wildtiere an jungen Pflanzen. Das Knotengittergeflecht stellt beim Überklettern jedoch ein Verletzungsrisiko für die Wildkatze dar. Auch für andere Tiere können umgefallene Zäune zu einer erheblichen Gefahr werden. 

Nach dem Erfolg unseres Pflanzfestes bei Wasungen im Jahr 2024 haben wir auch in diesem Jahr wieder eine Pflanzaktion mit Freiwilligen durchgeführt. 27 Helferinnen und Helfer packten tatkräftig an, um Jungpflanzen zu setzen und sie mit Einzelschutzzäunen vor dem Verbiss durch Rot- und Rehwild zu schützen. So soll die ehemalige Kalamitätsfläche wieder zu einem artenreichen Lebensraum für die Wildkatze werden. Ebenfalls im Bereich des Stadtwalds Wasungen wurde eine weitere Kahlfläche eingesät. Da hier Basaltgestein fast bis zur Oberfläche ansteht, kommt eine Pflanzung mit Jungpflanzen nicht in Frage. Die Saat mit sogenannten gecoateten, also ummantelten Samen wird direkt auf den Boden ausgebracht und für eine Wiederbewaldung mit verschiedenen Laubgehölzen sorgen. 

Projektleitung

Portrait Thomas Mölich rund leiter Wildkatzenbüro BUND Thüringen

Thomas Mölich


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Projektkoordination

Maria Winkler


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Gefördert durch

Luchs Thüringen: Nachwuchs, Auswilderungen und wichtige Entwicklungen im Jahr 2025

Das Projekt „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück. Zwei erfolgreiche Auswilderungen, Hinweise auf Reproduktion und zahlreiche Nachweise aus Fotofallen zeigen, dass der Luchs in Thüringen weiter Fuß fasst. Gleichzeitig musste das Projektteam aber auch Rückschläge hinnehmen.

Im April 2025 erhielt das Luchsvorkommen in Thüringen erneut Zuwachs: Der aus den rumänischen Karpaten stammende Kuder Ionel wurde erfolgreich ausgewildert und streift seither zwischen Ilmenau, Großbreitenbach und Schmiedefeld umher. Die im Vorjahr ausgewilderten Luchse Frieda, Viorel und Kilian haben inzwischen feste Streifgebiete im Thüringer Wald etabliert. Die Schweizer Luchsin Vreni hingegen konnte seit dem Ausfall ihres Senders im Dezember 2024 nicht mehr nachgewiesen werden.

Für große Aufmerksamkeit sorgte ein junger Luchs, der im Juni 2025 bei Bockstadt (Eisfeld) eingefangen werden musste. Das stark untergewichtige Tier wurde in der Auffangstation des Bärenparks Worbis gesundgepflegt und konnte am 29. August wieder in die Freiheit entlassen werden. Doch nur wenige Wochen später folgte die traurige Nachricht: Am 18. September 2025 wurde der junge Kuder, der inzwischen den Namen Baron erhalten hatte, von einem Zug erfasst und kam dabei ums Leben.

Ebenfalls am 29. August 2025 wurde der einjährige Luchs Carlo, eine Nachzucht aus dem Zoo Karlsruhe, im Thüringer Wald ausgewildert. Seither zeigen seine Bewegungsdaten großräumige Streifzüge innerhalb und außerhalb des Thüringer Waldes, bislang noch ohne erkennbare Revierbildung. 

Das Jahr 2025 brachte gleich zwei erfreuliche Hinweise auf Luchsnachwuchs im Thüringer Wald: Ende Juli fotografierte eine unserer Fotofallen bei Sachsenbrunn im Landkreis Hildburghausen eine Luchsin mit mindestens zwei Jungtieren. Vermutlich handelt es sich um dasselbe Weibchen, das bereits 2024 Nachwuchs führte. Der zweite Nachweis gelang Ende Oktober im Raum Ilmenau. 

Gemeinsam mit den ausgewilderten Luchsen Frieda, Kilian, Viorel und Ionel leben derzeit mindestens sieben Luchse mit festem Streifgebiet im Thüringer Wald. Diese Entwicklung ist sehr erfreulich. Insbesondere der Nachwuchs zeigt, dass der Luchs inzwischen im Begriff ist, sich den Thüringer Wald dauerhaft zu erschließen.

Auch im Eichsfeld wurde in diesem Jahr erneut Luchsnachwuchs bestätigt. Besonders erfreulich hier: Der bereits seit sieben Jahren intensiv untersuchte Luchsbestand dehnt sich allmählich nach Süden aus.   

Neben Auswilderung und Monitoring wurde 2025 auch die Umweltbildung weiter ausgebaut. Das Projekt startete neue Angebote für Grundschulen, die auf große Resonanz stießen und das Thema Luchs einem jüngeren Publikum näherbringen.

Mit weiteren Auswilderungen, einem kontinuierlichen Monitoring und der engen Zusammenarbeit mit allen Projektpartnern sowie den Kolleginnen und Kollegen aus Bayern, Sachsen und Niedersachsen wird das Projekt „Luchs Thüringen“ auch im kommenden Jahr wichtige Meilensteine für den Aufbau einer stabilen, vernetzten Luchspopulation setzen. 

Projektleitung

Portrait Markus Port rund Luchsexperte BUND Thüringen

Dr. Markus Port


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Gefördert durch

In Kooperation mit

Gartenschläfer

Gartenschläfer  (Thomas Mölich)

In den Landkreisen Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt und im Saale-Orla-Kreis befinden sich die letzten stabilen Populationen des Waldtieres Gartenschläfer in Thüringen. Daher lag 2025 der Schwerpunkt unserer Arbeit erneut in diesen Regionen – insbesondere auf der Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen. Im Mittelpunkt stand, wie bereits in den Vorjahren, die Verbesserung des Lebensraums Wald. Dazu gehörten die Pflanzung frucht- und beerentragender Gehölze sowie Maßnahmen zur Wasserrückhaltung in den von Dürre betroffenen Fichtenwäldern, insbesondere durch die Anlage kleiner Gewässer.

2024 endete das erfolgreiche Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“. Schon vor Projektabschluss bestand unter allen Beteiligten Einigkeit, dass ein Anschlussprojekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt notwendig ist. Die bisherigen Ergebnisse bildeten eine wichtige Grundlage für den langfristigen Erhalt der Art. Die seit 2021 begonnenen Schutzmaßnahmen mussten jedoch dringend fortgeführt und ausgeweitet werden, um dem Rückgang der Art in den Mittelgebirgen wirksam entgegenzuwirken.

Dieser Einschätzung folgte auch das Thüringer Umweltministerium und ermöglichte eine zügige und unbürokratische Anschlussfinanzierung bis Herbst 2025. Die Projektfortführung gelang nahtlos im Rahmen des Programms zur „Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft“ (ENL). Ein zentraler Projektpartner ist ThüringenForst AöR, der auch die Finanzierung der Maßnahmen bis zum Start des ENL-Projektes sicherstellte. Gemeinsam konnten 630 Wildobst- und Laubbäume sowie -gehölze zur Förderung eines kleinräumigen Biotopverbunds und als wertvolle Nahrungsspender im Staatswald gepflanzt werden. Zudem wurden acht Teiche bzw. Kleinstgewässer neu angelegt sowie drei weitere Feuchtstellen optimiert und langfristig gesichert.

Ein weiterer wichtiger Projektschwerpunkt war und ist die Betreuung der europaweiten Online-Meldestelle. Über diese Plattform können Bürgerinnen und Bürger unkompliziert Beobachtungen der drei heimischen Bilcharten – Gartenschläfer, Siebenschläfer und die streng geschützte Haselmaus – melden. In den sechs Jahren der „Spurensuche Gartenschläfer“ gingen über 10.000 Meldungen ein. Die daraus gewonnenen Nachweise bilden die wesentliche Grundlage für die aktuellen Verbreitungskarten des Gartenschläfers in Deutschland. Daher war die Weiterführung der Meldestelle über das Projektende hinaus von großer Bedeutung und konnte durch die Thüringer Projekte gesichert werden.

Zu den zentralen Aufgaben gehören neben der Verifizierung der eingehenden Meldungen – gemeinsam mit Ehrenamtlichen aus weiteren Bundesländern mit Gartenschläfer-Vorkommen – auch die Nachbearbeitung unvollständiger Einträge, die Betreuung des zugehörigen Postfachs sowie die Beantwortung von Anfragen rund um den „Umgang mit Schlafmäusen im Haus“.

Projektleitung

Anita Giermann


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In Kooperation mit

Gefördert durch

Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen

Das Kompetenzzentrum ist Teil des in Thüringen bestehenden Netzwerks der Natura 2000-Stationen, dem „Thüringer Modell“ zur Pflege und Entwicklung der Natura 2000-Gebiete, -Lebensräume und -Arten, die nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie und Vogelschutzrichtline geschützt sind. Es ist weit über die Landesgrenzen Thüringens hinaus bekannt und bildet für andere Bundesländer ein Vorbild für ein gut funktionierendes Management der FFH- und Vogelschutzgebiete sowie ihrer Lebensräume und Arten.

Veranstaltungen

Neben den viermal jährlich stattfindenden Vernetzungstreffen der Stationsmitarbeitenden – den sogenannten Stationsmeetings – sowie einer Stationsexkursion organisierte das Kompetenzzentrum im Jahr 2025 gemeinsam mit der Natura 2000-Station „Rhön“ den „Thüringer Schäferaustausch“ zwischen Schäferinnen und Schäfern aus Thüringen und dem angrenzenden Bundesland Hessen. Dieser Austausch hat bereits eine lange Tradition und fördert den regelmäßigen Dialog zwischen Schäfern und Schäferinnen beider Bundesländer. Die Teilnehmenden profitieren dabei von den unterschiedlichen Erfahrungen und den spannenden Vorträgen zu aktuellen Entwicklungen und Neuerungen rund um das Thema Schafe und Schäferei.

Infostände

Der Messestand des Netzwerks war in diesem Jahr vielfach im Einsatz. So repräsentierte er die Natura 2000-Stationen auf zahlreichen Veranstaltungen in ganz Thüringen – unter anderem bei den „Thüringen-Tagen“ in Gotha vom 2. bis 4. Mai 2025. Dort kamen Besucherinnen und Besucher mit Mitarbeitenden des Kompetenzzentrums sowie den verschiedenen Natura 2000-Stationen ins Gespräch, um sich über das europäische Schutzgebietsnetz und die wichtige Arbeit des Netzwerks in Thüringen zu informieren.

Darüber hinaus war das Kompetenzzentrum gemeinsam mit der Natura 2000-Station „Unstrut-Hainich/Eichsfeld“ beim „Wir.Sind.Tier“-Festival im Alternativen Bärenpark Worbis mit einem Infostand vertreten. Hier konnten große und kleine Gäste fleißig Nistkästen für Singvögel bauen und zugleich Spannendes über das Netzwerk der Natura 2000-Stationen und über die Wildkatze erfahren.

Prämierung „Natura 2000-Landwirt 2025“

Die diesjährige Prämierung der „Natura 2000-Landwirt/innen“ fand in Auengrund bei der Natura 2000-Station „Grabfeld“ statt – gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Landes, von Naturschutz- und Landschaftspflegevereinen, der Presse sowie weiteren Akteuren des Netzwerkes. Für ihr besonderes Engagement zum Schutz unseres europäischen Naturerbes wurden Matthias und Georg Bürgel vom Bio-Landwirtschaftsbetrieb Bürgel GbR aus der Gemeinde Eckstedt sowie der Schäfereibetrieb von Sven Schmidt aus Auengrund ausgezeichnet.

Austausch mit der Biologischen Station Rhein Siegkreis (Nordrhein-Westfalen)

Ein besonderes Highlight war der dreitägige Austausch mit der Biologischen Station Rhein-Sieg-Kreis im September. Im Rahmen dieses Treffens standen sowohl ein Besuch im Thüringer Umweltministerium als auch Exkursionen zu den drei Natura 2000-Stationen „Grabfeld“, „Rhön“ und „Unstrut-Hainich/Eichsfeld“ auf dem Programm. Die Geschäftsführung der Biologischen Station Rhein-Sieg-Kreis stellte ihre Projekte vor und berichtete von ihren wertvollen Erfahrungen mit einem eigenen Landschaftspflegebetrieb. Dabei wurde deutlich, dass Naturschutzorganisationen mit eigenen landwirtschaftlichen Betrieben naturschutzfachliche Ziele – insbesondere in FFH-Gebieten – sinnvoll und effektiv umsetzen können. Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass solche Betriebe organisatorisch sehr anspruchsvoll und finanziell nur schwer tragfähig sind. Kooperationen mit bestehenden Landwirten und Landwirtinnen erweisen sich daher häufig als praktikablere Lösung. Der Austausch brachte nicht nur wertvolle fachliche Impulse, sondern förderte auch die Vernetzung und die gemeinsame Weiterentwicklung von Projekten – ein Gewinn für den Naturschutz und die nachhaltige Umsetzung von FFH-Maßnahmen in beiden Regionen.

Kontakt

Dr. Martin Sommer

Leiter
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Anna Schneider

Leiterin
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Ina Liebetrau

Mitarbeiterin
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Elias Hammer

Mitarbeiter
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Sonderaufgabe Monitoring

Die Mitarbeitenden der Sonderaufgabe Monitoring (v.l.n.r.): Katinka Sauer, Lars Ludwig, Cathrin Schierenbeck, Dr. Hans Pfestorf, Dr. Laura Mähn, Amanda Falch, Kora Schumann

Das Projekt „Sonderaufgabe Monitoring“ wurde 2024 initiiert und wird durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF) gefördert. Zu seinen Hauptaufgaben zählen Kartierungen im Bereich des Vogel-Monitorings in SPA (special protection area)-Gebieten sowie die Kartierung gesetzlich geschützter Biotope und FFH-Lebensraumtypen im Offenland Thüringens (Offenland-Biotop-Kartierung = OBK). Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausbildung neuer Kartierer*innen, um dem Fachkräftemangel in Gutachterbüros mit Naturschutzschwerpunkt entgegenzuwirken. Dies wird vor allem durch Wissenstransfer innerhalb des Teams erreicht, welches sich aus erfahrenen Expert*innen und Berufseinsteiger*innen zusammensetzt. Daneben nahmen die Mitarbeiter*innen vor Beginn der Kartierungen an verschiedenen Schulungsveranstaltungen der Vogelschutzwarte und des Thüringer Landesamts für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) teil.

Im Jahr 2025 hat das Team der Sonderaufgabe erfolgreich seine erste Geländesaison bestritten. Die Erfassungen für die OBK wurden zum einen in der kreisfreien Stadt Weimar durchgeführt. Außerdem wurde mit der Kartierung des Landkreises Altenburger Land begonnen, welche die Sonderaufgabe noch bis mindestens 2027 beschäftigen wird. Insgesamt haben die drei mit der OBK befassten Mitarbeiter*innen 816 Prüfflächen bearbeitet. Viele der alten Biotope sind dabei durch Nutzungsaufgabe oder Intensivierung der Landwirtschaft leider verloren gegangen. Dies betrifft in den bearbeiteten Gebieten insbesondere alte Streuobstwiesen. An anderer Stelle wurden jedoch auch neue Biotope aufgenommen, zum Beispiel Magere Flachland-Mähwiesen, welche im ersten Durchgang der OBK nicht Bestandteil der Erfassung waren.

Das Vogel-Monitoring konzentrierte sich auf einen 6.300 Hektar großen Teilbereich des SPA 14 im Nationalpark Hainich. Das zusammenhängende und störungsarme Waldgebiet eignete sich dabei hervorragend für die Einarbeitung in die Erfassungsmethodik. Aus 3.054 Beobachtungen von 52 wertgebenden Vogelarten konnten für 16 Arten durch Brutnachweise Reviere gebildet werden. Highlights hierbei waren unter anderem die große Population des Trauerschnäppers sowie Nachweise von Turteltaube und Zwergschnäpper.

Nach der Geländesaison erfolgte im Herbst und Winter des Jahres die Dateneingabe ins FIS-Naturschutz und die Erstellung entsprechender Berichte für das TLUBN und die Vogelschutzwarte. Außerdem wurde die kommende Geländesaison durch öffentliche Bekanntmachung, Einholung von Genehmigungen, Abstimmung mit Stakeholdern, Datenrecherche und GIS-technische Aufbereitung vorbereitet.

Für die fachliche Betreuung der Kartierungen etablierten wir Abstimmungstermine mit dem TLUBN. Dem TMUENF legten wir einen ersten Zwischenbericht, Sachstandsmeldungen und den Entwurf des Arbeitsplans 2026 vor. Daneben führten wir ein Jahrestreffen mit allen relevanten Behördenvertreter*innen durch. Zudem nahmen wir an verschiedenen Veranstaltungen teil, um das Projekt zu vertreten und bekanntzumachen.

In der Projektkoordination kam es zu Jahresbeginn zu einem personellen Wechsel: Dr. Laura Mähn und Dr. Hans Pfestorf übernahmen die Leitung der „Sonderaufgabe Monitoring“. Prof. Dr. Stefan Brunzel unterstützt das Team mit einem reduzierten Stundenumfang weiterhin.

Projektleitung

Dr. Laura Mähn


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Dr. Hans Pfestorf


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Lehrgang „Natura-2000-Manager/in“

Seit 2022 bildet der BUND Thüringen jährlich 45 Fachkräfte im Arten- und Naturschutz weiter. Auch 2025 nahmen wieder 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am bundesweit einmaligen und stark nachgefragten E-Learning-Lehrgang „Natura-2000-Manager/in“ teil. Das Programm vermittelt praxisnahes Wissen für das Management des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000, das 17,5 Prozent der EU-Landfläche umfasst und entscheidend für den Erhalt der biologischen Vielfalt ist. Für die Umsetzung sind gut ausgebildete Fachkräfte unverzichtbar – doch entsprechende Bildungsangebote sind bislang rar.

Erster eigenfinanzierter Lehrgang erfolgreich abgeschlossen

Nach drei Jahren Projektförderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) wurde der Lehrgang erstmals eigenfinanziert durchgeführt. Im Juni 2025 schlossen 39 von 45 Teilnehmenden die Prüfung erfolgreich ab. Seit 2021 wurden insgesamt 136 Personen weitergebildet, 121 davon zertifiziert. In elf Themenblöcken vertiefen die Teilnehmenden unter anderem rechtliche Grundlagen, lernen Lebensraumtypen und gefährdete Arten sowie deren Management kennen, thematisieren Renaturierungsmaßnahmen und beschäftigen sich mit Finanzierung, Umsetzung und Kommunikation von Naturschutzprojekten. Neben Online-Modulen im Selbststudium fanden drei Exkursionen in Thüringen und zwei Seminartage statt. Die Zufriedenheit bleibt weiterhin hoch: Note 1,6 vergaben die Teilnehmenden in der Evaluation dem Lehrgang im Durchschnitt. Damit ist er ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Fachkompetenz im Naturschutz.

Neue Runde gestartet

Am 24. Oktober 2025 begann der nächste Durchgang mit einer Exkursion in den Nationalpark Hainich. Dort lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Wald-Lebensraumtypen kennen und diskutierten Zielkonflikte im Naturschutz. Neu ist die Kooperation mit der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz: Eine zweitägige Exkursion in die Lüneburger Heide vermittelt praktische Erfahrungen zur Moor- und Heiderenaturierung. Der Kurs endet im Juni 2026 mit einer Abschlussprüfung. Der Lehrgang wird kontinuierlich weiterentwickelt, um neue Erkenntnisse und Bedarfe zu integrieren.

Neues EU-Projekt gestartet

Der Fachkräftemangel im Natura 2000-Management betrifft ganz Europa. Deshalb startete am 1. Oktober 2025 ein DBU-gefördertes Projekt (Laufzeit bis März 2027), welches der BUND Thüringen gemeinsam mit dem rumänischen Partner ProPark umsetzt. Ziel ist die Entwicklung eines EU-weiten Bildungskonzepts auf Basis deutscher und rumänischer Erfahrungen. Erste Testmodule werden in Rumänien und Moldawien erprobt – letzteres als EU-Beitrittskandidat mit großem Bedarf an Natura 2000-Knowhow im Falle eines Beitritts. ProPark bringt seine Expertise im Schutzgebietsmanagement ein. Das Projekt soll langfristig dazu beitragen, die Qualität und Verfügbarkeit von Bildungsangeboten im Natura 2000-Bereich europaweit zu verbessern.

Mit beiden Projekten leistet der BUND Thüringen einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der biologischen Vielfalt und zur Qualifizierung von Fachkräften für die Herausforderungen des europäischen Naturschutzes.

Projektkoordination

Portrait Katinka Sauer rund Natura 2000 Manager BUND Thüringen

Katinka Sauer


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In Kooperation mit

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Natura 2000-Station "Possen"

Viele europäisch geschützte Arten sind auf naturnahe Wälder und gut vernetzte Lebensräume angewiesen. Die Natura 2000-Station „Possen“ unterstützt von Sondershausen aus den Aufbau eines landesweiten Wald-Biotopverbundes.

Besonders schützenswert

Etwa 1.000 Hektar Wald am Possen wurden 2018 aus der Nutzung genommen. Der „Urwald von morgen“ vor den Toren Sondershausens bietet wertvolle Lebensräume für Arten des Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Er gehört – ebenso wie 500 Hektar angrenzender Erholungswald – zum FFH-Gebiet „Hainleite – Wipperdurchbruch – Kranichholz“ und damit zum Einzugsgebiet der Station.

Kleinstgewässer im Wald im Fokus

Trockenperioden setzen nicht nur Bäumen zu, sondern lassen auch Klein- und Kleinstgewässer verlanden. Dabei spielen diese Gewässer eine wichtige Rolle für die Artenvielfalt und den Wasserrückhalt nach Starkregen.

Im ENL-Projekt „Kleingewässerpflege im FFH-Gebiet 013 zur Förderung des Kammmolchs und der Geburtshelferkröte“ wurden 2025 in der Hainleite 16 Gewässer entschlammt oder entkrautet und neun weitere Wassertaschen entlang von Wegen verbessert oder neu angelegt.

Eine Veranstaltung mit dem Naturschutzbeirat, eine öffentliche Familienführung sowie ein Austausch mit Mitarbeitenden von ThüringenForst begleiteten die Maßnahmen. 

Zusätzlich wurden im Kyffhäusergebirge Pflegemaßnahmen für Kammmolch und Grasfrosch mit Unterstützung der Stiftung Naturschutz Thüringen umgesetzt.

Herstellung einer Habitatkontinuität für den Eremit

Im östlichen Kyffhäusergebirge befindet sich ein wichtiges Vorkommen des Eremiten. Die lichte Kulturlandschaft bietet zahlreichen Arten Lebensraum, darunter eine rund 300-jährige, geschützte Lindenallee.

Im von der Heinz Sielmann Stiftung und dem Thüringer Umweltministerium geförderten Projekt zur Entwicklung einer Habitatkontinuität im NSG „Ichstedter Lehde“ wurden im Jahr 2025 besiedelte Brutbäume und potenzielle Lebensraumstrukturen kartiert. Daraus entstehen Empfehlungen für eine angepasste Baumpflege, die den Lebensraum sichert und das Fortbestehen dieser streng geschützten Käferart unterstützt.

Natur(a) erleben!

Neben praktischen Schutzmaßnahmen vermittelt die Station Wissen über Waldökosysteme und das europäische Schutzgebietsnetz. Das 2024 gestartete ENL-Projekt „Natur(a) erleben!“ baut die Umweltbildung aus.

Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser und der gleichnamigen Natura 2000-Station werden Kinder und Jugendliche spielerisch an geschützte Arten und Lebensräume herangeführt. Öffentliche Veranstaltungen ermöglichen Naturerlebnisse für alle Altersgruppen.

Stationsleitung

Isabel Hümpfner


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Natura 2000-Station "Unstrut-Hainich/Eichsfeld"

Die Natura 2000-Station „Unstrut-Hainich/Eichsfeld“, als Teil der Wildtierland Hainich gGmbH, betreut vielfältige Naturlandschaften in den Landkreisen Eichsfeld, Unstrut-Hainich-Kreis und im nördlichen Wartburgkreis. Der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal und der Nationalpark Hainich liegen innerhalb des Stationsgebiets. Die Mitarbeitenden der Station entwickeln Naturschutzprojekte für gefährdete Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräume und akquirieren entsprechende Fördermittel, um sie anschließend als Einsatz für die Natur durchzuführen. Die Bandbreite der geschützten Arten und Lebensräume reicht von Amphibien über Tagfalter bis zu Wacholderheiden.

Seit vielen Jahren setzt die Station Maßnahmen für die gefährdete Gelbbauchunke um. In der Zuchtanlage (mit einem Schauterrarium) wurden im Jahr 2025 rund 3.100 Kaulquappen aufgezogen und in dafür vorbereitete, geeignete Gebiete im Westen Thüringens gebracht. Das Projekt kümmert sich auch um die Lebensraumverbesserung weiterer Amphibien wie Kammmolch und Laubfrosch. 

Drei Projekte aus der Thüringer Förderlinie „ENL“ zur „Renaturierung von Kalktuffquellen und kalkreichen Niedermooren“, „Wacholderheiden am Hainichrand“ und „Waldbiotopverbund für die Wildkatze“ wurden im Jahr 2025 erfolgreich abgeschlossen. Das Verbundprojekt „CAP4GI“, welches sich zum Ziel gesetzt hatte, Erfahrungen aus der landwirtschaftlichen Praxis für die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik nutzbar zu machen, wurde mit einer großen Abschlussveranstaltung im Augustinerkloster beendet. Dieses Jahr starteten drei neue „ENL“-Projekte, welche den „Aufbau einer/s Landschaftspflegeherde/-hofs“, die „Wiederherstellung von Trockenhängen bei Falken (Gemeinde Treffurt)“ und eine „Machbarkeitsstudie zur Kulturlandschaft am Hainichrand“ thematisieren. 

Richtig durchgestartet ist das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Projekt „Management für Lichtwaldarten“. Es konnten vielversprechende Waldgebiete verschiedener Größe in ganz Thüringen akquiriert werden, die nun mit entsprechenden Maßnahmen für artenreiche lichte Waldstrukturen optimiert werden. Im Fokus stehen dabei die vier Zielarten: Frauenschuh, Hirschkäfer, Heckenwollafter und Schwarzer Apollo, die vor allem in lichten (Laub-)Wäldern vorkommen und in unserer Landschaft stark gefährdet sind. Ziel des sechsjährigen Projektes ist es, neue Multifunktions-Waldnutzungssysteme und darauf aufbauende forstliche Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um lichten Wäldern mit ihren seltenen tierischen und pflanzlichen Bewohnern wieder gute Lebensbedingungen zu bieten und sie langfristig zu erhalten. 

Bei vielen Projekten arbeiten die Mitarbeitenden der Station und der Projekte mit Kreis- und Ortsgruppen des BUND, zuständigen Behörden oder anderen lokalen Akteuren zusammen. In der Zusammenarbeit mit den BUND-Ortsgruppen entstehen neue Projektideen und es werden gemeinsame Veranstaltungen angeboten, die von Fledermausnacht bis Streuobstfest reichen. 

Weitere Infos unter: 

www.nat-2000.de

www.lichtwaldarten.de

Stationsleitung

Dr. Juliane Vogt


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Partner

Wildtierland Hainich gGmbH

Die Wildtierland Hainich gGmbH ist ein gemeinnütziges Unternehmen an der Schnittstelle von Naturschutz, Tourismus, Umweltbildung und Regionalentwicklung mit dem BUND Thüringen als Hauptgesellschafter. Das Unternehmen trägt das Wildkatzendorf Hütscheroda, die Natura 2000-Station „Unstrut-Hainich/Eichsfeld“ und setzt zahlreiche praktische Naturschutzprojekte um. Weitere Infos zum Unternehmen unter: www.wildtierland-hainich.de

BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda

Erlebnis Wildkatze und Luchs

Das BUND-Wildkatzendorf ist mit der Ausstellung „Aug‘ in Aug‘ mit Wildkatze und Luchs“ neben dem Baumkronenpfad die Hauptattraktion für Gäste des Nationalparks Hainich. Im Wildkatzenkino werden Filme über das „Rettungsnetz Wildkatze“, das Luchsprojekt und den Nationalpark Hainich gezeigt. Höhepunkt jedes Besuchs sind die moderierten Schaufütterungen der Wildkatzen und Luchse, die mehrmals täglich im Gehegebereich „Wildkatzenlichtung“ stattfinden. Auch Zwergmäuse und Gelbbauchunken können in Schauterrarien bewundert werden. Die Gelbbauchunken werden nachgezüchtet und ausgewildert, um so einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz zu leisten (s. Beitrag über die Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld).

Viele Gäste und viele Veranstaltungen

Über 27.000 Gäste besuchten im Jahr 2025 das Wildkatzendorf. Unter den Gästen waren auch einige Gruppen des BUND, die ein Wochenende im Hainich verbrachten, mit fachlichen Informationen zu den Naturschutzprojekten versorgt wurden und mit dem BUND-Wildkatzenexperten Thomas Mölich auf Wanderung gingen. Diese Angebote sollen im kommenden Jahr weiter ausgebaut und bei den BUND-Landesverbänden und Kreisgruppen beworben werden. Auch Gruppen von Studierenden, Naturpark- und Nationalparkrangern und sonstige Fachgruppen erlebten Fachvorträge und fachlich orientierte Wanderungen in Hütscheroda.

Wichtiger Bestandteil der Umweltbildung im Wildkatzendorf war erneut das Programm „Urwaldforscher*innen am Hainichrand“ für Schulklassen und Kindergartengruppen. Etwa 1.600 Kinder und Jugendliche erlebten jeweils einen spannenden Projekttag rund um das Thema „Wald und Wildkatze“. Gefördert wurde dieses Angebot im Rahmen des BUND-Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“ durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF).

Zu den weiteren Highlights zählten die vielen besonderen Veranstaltungen, wie der „Wilde Donnerstag für Kinder von 6 bis 12“, das Wildkatzen-Kindercamp oder das „Abendrendezvous mit den wilden Katzen“ mit Lagerfeuer und Stockbrot. Zum „Tag des Luchses“ im Juni und zum „Tag der Katze“ im August haben wir mit Partnern wie dem Nationalpark Hainich ein besonderes Programm veranstaltet. Zum Saisonauftakt im Frühjahr wurde das von der Natura 2000-Station Possen entwickelte „Waldbiotopverbund-Spiel“ ausprobiert (s. Foto) und in den Folgemonaten in der Umweltbildung getestet. Mit den ausgewerteten Erfahrungen wird das Spiel nun weiterentwickelt.

Natur für alle erlebbar machen und soziale Verantwortung tragen

Der Besuch des Wildkatzendorfes Hütscheroda soll künftig barriereärmer sein. „Wir machen uns auf den Weg für alle“ – dies ist das Motto der neuen Bildungspartnerschaft zwischen der Wildtierland Hainich gGmbH und dem Diakonischen Bildungsinstitut (dbi) Johannes Falk. So werden die Angebote des Wildkatzendorfes überprüft und der Blick für unterschiedliche Bedürfnisse in der Jugend- und Erwachsenenbildung geöffnet.

Mit der Unterstützung aus dem Regionalbudget der RAG LEADER Wartburgregion wurde in diesem Jahr auch ein automatischer externer Defibrillator (AED) zentral im Ort Hütscheroda installiert – ein Projekt, welches zeigt, dass Naturschutz, Regionalentwicklung und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen.

Mehr zu den Angeboten des BUND-Wildkatzendorfs unter www.wildkatzendorf.de

Geschäftsführung

Dr. Katrin Vogel


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Naturstiftung David

Mit 19 Mitarbeitenden förderte die Stiftung des BUND Thüringen auch im Jahr 2025 zahlreiche Umweltinitiativen in den ostdeutschen Bundesländern und setzte ihre eigenen regionalen wie bundesweiten Vorhaben im Natur- und Klimaschutz fort. 

Projektförderung 

Die Zahl der Projektanträge hatte sich gegenüber 2024 nahezu verdoppelt. Entsprechend unterstützte die Naturstiftung David im Jahr 2025 insgesamt 33 Vorhaben mit 92.601 Euro. Davon stellte die Regina Bauer Stiftung 33.101 Euro für Projekte des Tierartenschutzes bereit. Unter anderem erhielt das Projekt „Xero“ des BUND Sachsen die Höchstförderung von 15.000 Euro, um damit den Eigenanteil für eine Bundesförderung zu finanzieren. Weitere 16 Vorhaben wurden mit Fördersummen zwischen 2.000 und 5.000 Euro bedacht – darunter das Projekt „Wälder für die Haselmaus“ des BUND Thüringen. Zusätzlich wurden 16 Kleinprojekte mit jeweils bis zu 500 Euro gefördert, davon sechs Initiativen aus Thüringen.

Stiftungseigene Projekte 

In neun eigenen Projekten engagierte sich die Naturstiftung David auch 2025 für Natur- und Klimaschutz. Ein zentraler Meilenstein war die Bewilligung der Maßnahmenphase für das Naturschutzgroßprojekt „Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald“. Ab 2026 können damit über zehn Jahre hinweg wertvolle Lebensräume gezielt geschützt, renaturiert und ökologisch stabilisiert werden.

Das Hohe-Schrecke-Team arbeitete 2025 intensiv an der Vorbereitung des Erwerbs einer rund 1.000 Hektar großen Waldfläche. Sie soll die bestehende Waldwildnis maßgeblich erweitern und langfristig als Raum für Artenvielfalt, Klimaschutz sowie Naturerleben gesichert werden.

Im Projekt Weidewonne wurden ein neues Wissensformat (Weidewonne-Weidewissen) geschaffen, etablierte Vernetzungsveranstaltungen wie die Wollwerkstatt erfolgreich fortgeführt und die Marketingaktivitäten um weitere Produktideen und Absatzwege ergänzt, um die 42 Thüringer Landschaftspflege-Schäfereien im Netzwerk zu stärken. Bei der Bundesdelegiertenkonferenz des BUND stellte sich das Projekt mit eigenem Stand vor.

Auch im Fledermausschutz blieb die Stiftung aktiv: 2025 arbeitete sie gemeinsam mit neun Partnerorganisationen an der Entwicklung eines fünfjährigen Verbundprojektes zum Schutz von Waldfledermäusen – mit vielversprechenden Aussichten auf eine Bewilligung.

Zudem begleitete die Stiftung 2025 zwei besondere Jubiläen: Zwanzig Jahre Nationales Naturerbe und zehn Jahre Initiative „Wildnis in Deutschland“. An der Organisation der Feierlichkeit zum Nationalen Naturerbe in Berlin wirkte das Team maßgeblich mit.

Weitere Stiftungsprojekte unter www.naturstiftung-david.de

Geschäftsführung

Adrian Johst


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BUNDjugend Thüringen

2025 war für uns ein starkes Jahr voller Engagement, Begegnungen und Bewegung. Den Auftakt machte unsere Teilnahme an der „Wir haben es satt!“-Demo in Berlin – laut, sichtbar und mit vielen motivierten Aktiven. Im Frühjahr startete unsere Müllsammelaktion im Rahmen des Erfurter Frühjahrsputzes mit 26 Teilnehmenden – daraus entstand eine ganze Reihe regelmäßiger Clean-ups von Juni bis Oktober. Ein Highlight im April war die Einweihung der Streuobstwiesen-Entdeckerbox auf der BUND-Streuobstwiese in Erfurt: Beim Familienfest mit rund 250 Besucher*innen wurde die Wiese zum Lern- und Erlebnisort für Groß und Klein.

Am Grünen Band waren wir gleich mehrfach aktiv – mit einer Jugendleiter*innenschulung und mehrtägigen Wanderung in Thüringen sowie einer internationalen Jugendbegegnung in Slowenien und Ungarn. Auch unsere beiden Camps im Nationalpark Hainich trotzten dem Regen – 20 Kinder zwischen 8 und 14 Jahren erlebten Natur hautnah.

Im Herbst folgten gemeinsame Veranstaltungen mit der Heinrich-Böll-Stiftung zu gerechtem und nachhaltigem Wohnen in Jena. Anfang November trafen sich unsere Aktiven zur Klausurtagung, planten neue Aktionen für 2026 und wählten den neuen Jugendlandesvorstand. Im November eröffneten wir auch den Kunstpfad zur Streuobstwiese in Erfurt – gemeinsam mit Schüler*innen und Künstlerinnen gestaltet.

Thematisch haben wir 2025 wichtige Akzente gesetzt: zu Awareness, zum 28-Euro-Ticket für Schüler*innen und junge Menschen in Thüringen und mit der Weiterentwicklung unseres Kinderschutzkonzepts.

Meine Erlebnisse bei der „Wir haben es Satt“ Demo in Berlin (Januar 2025) – ein Bericht von Fenja aus unserem Jugendlandesvorstand

Am 18. Januar 2025 haben wir uns gleich am Morgen auf den Weg von Erfurt mit dem Zug nach Berlin gemacht, um dort bei der „Wir haben es Satt“ Demo dabei zu sein. In der Hauptstadt haben wir vor wichtigen Orten, wie dem Deutschen Bundestag, für eine gerechtere und umweltfreundlichere Agrarwirtschaft demonstriert. Besonders die Tierhaltung und ihre Auswirkungen auf das Tierwohl und die Umwelt liegen mir sehr am Herzen. Trotz winterlicher Kälte haben wir gemeinsam mit ganz viel anderen Aktivisti ordentlich Lärm für das Thema gemacht, welches leider immer noch zu wenig gehört wird. Neben der Demonstration gab es auch mehrere Stände, die über die Themen rund um unsere Landwirtschaft aufgeklärt und mit nachhaltig produzierten Speisen begeistert haben. So haben wir gemeinsam gegen das Tierleid, fehlende Nachhaltigkeit sowie die Ungerechtigkeit und den Lobbyismus in der Agrarindustrie die Stimme erhoben.

Meine Erfahrungen als Teamer im Wildkatzencamp (Juli 2025) – ein Bericht von Timon aus unserem Jugendlandesvorstand

Kinder, die besonders viele Erfahrungen in der Natur machen, setzen sich auch langfristig stärker für den Schutz derselben ein. Deshalb ist es Aufgabe der (Jugend-)Umweltverbände, Kindern diese Möglichkeit bereitzustellen. Ich hatte 2025 durch mein Engagement bei der BUNDjugend das Glück, eines dieser Projekte als Teamer zu begleiten. Drei Nächte verbrachten die zehn Teilnehmenden und drei Teamer*innen im “Wildkatzencamp” im Nationalpark Hainich. Highlight des Camps war eine Führung durch den Nationalpark mit einer Rangerin, bei der die Teilnehmenden (und auch wir) sehr viel Neues über die Tier- und Pflanzenwelt des Hainichs lernen konnten. Besonders in Erinnerung werden mir auch die kleinen Momente bleiben: das Knistern des Lagerfeuers, die Werwolf-Abende, die Erzählungen der Kinder und die Nächte in der Hängematte, ganz umgeben von der Natur.

Meine Eindrücke von der Gipskarst-Exkursion (26./27.09.2025) – ein Bericht von Evi aus unserem Jugendlandesvorstand

Im September nahm ich an einer Exkursion der BUNDjugend teil - das war mein erster Kontakt mit der BUNDjugend Thüringen. Nach der Anreise bei Wind und Wetter und einer langen Wanderung erreichten wir die Unterkunft, wo uns ein warmes Abendbrot erwartete. Die Exkursion bot uns einen Einblick in die Karstlandschaft im Südharz, die durch ein hohes Gipsvorkommen und die dadurch entstandenen Hügel, Schluchten und Gefälle geprägt ist. Auf den Wanderungen lernten wir vor Ort geologische Merkmale und die Einzigartigkeit der Landschaft kennen. Am Abend trafen wir die Bürgerinitiative Hainroda, die sich aktiv gegen den Gipsabbau in der Region einsetzt. Wir sprachen über besondere Arten wie Haselmäuse und Siebenschläfer, die dort vorkommen und besuchten eine Scheune, in der ausschließlich mit Gipsalternativen gebaut wird. Es war schön, den Gipskarst-Naturschutz nicht nur inhaltlich zu verstehen, sondern auch vor Ort gesehen zu haben. Meine Erwartungen an eine BUND-Jugend Exkursion wurden positiv bestätigt.

Landeskoordination

Kathleen Ehrlich


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Die Arbeit unserer Kreisverbände

In Thüringen engagieren sich zahlreiche Ehrenamtliche in ca. 20 Kreis- und Ortsgruppen. Das Engagement kann dabei ganz unterschiedlich aussehen:

In Jena an der Gestaltung eines sicheren Radverkehrs mitwirken, ein Mehrwegbecher-Projekt in Weimar auf den Weg bringen, Stellung nehmen zu Bebauungsplänen in Erfurt, der Gipsindustrie im Südharz die Stirn bieten, sich an der Konzeptionierung von Geras neuer Mitte beteiligen, bei einem Biotoppflegeeinsatz in Sonneberg die Sense schwingen, Ansitzwarten für das Braunkelchen im Grabfeld stellen, im Naturlehrgarten Ranis Büsche verschneiden, Lichtbildervorträge in Rudolstadt organisieren, Hochbeete anlegen in Suhl, in Schmalkalden-Meiningen im Urwaldcamp am Lagerfeuer sitzen, im Wartburgkreis Orchideenwiesen pflegen, im WildWuchsGarten in Gotha Unkraut zupfen, Pflanzen tauschen in Greiz, die Grünflächen in Stadtroda insektenfreundlicher gestalten, der Bewirtschaftung des Bauerngartens in Bad Langensalza beiwohnen, in Mühlhausen Müll sammeln oder im Eichsfeld Amphibienzäune betreuen… 
Unsere Aktiven vor Ort entscheiden selbst, wie sie sich für die Natur und Umwelt vor ihrer Haustür stark machen.

Ansprechpartnerin

Anita Giermann

Freiwilligenmanagement
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Aktivitäten 2025

Saale-Holzland-Kreis

Schmalkalden-Meiningen

Wartburgkreis & Eisenach

Bad Langensalza

 (BUND Bad Langensalza)

Der BUND-Ortsverband Bad Langensalza wurde im September 2025 mit dem zweiten Platz des Thüringer Umweltpreises ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt ein Projekt, das Kröten, Molche und Frösche am Amphibienschutzzaun vor Waschbären schützt. 

Seit vielen Jahren engagiert sich der Ortsverband für den Schutz von Amphibien im Unstrut-Hainich-Kreis. Freiwillige Helferinnen und Helfer stellen Schutzzäune auf, um die Tiere sicher über die Straße zu befördern. Doch in den letzten Jahren kam eine neue Gefahr hinzu: Waschbären hatten die traditionellen Sammeleimer als „gedeckten Tisch“ entdeckt und die Amphibien in großer Zahl getötet und gefressen. Um die Sammeleimer vor dem Zugriff von Waschbären zu schützen, entwickelte der BUND-Ortsverband eine Idee und setzte sie um. Die Sammeleimer wurden mit Holzdeckeln versehen, die es den Amphibien ermöglichen, in die Eimer zu kriechen, in welche die Waschbären jedoch nicht hineingreifen können. 

Der nun verliehene Thüringer Umweltpreis würdigt das ehrenamtliche Engagement des Verbands, das weit über den Amphibienschutz hinausgeht. 
Der BUND-Ortsverband Bad Langensalza setzt sich seit Jahren für den Erhalt der regionalen Artenvielfalt sowie den Schutz von Lebensräumen ein und setzt zahlreiche Projekte und Aktionen der Umweltbildung um.

Eichsfeld

Im vergangenen Jahr haben unseren Kreisverband drei Großprojekte besonders beschäftigt. Während wir in unserer Stellungnahme die geplante Erweiterung des Kalksteintagebaus Deuna der Firma Dyckerhoff GmbH weiterhin rigoros ablehnen, sehen wir im Sachlichen Teilplan Windenergie der Regionalen Planungsgemeinschaft Nordthüringen durchaus Chancen für die Region – wenngleich wir die Planung kritisch begleiten und das auch in unserer Zuarbeit zur Stellungnahme des BUND deutlich machten. Natürlich haben wir wachsam auch auf die weiteren Aktivitäten der Bergbauentwickler Südharz Kali GmbH im Eichsfeld geschaut – die aber wurden mit dem Herbstwind mangels verfügbarer Finanzen der Aktiengesellschaft erstmal vom Tisch geweht. Hier warten wir die weiteren Entwicklungen ab. 

Erfreulicherweise waren bei uns im zeitigen Frühjahr wieder mehr Amphibien als in den vergangenen Jahren unterwegs, so dass wir am Heiligenstädter Holzweg etliche Tiere hinüber zum Paradiesteich tragen konnten. Unser Herzensprojekt Wildbienen konnten wir weiter ausbauen, weil das Interesse daran sehr hoch ist.

Eine gemeinsame Orchideenwanderung am Grünen Band mit Menschen aus dem Göttinger BUND-Kreisverband bot Gelegenheit zum Austausch und stärkte unsere Kontakte. Neue knüpften wir zum BUND-Kreisverband Hildesheim, dessen Mitglieder uns im Eichsfeld besuchten und mit uns zum West-Östlichen Tor wanderten.

www.bund-thueringen.de/eichsfeld

Erfurt

Im Jahr 2025 war der BUND Erfurt mit vielfältigen Aktionen und einem starken ehrenamtlichen Engagement aktiv. Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Pflege und Weiterentwicklung der Streuobstwiese, die von rund 20 Ehrenamtlichen betreut wird. Neben der Pflanzung neuer Obstbäume bereicherten ein großes Familienfest zur Einweihung der Streuobstwiesen-Entdeckerbox mit etwa 250 Besucher*innen sowie eine öffentliche Pflückaktion mit mobiler Saftpresse das Jahresprogramm. Auch ein neu gestalteter Zugangsweg mit thematischen Holzsäulen und ein winterlicher Familiennachmittag stärkten die Umweltbildung vor Ort. 

Darüber hinaus engagierte sich der Kreisverband intensiv für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt im Bündnis „Weltoffenes Thüringen“. Mit gut besuchten Podiumsdiskussionen und Sommerdialogen wurde der Austausch zwischen Bürger*innen und Politik gefördert. Im Bereich Klimaschutz setzte sich der BUND-Stadtverband weiter für die Umsetzung des Erfurter Klimaschutzkonzeptes ein und beteiligte sich an Klimastreiks. 

Ein zusätzlicher Fokus lag auf nachhaltiger Mobilität, etwa im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche mit Aktionen wie dem „Parking Day“ und Diskussionsformaten zur Verkehrswende. Fachlich brachte sich der Verband mit zahlreichen Stellungnahmen zu Stadtentwicklungsprojekten ein. Gut besuchte Fledermausführungen, Infostände und Vorträge rundeten das Engagement ab und luden viele Menschen zum Mitmachen ein.

www.bund-erfurt.de

Gera

Im Jahr 2025 war der BUND Gera vor allem in der kommunalpolitischen Arbeit und in Beteiligungsprozessen aktiv. Der Schwerpunkt lag auf der Begleitung zentraler Planungs- und Klimaschutzprozesse der Stadt. Besonders intensiv beschäftigten wir uns mit der Umsetzung des Klimaschutzprogramms der Stadt Gera. Dabei setzten wir uns für eine breite und frühzeitige Beteiligung der Bürger*innen ein und brachten unsere Perspektiven in den Austausch mit Verwaltung und Klimaschutzmanagement ein.

Darüber hinaus beteiligte sich der Stadtverband mit eigenen und gemeinsamen Stellungnahmen als Träger öffentlicher Belange (TÖB) an verschiedenen Planungsverfahren. Ein Schwerpunkt lag auf Fragen der Flächennutzung, bspw. den Folgen der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für andere Zwecke in Verbindung mit steigenden Bodenpreisen und Einschränkungen für die landwirtschaftliche Nutzung.

Weitere Beiträge leisteten wir bei der kommunalen Wärmeleitplanung, beim Netzentwicklungsrahmen sowie in Workshops zur Stadtentwicklung. Hier brachten wir unter anderem Vorschläge zur Umnutzung versiegelter Flächen ein – etwa durch Entsiegelung, ökologische Aufwertung und Mehrfachnutzung von Gebäuden zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität.

Auch im Austausch mit Bildungseinrichtungen war der BUND präsent: Bei Vorlesungen an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach wurde die Bedeutung von Bürgerbeteiligung in Planungsprozessen thematisiert. Insgesamt setzte sich der Stadtverband damit weiterhin für eine nachhaltige und bürgernahe Stadtentwicklung in Gera ein.

www.bund-thueringen.de/gera

Gotha

Der BUND Gotha organisierte auch in diesem Jahr wieder Ausflüge für seine Mitglieder und Interessierte. So zum Beispiel die Familienwanderung auf den Kriegberg: Mit Miniaquarium, Kescher und Lupe ausgerüstet, wurden Wasserinsekten in den Wasserlöchern erkundet. Beim nachhaltigen Spaziergang in Bad Tabarz kamen wir bei einem Rundgang und Picknick in den Austausch zum Thema Nachhaltigkeit im Alltag. 

Durch das 1250-jährige Jubiläum der Stadt Gotha gab es viele Gelegenheiten, den BUND bei Festen und Veranstaltungen zu repräsentieren, unter anderem beim MDR-Osterspaziergang mit einem vegetarischen Imbiss. Mitglieder des Kreisverbands beteiligten sich zudem wieder an der Feldhamster-Kartierung: Hier werden Hamster-Bauten gesucht und auf einer Karte eingetragen, so dass der Hamster-Bestand festgestellt und Landwirte und Landwirtinnen für Maßnahmen, welche Feldhamster unterstützen, entschädigt werden können. Der Landkreis Gotha ist Hamsterland! 

Im Bereich Umweltbildung konnten wir eine Schulklasse und eine Hortgruppe für Projekttage gewinnen. Sie erfuhren viel Wissenswertes über Bienen, Schmetterlinge und die Streuobstwiese.

www.bund-thueringen.de/gotha

Greiz

Pflanzentauschbörse des BUND Greiz  (BUND Greiz)

Der Greiz Ortsverband veranstaltete auch in diesem Jahr wieder seine traditionellen Pflanzentauschbörsen im Frühling und Herbst. Damit bringen wir nicht nur eine bunte Vielfalt in Gärten, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz und zur Nachhaltigkeit. Die Pflanzentauschbörsen, bei welchen auch Saatgut getauscht werden kann, werden von den Greizer Bürgerinnen und Bürgern gut besucht. 

Weiterhin reichten wir sieben Stellungnahmen zu Bauvorhaben im Landkreis Greiz ein. Bis 2025 war der BUND auch im Naturschutzbeirat der Unteren Naturschutzbehörde Greiz vertreten. Hier haben anerkannte Umweltverbände die Möglichkeit, die Behörde wissenschaftlich und fachlich zu beraten. 

Wir möchten an dieser Stelle herzlich Herrn Dr. Christian Wonitzki für sein jahrzehntelang währendes Engagement im Bereich der Verfahrensbeteiligung danken und wünschen ihm den verdienten Ruhestand abseits der Aktivitäten für den BUND.

www.bund-thueringen.de/greiz

Hildburghausen

Foto: Sebastian Gabler

Im Jahr 2025 engagierte sich der BUND Hildburghausen erneut vielfältig für den Schutz von Natur und Landschaft in der Region. 

Besondere Aufmerksamkeit erhielt weiterhin die „Hirschkäferwiege“ in Römhild – ein Projekt zum Schutz des seltenen Hirschkäfers. Durch Pflege, Information und Öffentlichkeitsarbeit – wie einer Wanderung zum Hirschkäferbiotop im Juni – trägt der Kreisverband dazu bei, diesen wichtigen Lebensraum langfristig zu sichern und das Bewusstsein für den Schutz heimischer Insekten zu stärken. 

Auch Umweltbildung und Naturerlebnis spielten eine zentrale Rolle. Mit Exkursionen wie der traditionellen Wanderung auf den Gleichberg zur Sonnenwende zusammen mit den Steinsburgfreunden e. V. und Informationsangeboten brachte der Kreisverband interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Natur der Region näher und vermittelte Wissen über ökologische Zusammenhänge. Gleichzeitig boten gemeinsame Aktionen Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung engagierter Naturschützerinnen und Naturschützer.

www.bund-thueringen.de/hildburghausen

Jena

Zwischen der aktuellen Forschung zu den globalen Klimaveränderungen und lokalen Vorhaben im Verkehrsbereich bewegte sich das Themenspektrum des BUND Jena im Jahr 2025. Einen auch für Laien gut verständlichen Überblick zur Freisetzung und Verteilung von Kohlenstoffverbindungen in der Erdatmosphäre verschaffte uns ein Experte aus unserem Mitgliederkreis, der am Jenaer Institut für Biogeochemie tätig war. Auf dieser Basis diskutierten wir die in verschiedenen Ländern verfolgten Ansätze zur Verminderung der CO2-bedingten Klimaveränderungen. 

Unser Engagement gegen den geplanten Ausbau der B88 im Jenaer Stadtgebiet – die sogenannte Osttangente – setzten wir fort. Bei einem zweiten Erörterungstermin zu diesem Vorhaben konnten wir plausibel darstellen, dass es eine wesentliche Diskrepanz zwischen den von der Stadt Jena benannten Planungszielen und den tatsächlichen Ergebnissen der Verkehrsmodellierung gibt. Zudem haben wir deutlich gemacht, dass das Vorhaben nicht mit dem von der Stadt beschlossenen Klima-Aktionsplan vereinbar ist.

Unsere jährliche Familienradtour führte uns in die Jugendherberge Froschmühle im Eisenberger Mühltal. Vor Ort sowie auf dem Hin- und Rückweg konnten wir die schöne Natur im Thüringer Holzland und in den Seitentälern der Saale bei bestem Wetter erleben. 20 Kinder und Jugendliche und ebenso viele Erwachsene waren bei der Tour dabei. Im September rundete eine Apfelernte mit anschließender Vermostung unser Jahresprogramm ab.

www.bund-thueringen.de/jena

Mühlhausen

Im Jahr 2025 war der BUND Mühlhausen mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen aktiv und setzte wichtige Impulse für Natur- und Umweltschutz vor Ort. Ein zentraler Schwerpunkt lag im praktischen Naturschutz: Beim Amphibienschutz im Frühjahr unterstützten Ehrenamtliche mehrfach die Wanderung von Kröten am Stadtwald und am Thomasteich. Auch eine Müllsammelaktion am Rieseninger Berg mobilisierte engagierte Bürger*innen und stärkte das Bewusstsein für eine saubere Umwelt. 

Exkursionen und Umweltbildung spielten ebenfalls eine wichtige Rolle. So beteiligte sich die Ortsgruppe an einer geführten Frühlingswanderung im Stadtwald sowie an einer Pilzwanderung in Oberdorla. Darüber hinaus wurden Kontakte und Inspiration durch den Besuch eines Gemeinschaftsgartens in Erfurt gewonnen. 

Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Jahres war die Entwicklung eines Quartiersgartens in Mühlhausen. Nach mehreren Planungstreffen und Abstimmungen konnte im November eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt und lokalen Partnern unterzeichnet werden. Begleitend dazu präsentierte die Ortsgruppe ihre Arbeit im September in einer Ausstellung in der Stadtwerkstatt.

Mit Infoständen bei Stadtteil- und Umweltfesten sowie durch regelmäßige Treffen stärkte der Ortsverband die Vernetzung vor Ort und gewann neue Mitstreiter*innen für den Naturschutz.

www.bund-thueringen.de/unstrut-hainich

Nordhausen

Im Jahr 2025 setzte sich der BUND Nordhausen mit großem Engagement für Natur- und Umweltschutz in der Region ein. Ein Schwerpunkt lag auf der kritischen Begleitung von Planungsprozessen und der Einreichung einer Klage gegen die Zulassung des Hauptbetriebsplans 2020–2024 für den Gips- und Anhydrittagebau „Woffleben/Himmelsberg“, um den Schutz sensibler Landschaften zu stärken. Zudem brachte sich der Kreisverband mit fundierten Stellungnahmen in zahlreiche Verfahren ein – etwa zur Windenergieplanung, zu Photovoltaik-Vorhaben und zum Landesentwicklungsplan des Landes Sachsen-Anhalt.  

Auch praktische Naturschutzarbeit spielte eine wichtige Rolle: Bei einem Pflegeeinsatz im Naturschutzgebiet „Bromberg“ bei Niedersachswerfen wurden wertvolle Lebensräume für seltene Pflanzenarten erhalten. Ergänzend beteiligten sich Mitglieder an weiteren Pflegeaktionen in der Region.

Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung prägten das Jahr ebenso: Mit Infoständen, Vorträgen – etwa zum fairen Handel – sowie Aktionen zum Gipskarst wurde die Arbeit des BUND sichtbar gemacht. Ein MDR-Beitrag zu Naturgipsalternativen sowie eine Banneraktion an der Hochschule Nordhausen setzten wichtige Impulse in der Debatte um Rohstoffgewinnung. Exkursionen und Veranstaltungen boten zudem Raum für Austausch und Naturerleben.

Durch die Mitarbeit in zahlreichen Fachgremien auf Kreis-, Landes- und Bundesebene wirkte der Kreisverband kontinuierlich an naturschutzpolitischen Entscheidungen mit und stärkte so den Schutz von Natur und Landschaft nachhaltig.

www.bund-thueringen.de/nordhausen

Saale-Holzland-Kreis

Im Jahr 2025 setzte der BUND Saale-Holzland-Kreis seine zentralen Projekte konsequent fort. Im Fokus stand die Pflege einer innerstädtischen Streuobstwiese, die gemeinsam mit Schüler*innen entstanden ist. Durch Baumpflege und eine zweimal jährliche Sensenmahd wurde die Artenvielfalt gefördert – verbunden mit wertvollen Gesprächen mit Anwohnenden über Biodiversität und deren Schutz. Ergänzend wurden zwei Nistkästen für Mauersegler installiert, um bestehende Populationen zu stabilisieren. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bekämpfung invasiver Neophyten. Während der Japanische Knöterich inzwischen kontrollierbar ist, erfordert das Zurückdrängen des Orientalischen Zackenschötchens weiterhin intensiven Einsatz. Hier arbeitet der Kreisverband eng mit der Natura 2000-Station „Mittleres Saaletal“ sowie lokalen Behörden und Ehrenamtlichen zusammen. 

Mit der Teilnahme am „Fest des Waldes und der Jagd“ in Hummelshain stärkte der Verband zudem seine Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere zu Lebensräumen der Wildkatze. Ein besonderer Höhepunkt war die Auszeichnung mit dem Umweltpreis des Landkreises, die das langjährige Engagement würdigt und Motivation für zukünftige Mitmachaktionen schafft. 

www.bund-thueringen.de/saale-holzland

Saale-Orla-Kreis

Sommerfest 2025 des BUND Kreisverbandes Saale-Orla-Kreis

Mittelpunkt des ehrenamtlichen Engagements war auch 2025 wieder der Naturlehrgarten in Ranis. Seit einiger Zeit übernimmt Ulrike Partheymüller die Arbeit für den Kreisverband und löst somit Bettina Ermer ab, welche jahrelang die Aktivitäten des BUND Saale-Orla-Kreis plante und durchführte. Bettina bleibt dem Naturlehrgarten weiterhin erhalten. Wir möchten ihr an dieser Stelle aber trotzdem einen herzlichen Dank für ihre Arbeit aussprechen.

Neben der Öffnung des Gartens im Rahmen des Aktionstages „Tag der offenen Gärten“, in denen dieser seit vielen Jahren der Eröffnungsgarten für die Region „Orlatal“ ist, war das Sommerfest das Highlight in 2025. Ulrike Partheymüller servierte den Besuchern selbstgebackenen Kräuterkuchen, wie eine Mädesüß-Erdbeer-Torte, und führte alle Interessierten durch den Garten, in welchem auch zahlreiche Pflanzen wachsen, die Eingang in ihre Backrezepte finden. Später klang der laue Sommerabend mit gegrillten Würsten, Käse und veganen Leckereien aus. Zahlreiche neue Besucher lernten so den Naturlehrgarten kennen.

Auch 2026 wird der Naturlehrgarten in Ranis wieder der Eröffnungsgarten für den „Tag der offenen Gärten“ sein. Am 05.07.2026 erhalten Interessierte hier ihre Eintrittskarte für alle anderen offenen Gärten der Region.

www.bund-thueringen.de/saale-orla

Saalfeld-Rudolstadt

Ein wichtiger Meilenstein für den BUND Saalfeld-Rudolstadt war im Jahr 2025 die Neuwahl des Kreisvorstandes im November, bei der Jörg Fritz zum Vorsitzenden gewählt wurde. Der Vorstand wurde auf fünf Mitglieder erweitert, um den gewachsenen Aufgaben und der positiven Mitgliederentwicklung gerecht zu werden. Die gestiegene Zahl an Engagierten ermöglicht es, neue inhaltliche Schwerpunkte zu setzen und bestehende Projekte auszubauen.

Ein zentraler Fokus lag weiterhin auf praktischen Naturschutzmaßnahmen. Regelmäßige Pflegeeinsätze, etwa auf dem „Alten Weinberg“ in Oberpreilipp, trugen zum Erhalt wertvoller Kulturlandschaften und Lebensräume bei. Ergänzt wurden diese durch weitere Aktionen im Bereich Landschaftspflege sowie durch die Beteiligung an regionalen Umweltinitiativen.

Insgesamt zeigte sich 2025 als ein Jahr der Konsolidierung und Weiterentwicklung: Mit gestärkten Strukturen, wachsender Mitgliederbasis und kontinuierlichem Engagement leistet der Kreisverband einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Natur in der Region.

Wir möchten an dieser Stelle Steffen Post als langjährigem Vorsitzenden herzlich für sein Engagement danken!

www.bund-thueringen.de/saalfeld-rudolstadt

Schmalkalden-Meiningen

Auslöser der BUND-Aktion „Starke Bäume für ein starkes Schmalkalden“ war die Tatsache, dass jedes Jahr im Frühling in der Stadt Bäume gefällt wurden und kaum Nachpflanzungen erkennbar waren. Diese erfolgten meistens außerhalb der Stadt. Im Zuge des fortschreitenden Klimawandels ist es immer dringender, auch die Städte an heißen Sommertagen lebens- und liebenswert zu machen. So rief der BUND Kreisverband Schmalkalden-Meiningen die Bürger auf, Fotos von Orten abzugeben, wo einst ein Baum gestanden hatte bzw. wo es wünschenswert wäre, einen neuen Baum zu pflanzen. 80 Fotos kamen zusammen. Mit Hilfe einer Ausstellung in der Stadtinformation wurde das Thema öffentlich vorgestellt. Eine Besprechung bzw. Beratung mit dem Bürgermeister und seinen zuständigen Mitarbeitern fand daraufhin statt. Innerhalb von vier Jahren konnten 20 Bäume gepflanzt werden. Für jeden Baum wurde eine Patenschaft vereinbart.

Durch diese Aktion kam es auch öfter zu Anfragen, wie es um den Erhalt schützenswerter alter Bäume steht. So konnte der BUND mit Hilfe des Kreisverbandes zum Beispiel diese über 100-jährige Blutbuche (s. Foto) vor massiven Schädigungen durch Bauarbeiten im Wurzelbereich schützen. Bohrungen für geplante Fundamente von 80 cm waren geplant. Diese konnten für Punktfundamente auf ein Minimum von 12,5 cm verkleinert werden.

schmalkalden-meiningen.bund.net

Sonneberg

Exkursion Grünes Band im NSG Magerrasen bei Emstadt und Itzaue (30.08.2025), Foto: Gunter Berwing

Im Jahr 2025 blickte der BUND Sonneberg auf ein besonders ereignisreiches Jahr zurück. Anlass war das 35-jährige Bestehen der Gruppe, das im September mit einer Festveranstaltung in Almerswind gefeiert wurde. Neben einem Rückblick auf die Geschichte des Verbandes standen Vorträge, Gespräche und gemeinsame Aktivitäten im Mittelpunkt. Auch organisatorisch stellte der Kreisverband wichtige Weichen: Bei der Jahreshauptversammlung im November wurde der Vorstand neu gewählt und damit die Grundlage für die weitere Arbeit gelegt.

Ein Schwerpunkt der Arbeit lag erneut auf der Pflege wertvoller Naturschutzflächen im Landkreis. In zahlreichen Einsätzen wurden unter anderem Magerrasenflächen, Streuobstwiesen und weitere Lebensräume gepflegt, etwa bei Effelder, am Grünen Band oder im Bereich Görsdorf. Diese Pflegeeinsätze sind entscheidend, um artenreiche Biotope zu erhalten und ihre Entwicklung langfristig zu sichern. 

Darüber hinaus organisierte der Kreisverband mehrere Exkursionen und Fachveranstaltungen. Ergänzt wurde das Jahresprogramm durch Vorträge – etwa zu Insekten – sowie durch gemeinsame Treffen der Aktiven, darunter eine gut besuchte Weihnachtsfeier.

Auch wissenschaftliche Beobachtungen spielten eine wichtige Rolle: Im Landkreis Sonneberg konnten mehrere seltene Arten und bemerkenswerte Wiederfunde dokumentiert werden. 

www.bund-thueringen.de/sonneberg

Suhl

Im Jahr 2025 setzte sich der BUND Suhl mit vielfältigen Aktivitäten für die Förderung von Stadtnatur ein. Ein zentraler Baustein war die fortgeführte Pflegepatenschaft für die Grünanlage am Marienstieg in der Suhler Innenstadt. Die bereits im Vorjahr gepflanzten robusten Stauden entwickelten sich erfreulich gut – ganz ohne zusätzliche Bewässerung. Die kleine grüne Oase wird von Anwohnern und Passanten geschätzt und bietet bei regelmäßigen Pflegeeinsätzen Gelegenheit zum Austausch. 

Darüber hinaus engagierte sich der Kreisverband in zahlreichen Kooperationen innerhalb der Stadt. Gemeinsam mit Wohnungsbaugenossenschaften wurden Müllsammelaktionen im Wohngebiet Karl-Marx-Straße durchgeführt. Beim Zootag im Tierpark Suhl informierte der BUND an einem eigenen Stand und lud insbesondere Kinder dazu ein, Samenbomben herzustellen und mitzunehmen. In der Jenaplanschule unterstützten Mitglieder die Hortkinder bei der Vorbereitung der Beete im Schulgarten und beim Aufbau eines Komposters.

Ein besonderer Höhepunkt war die Baumpflanzaktion im Ortsteil Albrechts. In Kooperation mit der Privaten Fachschule für Wirtschaft und Soziales Suhl sowie engagierten Auszubildenden wurden zwei Winterlinden und ein Bergahorn gepflanzt. 

Insgesamt zeigte sich 2025, dass die Schaffung und Pflege von Stadtnatur nur im Zusammenspiel vieler Akteure gelingt. Die vielfältigen Maßnahmen stärkten nicht nur die Biodiversität vor Ort, sondern auch das Umweltbewusstsein und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Suhl.

www.bund-thueringen.de/suhl

Wartburgkreis & Eisenach

Foto: Klaus Fink

Wie in den Vorjahren widmete sich 2025 der BUND Wartburgkreis & Eisenach ehrenamtlich und prioritär dem praktischen Natur- und Artenschutz. Zu den dauerhaften Artenschutzprojekten gehörten der Kalkmagerrasen Kleiner Reihersberg in Eisenach, das Feuchtgebiet Wilhelmsthal/ Katzbachtal, sowie der insgesamt 600 Meter lange Amphibienschutzzaun an der B88 in Ruhla/ Thal (alles NALAP, vom TLUBN gefördert).

Der Amphibienschutzzaun wurde von Anfang März bis Ende April betreut; dabei war es besonders wichtig, die hiesige Erdkrötenpopulation trotz der immer schwierigeren Lebensbedingungen zu stabilisieren. Rund 20 Mitstreiter*innen erledigten den Auf- und Abbau des Zaunes sowie die täglich zweimalige Eimerkontrolle. Mittels der Auffangeimer wurden 1029 Erdkröten und einige wenige Berg- und Teichmolche vor dem Verkehrstod gerettet.

Des Weiteren gehörten die Gewässeruntersuchung (FLOW-Projekt) sowie die Verbandsbeteiligung an Planungsverfahren zum permanenten Arbeitspensum. 2025 wurden 13 Stellungnahmen an die zuständigen Planungsträger übergeben.

www.wartburgkreis.bund.net

Weimar

Die Umweltbildung haben wir in diesem Jahr mehr in den Fokus gerückt. Zusammen mit der Freien Ganztagsgrundschule Anna Amalia in Weimar haben wir das Webicht – einen nahegelegenen Stadtwald – erkundet und spielerisch die dort lebenden Tiere und Pflanzen kennengelernt. Die Schülerinnen und Schüler sind oft dort und wissen schon einiges über Specht, Kleiber & Co.

Auch beim Amphibienschutz in Possendorf am Tobritzteich, wo unsere BUND-Gruppe seit Jahren einen Schutzzaun aufstellt und betreut, sind mehr und mehr Kinder dabei. Das ist wirklich Naturschutz zum Anfassen und weckt hoffentlich das Interesse, sich später mal für Artenvielfalt und die faszinierende Schönheit der Natur einzusetzen.

In unserem BUND-Garten „ArtenReich“ haben wir im Herbst mit internationalen Student*innen der Bauhaus-Uni die zahlreichen Äpfel in diesem Jahr geerntet. Auch sie haben viel gelernt über Apfelsorten, Pflückmethoden und nicht zuletzt, wie lecker frisch gepresster Apfelsaft schmecken kann. 

www.bund-weimar.de

Der BUND Thüringen in der Übersicht

Zahlen & Fakten

  • 6.867 Mitglieder
  • 1.506 Mitglieder in der BUNDjugend (unter 27 Jahren)
  • 9 Personen im Vorstand
  • 22 Kreis- und Ortsgruppen
  • 3 Landesarbeitskreise
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Landesversammlung

Die Landesversammlung ist das höchste Gremium des BUND Thüringen. Sie tagt in der Regel einmal im Jahr, beschließt den Haushalt und legt Grundsatzbeschlüsse fest. Zudem wählt sie die Mitglieder des ehrenamtlichen Landesvorstandes.

Landesvorstand

Der ehrenamtliche Landesvorstand kümmert sich um die Umsetzung der Beschlüsse aus der Landesversammlung und vertritt den BUND Thüringen nach außen. Seine Mitglieder werden von der Landesversammlung für vier Jahre gewählt. Ihm gehört außerdem je ein Mitglied der BUNDjugend und des Landesrates an.

Landesrat

Für Entscheidungsbedarf zwischen zwei Landesversammlungen trifft sich der Landesrat, der den Landesvorstand zu Themen berät, die insbesondere die Mitglieder vor Ort betreffen. Ihm gehören Vertretende der Kreis- und Ortsverbände an. Ziel ist die Stärkung der Verbindung zwischen Landesvorstand und den BUND-Gruppen in Thüringen.

Landesarbeitskreise

Die Mitglieder der Arbeitskreise bringen ihr Wissen und ihre Schaffenskraft in die inhaltliche Arbeit des BUND Thüringen ein. Aktuell existieren drei Arbeitskreise zu den Themen „Klima und Energie“, „Stadt- und Regionalentwicklung“ sowie „Naturschutz“.

Finanzen

Finanzen

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete das Geschäftsjahr 2025 keine wesentliche Veränderung. Das Gesamtvolumen des Haushalts 2025 stieg leicht von 2.469.400 Euro auf 2.570.463 Euro. Die Anzahl der Mitarbeitenden ist im Vergleich zum Vorjahr um zwei Personen gestiegen. Voraussichtlich kann für das Jahr 2025 ein positives Haushaltsergebnis in Höhe von 16.000 Euro in die Rücklage eingestellt werden. 

Hauptfinanzierungsquelle des Verbands stellen Projekte dar, deren Zuschusszahlungen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken sind. Die Einnahmen aus Mitglieds- und Förderbeiträgen sowie Spenden und Patenschaften konnten im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Außerdem wurden erstmalig Einnahmen aus den Teilnehmendenbeiträgen zum E-Learning-Lehrgang „Natura-2000-Manager/in“ generiert. 

Auf der Ausgabenseite spiegeln die Projektausgaben die Umsetzung der gesetzten Projektziele wider. Aufgrund allgemeiner Preissteigerungen stiegen die Ausgaben für Verwaltung und Mitgliederbetreuung. Auch unsere BUNDjugend, die im Jahr 2025 wieder viele Veranstaltungen und Aktionen durchführte, verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein Ausgabenwachstum. 

Mit dem Ziel von Kosteneinsparungen und vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung beschreiten wir neue Wege: So werden wir beispielsweise ab dem Jahr 2026 das Buchungssystem auf DATEV umstellen. Damit wird ein System genutzt, welches den aktuellen Stand der Technik widerspiegelt und sich kontinuierlich an neue Anforderungen der Finanzbehörden und der Digitalisierung anpasst. 

Gemeinsam mit den Fachreferent*innen und Projektverantwortlichen werden weiterhin Wege für einen umsichtigen und kostensparenden Mitteleinsatz evaluiert. Das neue Buchungssystem ist dabei eine große Unterstützung, da mit diesem das Projektcontrolling zeitnah und effizient ausgewertet werden kann. 

Das Jahr 2025 war politisch von der Neuausrichtung der Landesregierung geprägt. In diesem Rahmen haben wir zahlreiche Gespräche auf Landesebene geführt und Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern aufgebaut bzw. intensiviert, um sicherzustellen, dass umwelt- und naturschutzfachliche Themen auch zukünftig im Fokus politischer Entscheidungen stehen. Weitere Schwerpunkte der Lobbyarbeit waren der Aufbau von Kommunikationsstrukturen, die frühzeitige Beteiligung an strategischen Entscheidungsprozessen und die stärkere Berücksichtigung wissenschaftsbasierter Argumente in politischen Debatten. 

Für den BUND Thüringen sind unsere ehrenamtlichen Gruppen von großer Bedeutung, da sie mit ihrem Engagement vor Ort Umwelt- und Naturschutzbelange im Blick behalten und regionale Schwerpunktthemen bearbeiten. Für das Jahr 2026 planen wir, die Arbeit der Ehrenamtlichen noch stärker zu unterstützen – sowohl durch die Bereitstellung von Arbeitsmitteln und Materialien als auch durch eine intensivierte administrative Unterstützung. Unser besonderer Dank gilt allen Ehrenamtlichen, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz, ihrer Fachkenntnis und ihrem Herzblut einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz unserer Umwelt leisten.

Kontakt

Katja Sachs

Finanzreferentin
E-Mail schreiben

Carolin Kühmstedt

Finanzreferentin
E-Mail schreiben

Monique Zapp

Büroorganisation
E-Mail schreiben

Mitwirkung in Landesarbeitskreisen und Beiräten

In den Landesarbeitskreisen organisieren sich Mitglieder des BUND Thüringen, um ihr Wissen und ihre Schaffenskraft in die inhaltliche Arbeit des Landesverbandes einzubringen. Aktuell existieren drei Landesarbeitskreise zu den Themen „Klima & Energie“, „Stadt- und Regionalentwicklung“ und „Naturschutz“. Über die Mitwirkung in verschiedenen Beiräten nehmen BUND-Mitglieder Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse und vertreten die Ziele des BUND Thüringen.

Landesarbeitskreis Naturschutz

 (Stephan Röhl)

Ziel des Arbeitskreises ist die Positionierung zu naturschutzrelevanten und forstpolitischen Themen in Thüringen (Landwirtschaft, Wasser, Artenschutz, Raumordnung, Wald). Die Tätigkeit des Arbeitskreises soll die praktische Naturschutzarbeit des BUND Thüringen flankieren und die Forstpolitik des Freistaats Thüringen begleiten. Dazu erarbeiten die Fachleute des Arbeitskreises konkrete Naturschutzforderungen an die Thüringer Politik sowie Vorschläge für einen naturnahen Waldumbau. Zudem werden Exkursionen für interessierte Bürgerinnen und Bürger organisiert.

Sprecher: Thomas Mölich, Frank Henkel

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Landesarbeitskreis "Klima & Energie"

 (Schropferoval/Pixabay)

Das Grundanliegen des Arbeitskreises ist es, über den Klimawandel und dessen drastische Folgen für Mensch und Natur aufzuklären. Er erarbeitet dazu Vorschläge zur sparsamen Nutzung fossiler Energieträger, den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien sowie anderer Maßnahmen der Energieeffizienz und -suffizienz. Der frühere Landesarbeitskreis Atommülllager ist im Arbeitskreis Klima & Energie aufgegangen.

Sprecher: Robert Bednarsky

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Landesarbeitskreis "Stadt- und Regionalentwicklung"

 (Benjamin Melzer)

Der Arbeitskreis setzt sich für eine Planungspolitik ein, die Klima- und Naturschutz, eine Energie- und differenzierte Verkehrswende
sowie vielfältige Wohnstrukturen und -formen integriert. Außerdem beschäftigen sich seine Mitglieder mit warmmietneutralen Mieten und Mieterstrommodellen bis hin zu Energie-Gemeinschaften.

Sprecher: Robert Bednarsky

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Mitmachen?

Sie können sich vorstellen, in einem unserer Landesarbeitskreise zu den Themen Energie, Stadtentwicklung, Wald oder Naturschutz mitzuwirken? Melden Sie sich gern: Anita Giermann, Freiwilligenmanagement, a.giermann(at)bund-thueringen.de, Tel.: 0361/5550341

Mitwirkung in Beiräten

Robert Bednarsky (Landesvorsitzender bis Mai 2025)
Gesamt- und Verbandsrat in BUND-Bundesgremien, Landesplanungsbeirat, Bundesarbeitskreis „Energie“, Bundesarbeitskreis „Sozialökologische Transformation“ (stellv. Sprecher), Beirat Regionale Planungsgemeinschaft Mittelthüringen, Landesarbeitskreise „Klima & Energie“ (Sprecher) und „Stadt- und Regionalentwicklung“ (Sprecher), Beirat Thüringer Energiewende des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten

Dr. Burkhard Vogel (Landesvorsitzender seit Mai 2025)
Gesamt- und Verbandsrat in BUND-Bundesgremien
Bundesarbeitskreis „Naturschutz“ (Sprecher)

Rolf Knebel (Stellvertretender Landesvorsitzender)
Landesplanungsbeirat (Vertreter)

Eli Sonderman (Stellvertretende Landesvorsitzende)
EFRE/ ESF Begleitausschuss (Stellvertreterin)

Ruth Bouska (Schatzmeisterin Landesvorstand)
EFRE/ ESF Begleitausschuss (Vertreterin)

Ron Hoffmann (Beisitzer Landesvorstand)
Naturstiftung David (Vizepräsident)

Alexandra Schubert (Landesvorstand i.F. als Sprecherin Landesrat)
BUND-Verbandsrat (stellv. Mitglied)

Sebastian König (Landesgeschäftsführer)
Landesnaturschutzbeirat (stellv. Vorsitz), LEADER-Beirat des Thüringer Landwirtschaftsministeriums, Bundesarbeitskreis „Landwirtschaft“ (Stellv. Sprecher); Fachbeirat des Thüringer Qualitätssiegels Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE); Fachbeirat der Thüringer Umweltakademie

Anita Giermann
Beirat der Oberen Naturschutzbehörde (stellv. Mitglied)

Thomas Mölich
Arbeitsgruppe „Wolf/ Luchs“ des Thüringer Umweltministeriums, Bundesarbeitskreis „Naturschutz“, Forschungsbeirat Nationalpark Hainich, Landesarbeitskreis „Naturschutz“ (Sprecher), Jagdbeirat des Landratsamtes Wartburgkreis, Fachbeirat Arten- und Biotopschutz für Säugetiere beim TLUBN

Ulrich Scheidt
Beirat der Oberen Naturschutzbehörde (Vorsitzender), Kuratorium der Naturstiftung David, Vorstand des Trägervereins Natura 2000-Station „Possen“, BUND-Landesbeauftragter für den Feldhamsterschutz

Heidi Schell
Beirat Regionale Planungsgemeinschaft Nordthüringen, Landesarbeitskreis „Atomenergie und Strahlenschutz“

Thomas Wey
Arbeitsgruppe „Biber „des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten, Beirat der Regionalen Planungsgemeinschaft Südwestthüringen

Stellungnahmen

Über die Mitwirkung in Beiräten hinaus nimmt der BUND Thüringen als anerkannter Naturschutzverband mit Unterstützung seiner Kreis- und Ortsgruppen Einfluss auf Planungsverfahren. Dabei handelt es sich um Vorhaben auf lokaler, kommunaler und Landesebene. Im Jahr 2025 wurde der Verband bei 343 Vorgängen beteiligt (Stand: 17.12.2025). Die Stellungnahmen werden vom Thüringer Umweltministerium gefördert.

Freiwilligendienste beim BUND Thüringen

Mein BFD – ein Bericht von Tom Moderlak

Der Bundesfreiwilligendienst in der Landesgeschäftsstelle des BUND Thüringen in Erfurt ist in mehr als nur einer Hinsicht eine spannende und bereichernde Erfahrung. Obwohl meine Tätigkeit hauptsächlich auf Büro- und Verwaltungsarbeiten ausgerichtet ist, habe ich in den bisherigen acht Monaten meiner Beschäftigung sehr vielfältige Erkenntnisse und Erlebnisse gewinnen können, die weit über die alltägliche Büroarbeit hinausgehen. So durfte ich bereits in nahezu jedem Bereich der Projektarbeit des BUND einen Beitrag leisten. Ich habe viel über die Funktionsweise eines Naturschutzverbandes gelernt. Allein die vielfältigen Bereiche, in denen der BUND zum Schutz unserer Lebensgrundlagen beiträgt, sind beeindruckend und es ist äußerst sinnstiftend und erfüllend, selbst einen Beitrag dazu leisten zu dürfen.

Neben der alltäglichen Arbeit gab es zahlreiche Höhepunkte, die ich nicht so schnell wieder vergessen werde: Die Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen für die BUNDjugend, das Betreuen des Informationsstandes auf dem Thüringentag in Gotha, aktive Feldeinsätze zum Schutz von Biosphärenreservaten, die spannende Jugendleiter*innenschulung am Grünen Band mit vielen historischen Einblicken, meine Teilnahme beim Dreh eines Beitrages für den MDR oder ein spannendes Seminar im Nationalpark Harz, bei welchem wir ausgiebig gewandert sind und zudem umfangreiches Wissen über die Natur und wie wir sie bewahren können erhalten haben. 

Nicht nur die Arbeit selbst macht mir Freude, sondern auch und vor allem das Miteinander der im BUND aktiven Menschen. Ehrliche Wertschätzung und gegenseitige Hilfe in allen Belangen sorgen dafür, dass man sich stets am richtigen Platz fühlt.

Ich kann den Bundesfreiwilligendienst beim BUND ohne Einschränkungen empfehlen. Es ist eine Erfahrung, die man auf keinen Fall bereut.

Mein FÖJ – ein Bericht von Jasmin Deutschmann

Ich bin im September hier angekommen, mit viel Neugier und Lust, mich in den Arbeitsalltag zu stürzen. Was erwartet mich? Wie wird es sein, Kolleg*innen zu haben und mit ihnen zusammenzuarbeiten? Was werde ich lernen? Das und viel mehr habe ich mich gefragt. Nun es ist viel passiert – trotz der kurzen Zeit, die bis jetzt vergangen ist.

Ich wurde zunächst sehr herzlich aufgenommen und die Menschen beim BUND haben mir den Einstieg sehr leicht gemacht. Der Arbeitsaufwand und die Verantwortung haben sich Stück für Stück gesteigert. So konnte ich mich langsam mit verschiedenen Aufgaben vertraut machen – wie der Büroarbeit, der Postbearbeitung oder auch gestalterischen Projekten, was mir besonders gut gefallen hat. Es hat mich mit Stolz erfüllt, Poster, die ich selbst gestaltet habe, in der Stadt hängen zu sehen. Ich bin sehr dankbar, dass ich hier beim BUND unterstützt, aber gleichzeitig auch gefordert werde. Ich kann sogar selbst Initiative ergreifen und eigene Projekte verwirklichen. 

Für Abwechslung sorgen auch besondere Einsätze. So habe ich schon im Wald Zäune abgebaut, um den Lebensraum der Wildkatze zu schützen, einen Infostand betreut oder auch Grundschulkindern etwas über den Wald erzählt. Der BUND Thüringen bietet vielfältige Möglichkeiten, sich an Einsätzen an der frischen Luft zu beteiligen und ich kann sagen: Es macht sehr viel Spaß!

Mein Fazit: Ich habe bereits einiges an Wissen hinzugewonnen und freue mich auf mehr!

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Anita Giermann

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