BUND Thüringen: Hochwasserschutz beginnt im Wald

15. April 2024 | Wälder

Am vergangenen Freitag, den 12. April, fand auf Burg Bodenstein in Leinefelde-Worbis eine Waldkonferenz statt, zu welcher Viola von Cramon, Abgeordnete des Europäischen Parlaments, eingeladen hatte. Neben den Herausforderungen in der Forstwirtschaft spielten auch die Wälder als Schlüsselakteure im Hochwasserschutz eine wichtige Rolle im Diskurs.

Dazu Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen und Mitdiskutant auf dem Podium: „Wälder haben ein immenses Potenzial, Wasser in der Landschaft zu halten und Hochwasser abzumildern. Naturnahe oder nutzungsfreie Wälder sind aufgrund der intakten Waldböden, einer stabilen Vielfalt an tief wurzelnden Baumarten und weniger befahrenen und somit verdichteten Wegen besonders geeignet, die Gefahr von Überschwemmungen zu minimieren.“

Leider nimmt die Resilienz unserer Wälder durch Kalamitäten, Windbruch und Trockenheit immer weiter ab, und somit auch ihre Funktion für den ökologischen Hochwasserschutz. Vor allem in Hanglagen stellt dies ein großes Problem dar und die puffernde und verzögernde Wirkung von Wäldern schwindet.

„Um den ökologischen Hochwasserschutz unserer Wälder wieder zu aktivieren, müssen wir Entwässerungsgräben zurückbauen und Versickerung in der Fläche ermöglichen. An Forstwegen sollte beispielsweise das Wasser zurück in die Fläche geleitet werden, anstatt es schnell abfließen zu lassen. Zudem müssen Kahlschläge, vor allem in Hanglagen, gestoppt werden und Kalamitätsflächen sollten nicht sofort beräumt werden, da wir sonst dem Wasser im wahrsten Sinne des Wortes ‚freien Lauf‘ lassen. Nachweislich besitzen naturnahe Wälder mit einem Mosaik an Lebensräumen und Strukturen ein hohes Rückhaltepotenzial.“ so König weiter.

All die Maßnahmen, die man im Wald treffen kann, sind aber ohne einschlagende Wirkung, wenn die Maßnahmen im Offenland und an unseren Gewässerökosystemen nicht mit diesen im Einklang stehen. „Ohne die Renaturierung unserer Auen und Flüsse und dem damit einhergehenden natürlichen Hochwasserschutz, sind die Maßnahmen im Wald nicht der Weisheit letzter Schluss und nur ein Baustein für einen natürlichen Hochwasserschutz“, endet König.

Der BUND fordert daher, die Leistung unserer Wälder als „Hochwasserschützer“ besser anzuerkennen und den Druck von den Waldbesitzenden zu nehmen, jeden Festmeter Schadholz zu monetarisieren. Daher braucht es Beratungsangebote und finanzielle Mittel. Die natürliche Revitalisierung der Wälder muss unbedingt über den ökonomischen Interessen an den Einnahmen aus dem Totholz stehen. Zudem erneuert der BUND seine Forderungen, Auen endlich zu reaktivieren.

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Anne Werner | Kerstin Neumann, Tel.: 0361 555 03 14, Mobil: 0176 13338564 oder 0176 13338510, presse(at)bund-thueringen.de

 

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