Naturschutzsaison eröffnet: BUND und Partner machen Wälder fit für Wildkatzen. 17.000 Meter arten- und strukturreiche Waldränder wachsen bereits heran.

04. Februar 2026 | Naturschutz, BUND, Wildkatze

  • Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen beginnt im April
  • Strukturreiche Waldränder sind entscheidend für Artenvielfalt und Klimaanpassung
  • Beteiligung durch Landesforste, Waldbesitzende und Bürger*innen wächst

Trotz eisiger Temperaturen beginnt bundesweit wieder die praktische Naturschutzarbeit im BUND-Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“. Nach Stürmen, Dürren und zunehmenden Wetterextremen rücken naturnahe Waldstrukturen stärker in den Fokus einer zukunftsfähigen Waldentwicklung. Gemeinsam mit Landesforsten und Waldbesitzenden setzt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Maßnahmen um, die der Europäischen Wildkatze helfen und gleichzeitig Wälder widerstandsfähiger gegenüber der Klimakrise machen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung arten- und strukturreicher Waldränder. Die Europäische Wildkatze wird bewusst als Leitart genutzt: Umso strukturreicher ein Waldrand für die Wildkatze gestaltet wird, desto mehr Lebensraum bietet er auch für andere Arten. Waldränder sind zentrale Jagd- und Rückzugsräume für die Wildkatze und übernehmen zugleich wichtige Schutzfunktionen für den Wald. Bereits über 17.000 Meter solcher Waldränder wurden im Projekt neu angelegt, unter anderem in Thüringen, Niedersachsen, Hessen und dem Saarland.

Maria Winkler, naturschutzfachliche Koordinatorin des Projekts in Thüringen: „Um wirklich etwas für die Wildkatze in diesem Bereich tun zu können, sind wir auf die Zusammenarbeit mit den Flächeneignern angewiesen. Viele Menschen sind von sich aus sehr daran interessiert, die Art zu unterstützen und ihr einen guten Lebensraum zu bieten. Wir unterstützen dabei mit Expertise und helfen aktiv bei der Maßnahmenumsetzung.“ 

Die wachsende Beteiligung zeigt, dass sich Naturschutz und moderne Waldwirtschaft sinnvoll ergänzen können. Der BUND setzt dabei nicht auf flächige Aufforstung, sondern auf gezielte Strukturverbesserung. Stufig aufgebaute Waldränder mit heimischen Sträuchern und Bäumen sind Übergangszonen zwischen Wald und Offenland und bieten einer vielfältigen Pflanzenwelt und zahlreichen Tierarten Lebensraum. Gleichzeitig wirken sie als natürliche Puffer: Sie bremsen Wind und schützen das Innere des Waldes vor Stürmen und Bodenerosion. Zusätzlich puffern sie den Schadstoffeintrag aus angrenzenden Nutzflächen ab.

Winkler: „Das Projekt lebt vom Mitmachen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich bei gemeinsamen Aktionen wie Pflanzungen oder dem Abbau von Wildzäunen ganz aktiv einzubringen. Je mehr Hände mithelfen, desto mehr können wir an einem einzigen Tag schon bewegen.“

Mit dem Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“, gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt, zeigt der BUND, wie praktischer Artenschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Waldnutzung Hand in Hand gehen können. Der Verband lädt weitere Waldbesitzende, Forstbetriebe und Verantwortliche in Kommunen und Verwaltungen ausdrücklich ein, sich zu beteiligen und eigene Flächen wildkatzengerecht und klimaresilient zu gestalten.

 

Hintergrund

Das sechsjährige Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Das Projekt setzen der BUND-Bundesverband, die BUNDjugend und die BUND-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen um.

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) lebt zurückgezogen in großen, zusammenhängenden strukturreichen Laub- und Laubmischwäldern. Ursprünglich in ganz Deutschland heimisch, leben heute nur noch etwa 6000 bis 8000 Tiere überwiegend in Mittel- und Süddeutschland. Die Wildkatze steht stellvertretend für viele andere Waldtierarten. Dort, wo sich die Wildkatze wohlfühlt, sind die Bedingungen auch für viele andere Arten wie Luchs, Bechsteinfledermaus oder Mittelspecht optimal.

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Pressekontakt:
Kerstin Neumann & Christina Eberhardt, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 361 5550314; Mobil: 0176 13338510 oder 0176 13338564, presse(at)bund-thueringen.de

Fotos: Eulefilm

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Das Rückzugsgebiete der Europäischen Wildkatze liegen voneinander isoliert in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft. Deshalb setzten wir uns mit zahlreichen Projekten für die Wiedervernetzung und den Schutz der Wälder ein.

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