36 Jahre Tschernobyl – Nur Energiewende schafft Frieden und Sicherheit

26. April 2022 | Atomkraft, Energiewende

Erfurt. Gemeinsam mit dem Anti-Atom-Bündnis setzen der BUND Landesverband, die BUNDjugend Thüringen und der BUND Stadtverband Erfurt heute als Teil der Klimamahnwache am Fischmarkt ein Zeichen gegen die Rückkehr zur Atomenergie. Der Krieg Russlands in der Ukraine führe aus Sicht des Verbandes erneut die Verwundbarkeit Europas durch Atomkraftanlangen vor Augen. Frieden, Sicherheit und Nachhaltigkeit seien nur auf Basis von Erneuerbaren Energien möglich. Dazu müsse auch der Freistaat den Ausbau stärker als bisher vorantreiben.

Robert Bednarsky, Landesvorsitzender des BUND Thüringen: „Vor 36 Jahren explodierte Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe vom 26. April 1986 sind bis heute in ganz Deutschland zu spüren. Trotzdem werden vor dem Hintergrund unabhängiger Energieversorgung die Rufe nach Atomkraft wieder lauter.“

Dieser Forderung erteilt der BUND Thüringen eine klare Absage. Atomkraft stelle ein untragbares Sicherheitsrisiko dar – in Friedenszeiten und ganz besonders im Krieg. Europa sei durch die Atomkraftwerke im Kriegsgebiet auch ohne den Einsatz von Atomwaffen von einer nuklearen Katastrophe bedroht. Bereits längere Stromausfälle könnten in einer Atomanlage zu einer Unterbrechung des Kühlsystems und somit zur Kernschmelze führen.

„Dieses Wissen sollte ausreichen, um die zynische Diskussion um den Ausbau und Weiterbetrieb der Atomkraft in Europa endlich zu beenden“, so Bednarsky weiter. „Nur eine zügige Energiewende schafft Voraussetzungen für eine sichere Zukunft. Dazu muss auch der Freistaat seinen Beitrag leisten.“

Laut Aussagen des Thüringer Umweltministeriums stamme der größte Teil der in Thüringen verbrauchten Energie nach wie vor nicht aus Erneuerbaren Quellen. Das treffe lediglich auf 23,4 Prozent des Primärenergieverbrauchs zu. Den Rest importiere Thüringen.

Bednarsky: „Mit dem zögerlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien nimmt der Freistaat billigend in Kauf, dass ein Teil des importieren Strommix aus Kernenergie stammt. Wir fordern die Thüringer Landesregierung auf, ihre sicherheits- und friedenspolitische Verantwortung wahrzunehmen und den Ausbau Erneuerbarer Energien noch mehr als bisher zu fördern. Gleichzeitig sollten Potenziale zur Energieeinsparung konsequent genutzt werden.“

Mehr Informationen:
www.bund-thueringen.de/atom
www.bund-thueringen.de/landesarbeitskreis-atommuell

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Ein aktuelles Papier des BUND Bundesarbeitskreises Atomenergie und Strahlenschutz zum Thema Atomenergie und Atomwaffen mit dem Titel „Für das Ende der nuklearen Bedrohung“ finden Sie hier: www.bund.net/gegen-atomenergie

 

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