Landesverband Thüringen e.V.

30 Jahre Wiedervereinigung, 31 Jahre Grünes Band, 30 Jahre BUND Thüringen

02. Oktober 2020 | Grünes Band

Außenanlagen Schifflersgrund  (Karin Kowol / BUND Thüringen)

Erfurt/ Berlin. Der BUND Thüringen gratuliert Dr. Kai Frobel, dem „Vater des Grünen Bandes“, zur Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz. Die höchste staatliche Anerkennung erhielt der Leiter des Artenschutzreferates des BUND für seine außerordentliches Engagement zum Erhalt des Grünen Bandes. Mit seiner Arbeit an der ehemaligen innerdeutschen Grenze leistete er auch einen wichtigen Beitrag zur Gründung des BUND Thüringen.

„Dr. Kai Frobel und sein Einsatz für das Grüne Band trugen 1990 entscheidend zur Gründung des BUND Thüringen bei“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Die Geschichte des Grünen Bandes ist seitdem eng mit der Geschichte unseres Verbandes verwoben.“

Bereits vier Wochen nach dem Fall der Mauer organisierte Dr. Kai Frobel zusammen mit Mitstreitern am 09. Dezember 1989 ein erstes Treffen von Naturschützenden aus Ost und West. Die Teilnehmenden forderten damals, das Grüne Band als zusammenhängendes Naturschutzgebiet flächendeckend zu schützen. Dies wurde einstimmig in der ersten Resolution zum Grünen Band beschlossen.

„Gerade Naturschützerinnen und Naturschützer entlang der Grenze waren es, die 1990 den Impuls für die Gründung des BUND Thüringen gegeben haben. Dr. Kai Frobel nahm damals auch an unserer Gründungsveranstaltung in Erfurt teil.“, erinnert sich Ralf-Uwe Beck, Mitbegründer und Ehrenvorsitzender des BUND Thüringen. „Wir hatten bereits zu DDR-Zeiten Kontakt zum BUND in Hessen und Bayern und haben, so schwer das auch war, grenzübergreifende Umweltzerstörungen angeprangert.“

„30 Jahre Wiedervereinigung stehen für nicht nur für 31 Jahre Grünes Band, sondern auch für 30 Jahre BUND Thüringen“, so Hoffmann. „Seit mehr als drei Jahrzehnten engagieren wir uns mit zahlreichen anderen Akteuren für den Erhalt des Grünen Bandes als Schatzkammer der Artenvielfalt, lebendiges Denkmal der Geschichte und Begegnungsort.“ Zu den größten Erfolgen zählen eine flächendeckende Erfassung der Biotope am Grünen Band, die Übertragung der bundeseigenen Flächen zu Landeszwecken und die Ausweisung als Nationales Naturmonument in Thüringen.

„Wir konnten vieles erreichen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze“, so Hoffmann. „Dennoch liegt noch einiges vor uns: Es existieren immer noch Lücken am Grünen Band, an denen intensive Landnutzung wertvolle Lebensräume durchtrennt. Diese gilt es zukünftig zu schließen. Auch der flächendeckende Schutz über die thüringische Landesgrenze hinaus ist noch nicht abgeschlossen. All diese Ziele können wir in Zukunft nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort erreichen.“

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